Gropiusstadt Supernova ist ein deutscher Spielfilm von Ben Voit aus dem Jahr 2026. Das Drama handelt von drei befreundeten jungen Menschen, deren Leben sich in einer Silvesternacht in Berlin-Gropiusstadt an einem Wendepunkt befinden. Die Hauptrolle übernahm Mo Issa. Das Schauspielensemble wurde unter anderem durch Berfin Sönmez, Walid Al-Atiyat und Asad Schwarz ergänzt. Hergestellt an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, fand die Uraufführung von Gropiusstadt Supernova im Januar 2026 beim Filmfestival Max Ophüls Preis statt. Dort gewann die 13.000 Euro teure Produktion den Spielfilmwettbewerb.
Handlung mini|hochkant|Das Gropiushaus, einer der Drehorte des Films In der Gropiusstadt, im Süden von Berlin-Neukölln, leben Luan und sein großer Bruder Tarik. Luan ist in die gleichaltrige Stella verliebt, die von einer Karriere als Schauspielerin träumt. Am Silvestertag überschlagen sich für den Heranwachsenden die Ereignisse. Er erwacht aus einem Albtraum, in dem er von Tarik und Stella zurückgelassen wird. Tatsächlich entdeckt Luan bei Tarik einen Brief über seine bevorstehende Abschiebung. Im Streit darüber verlässt Tarik die Wohnung und nimmt seine exotische Schlange mit. Er plant, mit einem „Knall“ auf seine Art Berlin zu verlassen. Stella wiederum gibt Luan auf dem Dach des Gropiushauses zu verstehen, dass sie bald eine Schauspielausbildung in den USA antreten werde. Daraufhin beschließt er, ihr einen Heiratsantrag mit einem von Tarik geliehenen Ring zu machen. Luan gelingt es in der Zwischenzeit, eine Rechtsanwältin zu überzeugen, sich des Falls von Tarik anzunehmen. Eine mitgeführte Waffe seines Bruders versenkt er später in einem Kanal.
Am Abend erfährt Luan durch den befreundeten Kioskbesitzer Hamza, dass nahe des U-Bahnhofs Lipschitzallee ein Geldautomat gesprengt wurde. Bei der Flucht des Täters mit dem Auto wurden zwei Polizisten schwer verletzt oder getötet. Daraufhin wird die gesamte Gropiusstadt von der Polizei abgesperrt. Luan vermutet, dass Tarik, den er nicht telefonisch erreichen kann, etwas mit dem Verbrechen zu tun haben könnte. Er spürt in einem nahgelegenen Wäldchen die entwendeten Geldkassetten des geflüchteten, maskierten Verbrechers auf und beobachtet, wie diese von einem Mann in eine Flüchtlingsunterkunft verbracht werden. Im Verlauf der Handlung gelangt Luan an eine der Geldkassetten. Beim Aufbruch zündet aber das Alarmpaket und die Geldscheine werden rot eingefärbt. Luan wird dabei von Stella und zwei Polizisten beobachtet, kann aber fliehen. Durch einen anonymen Tipp von ihm wird der Flüchtling von der Polizei verhaftet.
Luan selbst beobachtet um Mitternacht von einem Schuttberg von Großziethen aus allein das Silvesterfeuerwerk über der Gropiusstadt. Dort begegnet ihm scheinbar die Schlange seines Bruders. Kurz darauf erhält er einen überraschenden Anruf von Tarik. Dieser gibt ihm zu verstehen, in der Zeit seines Verschwindens das Grab ihrer verstorbenen Mutter hergerichtet zu haben. Tarik will auf seinen kleinen Bruder hören und in Berlin bleiben. Luan bleibt fassungslos zurück.
Entstehungsgeschichte Gropiusstadt Supernova ist das Spielfilmdebüt des aus Erfurt stammenden Regisseurs und Drehbuchautors Ben Voit."Gropiusstadt Supernova" gewinnt Max Ophüls Preis. In: zeit.de, 24. Januar 2026 (abgerufen am 25. Januar 2026). Dieser hatte zuvor mit dem Kurzdokumentarfilm Nacht über Kepler 452b (2019) und dem Kurzfilm Die Allgemeine Ordnung (2021) auf sich aufmerksam gemacht und dafür mehrere Preise erhalten. Schon in seinem Erstlingswerk habe er mit astronomischen Bildern und Metaphern gearbeitet, statt mit klassischem Realismus. Voit selbst gab an, von seiner Umgebung früher schon als „Träumer“ bezeichnet worden zu sein.
Seit 2025 ist Voit Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und studiert im Master Spielfilmregie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf. Dort wurde auch Gropiusstadt Supernova produziert.Gropiusstadt Supernova. In: ffmop.de (abgerufen am 24. Januar 2026). Die Dreharbeiten, die sich zwei Jahre hinzogen, fanden ab März 2023 an Originalschauplätzen in der Gropiusstadt statt. Ursprünglich waren 20 Drehtage veranschlagt worden. (abgerufen am 25. Januar 2026). Die Produktionskosten sollen laut dem Regisseur 13.000 Euro betragen haben. Die Finanzierung stellte sich als schwierig heraus, da Voit mit seinem Langfilm-Projekt viel Ablehnung erfuhr.Livestream von Filmfestival Max Ophüls Preis. In: youtube.com (2:47 h ff.; abgerufen am 25. Januar 2026).
Im Filmabspann wird der Text „Inspired By True Events And Taken Ad Absurdum“ eingeblendet. Voit zufolge basiert das Drehbuch auf den Erlebnissen seines engen Freundes Aldin, die mehr als 10 Jahre zurückliegen. Die Geschehnisse hätten sich bis zum Verschwinden Tariks tatsächlich so zugetragen. Danach werde die Geschichte anhand eines fiktionalen Handlungsstrangs „ad absurdum“ geführt und gezeigt, was hätte passieren können. Die Hauptfigur Luan versuche sich bis zur Wahrheit „an diesen Missverständnissen und Unstimmigkeiten entlangzuhangeln“, so Voit.
Veröffentlichung und Rezeption Die Premiere von Gropiusstadt Supernova fand am 21. Januar 2026 im Rahmen des 46. Filmfestivals Max Ophüls Preises statt.Timetable. In: ffmop.de (abgerufen am 24. Januar 2026). Bereits beim Kartenvorverkauf habe Voits Regiearbeit beim Publikum neben Hygge von Lena Fakler und Zarah Schrade zu den beliebtesten Wettbewerbsspielfilmen gezählt.Ophüls-Festival meldet hohe Ticketnachfrage. In: Saarbrücker Zeitung, 22. Dezember 2025, S. 14.
Patrick Wellinski vom Filmmagazin Vollbild von Deutschlandfunk Kultur urteilte, dass Berlin-Filme und -Bilder „die stärksten Seheindrücke“ bei ihm auf dem Festival hinterlassen hätten. Dazu zählte er auch Gropiusstadt Supernova, bei dem es sich um keinen klassischen sozialen Brennpunktfilm handle. Wellinski fühlte sich an die Werke der amerikanischen Safdie-Brüder erinnert und lobte im Gespräch mit Regisseur Voit den „markanten visuellen Stil“ seines Films, den Beobachter des Deutschen Kinos „sehnsüchtig“ suchen würden. Auch bemerkte er den wabernden Soundtrack und „die sehr bewegliche Kamera, mit [...] Schwenks, die den Figuren“ folge, „ohne ihnen zu nahe zu sein“.Patrick Wellinski: Berlin, Wendepunkt, Explosion: Warum „Gropiusstadt – Supernova“ elektrisiert. In: deutschlandfunkkultur.de, 24. Januar 2026 (7:51 min; abgerufen am 24. Januar 2026).
Die Spielfilmjury lobte „den warmen Blick“ und die große filmische „Intensität“ des Werks, aus der „ein Sog“ entstehe, der die Zuschauer „mit existenziellen Entscheidungen“ konfrontiere. Die Figuren seien „lebendig und so glaubwürdig interpretiert“, dass man „gar nicht mehr wegschauen“ wolle, so die offizielle Begründung zur späteren Preisvergabe.
Auszeichnungen Im Rahmen des Filmfestivals Max Ophüls Preis 2026 erhielt Gropiusstadt Supernova den mit 36.000 Euro dotierten Hauptpreis im Spielfilmwettbewerb.Die Preisträger:innen 2026. In: ffmop.de (abgerufen am 24. Januar 2026). Nebendarstellerin Berfin Sönmez war in der Kategorie Bester Schauspielnachwuchs nominiert.„Vielschichtiges Schauspiel“: Filmfestival Max Ophüls Preis gibt Nominierungen für die beiden Schauspielpreise bekannt. In: ffmop.de, 12. Januar (abgerufen am 24. Januar 2026).
Weblinks Profil auf der Website des Filmfestivals Max Ophüls Preis
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Kriminalfilm