Tuun K’ab Hix (auch K’altuun Hix) war ein Maya-König der Stadt Dzibanche aus der Kaan-Dynastie, der wahrscheinlich mindestens von 520 bis 546 regierte. Unter seiner Herrschaft entwickelte Dzibanche sich zu einer wichtigen Hegemonialmacht im Maya-Tiefland.

Name Der Name von Tuun K’ab Hix wird in den Inschriften gewöhnlich mit dem Logogramm TUUN „Stein“, mit einem zweiten Zeichen, das eine Hand darstellt, sowie mit dem Logogramm HIX „Jaguar“ geschrieben. Das Zeichen, das eine Hand darstellt, wurde in der früheren Forschung teils als das Logogramm K’AL „binden“ gedeutet und der Name daher als K’altuun Hix gelesen. Jüngere Arbeiten gehen zumeist davon aus, dass es sich um das Logogramm K’AB „Hand“ handelt, und lesen den Namen somit als Tuun K’ab Hix.

Eine dynastische Liste der Kaan-Dynastie, die auf mehreren Keramiken im Codex-Stil überliefert ist, nennt an der Stelle, an der Tuun K’ab Hix zu erwarten wäre, einen gewissen Tajoom Uk’ab K’ahk’. Nach Simon Martin handelt es sich dabei möglicherweise um einen Alternativnamen von Tuun K’ab Hix. Leben mini|Panel 6 aus La Corona Über die Herkunft und das frühe Leben von Tuun K’ab Hix ist nichts bekannt. Spätestens ab 520 spielte er offenbar eine zentrale Rolle in der Politik der Kaan-Dynastie und war wahrscheinlich ein Herrscher von Dzibanche. Allerdings wurde Tajoom Uk’ab K’ahk’, der eventuell identisch mit Tuun K’ab Hix ist, nach Simon Martins Rekonstruktion auf der Grundlage einer dynastischen Liste möglicherweise erst 530 zum Kaloomte’ der Kaan-Dynastie, d. h. zum obersten Herrscher, erhoben.

Die Kaan-Dynastie hatte bereits unter Yuknoom Ch’een I. eine aggressive Expansionspolitik verfolgt, die sich unter diesem allerdings wahrscheinlich noch auf die nähere Umgebung von Dzibanche beschränkt hatte. Unter Tuun K’ab Hix stieg Dzibanche zu einer der mächtigsten Städte des Maya-Tieflands auf. Wie Panel 6 aus La Corona retrospektiv erwähnt, verheiratete Tuun K’ab Hix 520 seine Tochter Ix ... Naah Ek’ an „Vulture Winik“, den Herrscher der 200 Kilometer weiter südlich gelegenen kleinen Stadt La Corona im westlichen Maya-Tiefland. Während La Corona vor 520 relativ unbedeutend gewesen war, förderten Tuun K’ab Hix und seine Nachfolger beginnend mit dieser Heiratsallianz La Corona als zentralen Verbündeten im westlichen Maya-Tiefland, zu dem sie die folgenden 200 Jahre in engem Kontakt blieben. Chak Tok Ich’aak, der „Vulture Winik“ 544 als Herrscher von La Corona nachfolgte, war möglicherweise ein Enkel von Tuun K’ab Hix. Als Chak Tok Ich’aak 556 starb, herrschte er auch über La Coronas größere Nachbarstadt El Perú. Nach der Deutung von Barrientos et al. weitete Dzibanche wahrscheinlich irgendwann zwischen 544 und 556 unter Tuun K’ab Hix oder dessen Nachfolger K'ahk' Ti' Ch'ich' seine Kontrolle auf El Perú aus und setzte La Coronas Herrscher Chak Tok Ich’aak als neuen König von El Perú ein.

Im östlichen Maya-Tiefland beaufsichtigte Tuun K’ab Hix 531 die Inthronisation von K’an I. als König der großen Stadt Caracol, die in den folgenden Jahrzehnten ein wichtiger Verbündeter Dzibanches im Konflikt mit Tikal wurde. 546 setzte Tuun K’ab Hix den erst zwölfjährigen Aj Numsaaj Chan K’inich als König von Naranjo ein, einer weiteren bedeutenden Stadt des östlichen Maya-Tieflands. Aj Numsaaj Chan K’inich blieb bis zu seinem Tod mindestens 69 Jahre später ein treuer Vasall von Tuun K’ab Hix und dessen Nachfolgern.

537 versuchte Tuun K’ab Hix offenbar auch in die Region des Río Usumacinta im Süden des Maya-Tieflands zu expandieren, scheiterte dabei jedoch. Wie der König von Yaxchilán K’inich Tatbu Skull II. in seinen Inschriften berichtet, wurde in diesem Jahr ein Vasall von Tuun K’ab Hix gefangen genommen.

Einzelnachweise

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