Elmer H. „Um“ Geissler, oft nur E. H. Geissler genannt (* 12. September 1905 in Elmhurst, Illinois; † 22. Juni 1986) war ein US-amerikanischer Architekt und Ausstatter von Kinos. Das von ihm initiierte Projekt zur Entwicklung des UltraVision-Kino-Projektionssystems brachte ihm 1973 die Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste ein.

Leben Elmer H. Geissler wurde 1905 in Elmhurst, Illinois geboren.John J. Burlinson Jr.: Profiles ’69: E. H. Geissler. Atlanta's Little Giant on the Move. In: Motion Picture Herald, vom 21. Mai 1969, Seite 24. Geissler, der seinen Vornamen Elmer nie mochte, erhielt bereits in der Schulzeit den Spitznamen „Um“.Glenn Berggren: TEA Pioneer ‘Um’ Left Great Legacy. In: The Film Journal, September 1986, Volume 89, Issue 9, S. 69. Er durchlief eine Ausbildung zum Architekten und arbeitete dann während der Great Depression kurzzeitig als Designer von Inneneinrichtungen für Banken. Danach folgten Tätigkeiten für die Kinoketten Balaban and Katz, Paramount-Publix und A.H. Blank Theatrical Enterprises.

Nach einer siebenmonatigen Auszeit, in der er mit einem Fahrrad die Welt bereiste, kehrte Geissler in die Staaten zurück, wo er sich nach einer Empfehlung seines guten Freundes Nash Weil in Atlanta niederließ. Weil hatte 1934 das Unternehmen Wil-Kin als Tochterfirma des Unternehmens Wilby-Kincey Theatres (ABC) gegründet.2 Atlanta Movie Technicians Cited by Academy. In: The Atlanta Constitution, 31. März 1973, S. 26. Geissler arbeitete seit 1935 für Wil-Kin. Seine Tätigkeit beim Unternehmen wurde nur durch eine fünfjährige Dienstzeit bei der Armee unterbrochen, bei der Geissler als Technikspezialist für Start- und Landebahnen diente.

Die Wil-Kin Theatre Supply, Inc. belieferte Kinos in den US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Georgia und Tennessee.Theatre Supply Dealers of the United States. In: Motion Picture Exhibitor – 1963 Theatre Catalog Edition (Section 4), Volume 69, Number 14, 3. April 1963, S. 75–76, Digitalisat. Für die in den Bundesstaaten North und South Carolina operierende Wil-Kin Theatre Supply, Co. war Geissler ebenfalls tätig. In Zusammenarbeit mit Architektenbüros verantwortete Geissler bei Wil-Kin Neu- und Umbauten von Kinos sowie deren Ausstattung.Raymond Lowery: Raleigh’s New Cardinal Theatre: Wall-to-Wall, Floor-to-Ceiling Projection System. In: Boxoffice, Volume 91, No. 26, 16. Oktober 1967, S. 9–10, Digitalisat. 1955 wurde Geissler als Nachfolger von Weil Vice President und General Manager des Unternehmens. Er führte das Unternehmen auch durch die für die US-Kinobranche schwierigen Jahre 1956 bis 1962, als tausende Kinos in den Vereinigten Staaten schließen mussten und der Verkauf von Kino-Ausstattungen nur unter schwierigen Bedingungen möglich war.

Gemeinsam mit dem Filmprojektionsspezialisten Glenn M. Berggren, dem Ton-Experten R. W. Townsend und weiteren Mitarbeitern entwickelte Geissler in den 1960er Jahren das Ultra-Vision-Kino-Projektionssystem, das eine deutlich verbesserte Filmprojektion ermöglichte.Atlanta's New Phipps Plaza Theatre City's ‘Most Innovational’ House. In: Boxoffice, Volume 96, No. 12, 5. Januar 1970, S. SE–1, Digitalisat. Das von Geissler 1966 initiierte Programm zur Entwicklung des UltraVision-Systems blieb für die kommenden Jahrzehnte das einzige größere Forschungs- und Entwicklungsprogramm im Bereich der Filmprojektion.Glenn Berggren: The Industry R & D Center for Projection Research. In: Boxoffice, Volume 127, No. 10, Oktober 1991, S. 91–95, Digitalisat.

Später fokussierte er sich verstärkt auf den Neubau und Erwerb von Kinos.Berggren’s Duties Expand As Wil-Kin Executive. In: Boxoffice, Volume 96, No. 26, 13. April 1970, S. 13, Digitalisat. Geissler, der bei Wil-Kin bis zuletzt die Position des Vice President und General Managers innehatte, ging 1972 in den Ruhestand. Im Jahr darauf wurde er gemeinsam mit Glenn M. Berggren für die Entwicklung des Ultra-Vision-Kino-Projektionssystems mit dem Oscar für technische Verdienste ausgezeichnet.

Er war Mitglied des Branchenverbandes Theatre Equipment Dealers Association (TEDA), in dem er ab 1962 für zwei Amtszeiten von jeweils einem Jahr als Präsident gewählt wurde.Phil L. Wicker: A Strong Dealers Association With Service As Its Watchword. In: Motion Picture Exhibitor, Volume 72, Number 5, 12. August 1964, Seite PE–6, Digitalisat.Geissler, Other Officers Re-Elected by TEDA. In: Boxoffice, Volume 82, No. 8, 10. Dezember 1962, S. 7, Digitalisat.

Elmer H. Geissler war seit 1941 mit Peggy verheiratet und lebte mit ihr in Buckhead, Georgia. Geissler starb im Juni 1986 im Alter von 80 Jahren und wurde auf dem Westview Cemetery in Atlanta beigesetzt.

Auszeichnung 1973: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an E. H. Geissler und G. M. Berggren (beide von Wil-Kin Inc.), „für die Entwicklung des Ultra-Vision-Kino-Projektionssystems“E. H. Geissler. In: awardsdatabase.oscars.org, abgerufen am 24. Januar 2026.

Weblinks E. H. Geissler in academycollection.org

Einzelnachweise

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