Grützdorf ist ein Wohnplatz im Ortsteil Hagelberg der Stadt Bad Belzig im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.Bad Belzig, Dienstleistungsportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 19. Januar 2026.

Geografische Lage Grützdorf liegt westlich der Kernstadt und dort nördlich der Bundesstraße 246, die in West-Ost-Richtung verläuft. Nordwestlich befindet sich der Ortsteil Hagelberg, westlich der Gemeindeteil Klein Glien. Südlich der Bundesstraße 246 liegt der Ortsteil Borne. Das Gelände fällt von rund im Norden auf rund 131,9 Meter in Höhe der B 246 ab.Grützdorf, Brandenburgviewer, abgerufen am 19. Januar 2026.

Geschichte 14. bis 16. Jahrhundert Das Dorf wurde 1389 erstmals als Grützstorff urkundlich erwähnt. Unklar ist, ob es zu dieser Zeit noch bewohnt oder bereits wüst gefallen war. In den Jahren 1426/1427 wurde es als Grutzdorff deszerta und damit nachweislich als inaktiv bezeichnet. Es gehörte vor 1426 bis um 1550/1552 zur Vogtei bzw. Pflege bzw. Amt Belzig. Die Ober- und Untergerichtsbarkeit besaßen vor 1487 bis 1755 die Brandt von Lindau zu Wiesenburg. Im Jahr 1506 besaß ein Einwohner aus Borne die wüste Gerichtsbarkeit zum Lehen; 1550 war es ein Einerbhufner. Die Brandt von Lindau hatten 1566 ein Haus sowie etliche Kossätenhöfe errichtet. Der Einerbhufner erschien erneut im Jahr 1591 als Besitzer der wüsten Gerichtsbarkeit zum Lehen; anschließend wurde er nicht mehr erwähnt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 161) Der Pfarrer aus Belzig bekam im Jahr 1591 den Zehnt von der wüsten Feldmark Grützdorf.

17. und 18. Jahrhundert Im Jahr 1636 existierte im Dorf eine Meierei. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Dorf und Rittergut im Jahr 1640 vollständig zerstört. Der Wiederaufbau zog sich: Aus dem Jahr 1682 wurde berichtet, dass das Dorf nun schon seit mehr als 40 Jahren unbewohnt war. Erst 1696 gab es wieder eine Schäferei; die sieben Hofstellen waren jedoch nach wie vor nicht besetzt.

Im Jahr 1707 lagen die sieben Kossätenstellen nach wie vor wüst. Auf der Fläche wurden drei Wispel Roggen, zwei Wispel Gerste und acht Wispel Hafer ausgesät. Die Schäferei war mit 300 Schafen sowie fünf Kühen und sechs Schweinen belegt. In den Jahren 1707 und 1777 wurde berichtet, dass die sieben Gutsstellen oder Güter nach wie vor unbesetzt waren. Im Jahr 1775 übernahmen die von Trotta genannt Treyden zu Wiesenburg die Blutgerichtsbarkeit und übergaben sie 1765 an die von Watzdorf, die sie bis 1872 hielten.

19. und 20. Jahrhundert Im Jahr 1858 bestand Grützdorf aus dem Vorwerk mit einem Wohn- und drei Wirtschaftsgebäuden. In den Jahren 1885 und 1886 kam es zu einem Rezess um die Hütungsrechte des Dorfes.Rezeß über die Ablösung der dem Rittergute Hagelberg von Grützdorf und den Grundbesitzern zu Hagelberg zugestandenen Hütung auf den Grundstücken des Rittergut Wiesenburg I. Anteils, sowie über die Ablösung der den Grundbesitzern zu Hagelberg in den Rittergütern Wiesenburg I. Teils, Wiesenburg III. und IV. Teils (Schmerwitz), Wiesenburg-Mahlsdorf und Wiesenburg-Glien bisher zugestandenen Forstberechtigungen, Webseite der Deutschen Digitalen Bibliothek, abgerufen am 19. Januar 2026. In der Zeit der DDR gab es im Jahr 1973 das VEG Schmerwitz Schäferei Grützdorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schäferei Das Vorwerk, bestehend aus dem Wohnhaus und drei Stallgebäuden, steht Denkmalschutz. Der nördliche Stall ist ein zweigeschossiger Feldstein-Ziegelbau mit Satteldach, der südliche Stall ein ursprünglich eingeschossiger Feldsteinbau mit Krüppelwalmdach. Beide Bauwerke entstanden um 1865/1897. Das Wohnhaus, ein eingeschossiger Ziegelbau mit Satteldach aus der Zeit um 1920/1930 begrenzt den Hof nach Osten. Im Jahr 2026 befindet sich auf dem Gelände ein Biohof.

Weblinks

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 161 und 162)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1389 Kategorie:Geographie (Bad Belzig)