Theobald von Provins auch Sankt Theobald (französisch Thiébaut oder Thibault und Saint Thibaut, * um 1033 in Provins; † 30. Juni 1066 in Sossano bei Vicenza) war ein französischer Adliger, Eremit und Heiliger der römisch-katholischen Kirche.

Leben Theobald stammte aus der Familie der Grafen von ChampagneFrançois Verdier, Saints de Provins et comtes de Champagne. Essai sur l’imaginaire médiéval, Guéniot, Langres 2007.. Er wurde um das Jahr 1033 in Provins nahe Paris geboren und war der Sohn von Arnulf und Willa. Benannt wurde er nach seinem Onkel Theobald, dem Erzbischof von VienneH. Pomeroy Brewster, Saints and festivals of the Christian Church, F.A. Stokes, 1904, S. 314–315..

Bereits in seiner Jugend bewunderte Theobald das Leben von Einsiedlern wie Johannes dem Täufer oder Arsenius dem Großen. Er besuchte regelmäßig einen einheimischen Einsiedler namens Bourchard, der auf einer Insel in der Seine lebte.

Theobald weigerte sich zu heiraten und eine Karriere beim Militär oder am Hof einzuschlagen. Als der Krieg um die burgundische Krone ausbrach, weigerte sich Theobald, Truppen zu führen, um seinem Vetter, dem Graf von Blois, zu unterstützen, und überzeugte seinen Vater, ihn als Einsiedler leben zu lassen.

Theobald verließ gemeinsam mit einem Freund namens Walter sein Elternhaus und zog als Einsiedler nach Suxy in den Ardennen. Anschließend reisten sie nach Pettingen, wo sie als Tagelöhner arbeiteten. Die beiden Freunde pilgerten auf dem Jakobsweg und kehrten danach in das Bistum Trier zurück. Von dort aus unternahmen sie eine Pilgerreise nach Rom und planten, über Venedig ins Heilige Land zu reisen. Walter erkrankte jedoch schwer in der Nähe von Vicenza. Nach Walters Tod schloss sich Theobald einer Gruppe von Einsiedlern an, die sich unter der Führung des Gründers der Kamaldulenser, Romuald von Camaldoli, zusammenschlossen. Theobald wurde später durch den Bischof von Vicenza zum Priester geweiht. Sein Ruhm reichte jedoch über die Grenzen Vicenzas hinaus. Seine Eltern, die ihn für tot hielten, erfuhren von seinem Aufenthalt in Italien und machten sich auf den Weg, um ihn zu sehen. Seine Mutter blieb bei ihm, bis zum Ende seiner Tage. Theobald starb am 30. Juni 1066 vermutlich an Lepra und wurde im Dom von Sossano beigesetzt. Seine Gebeine wurden 1074 in die Abtei von Badia Polesine überführt, wo er bis heute als Schutzpatron der Stadt verehrt wird. Sein Grabmal aus Carrara-Marmor beherbergt seine Reliquien in der Hauptkirche der Stadt. Seine Heiligsprechung erfolgte durch Papst Alexander II. im Jahr 1073.

Verehrung als Heiliger Sein Todestag, der 30. Juni, ist zugleich sein Gedenktag. Er gilt zudem als Schutzpatron der Köhler.

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