Elisabeth Margarete Weiss (* 1968 in Kirchdorf an der Krems) ist eine österreichische Psychiaterin, Psychotherapeutin, klinische Psychologin und Professorin für Klinische Psychologie an der Universität Innsbruck.

Leben Elisabeth Margarete Weiss maturierte 1986 am BRG Kirchdorf. Von 1986 bis 1994 absolvierte sie ein Medizinstudium an der Universität Innsbruck und promovierte 1994 zur Doktorin der gesamten Heilkunde mit einer Dissertation über neuropsychologische Befunde bei Multipler Sklerose. Parallel dazu begann sie dort 1994 ein Psychologiestudium, das sie 2002 mit der Sponsion zur Magistra der Naturwissenschaften abschloss. 2005 folgte die Promotion in Psychologie zur Doktorin der Naturwissenschaften. Von 1995 bis 1996 war Weiss als Assistenzärztin an der Universitätsklinik für Neurologie in Innsbruck tätig, anschließend von 1996 bis 2001 an der Universitätsklinik für Psychiatrie. 2003 erwarb sie das Facharztdiplom für Psychiatrie.

Im Rahmen eines Erwin-Schrödinger-Stipendiums forschte sie von 2001 bis 2003 am Nathan S. Kline Institute for Psychiatric Research in New York und an der University of Pennsylvania in Philadelphia.

Von 2003 bis 2009 war Weiss als Oberärztin an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Innsbruck tätig, wo sie unter anderem das Psychiatrische Schlaflabor leitete. 2004 erwarb sie die Eintragung als Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin, 2009 folgte die Eintragung als Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie. 2006 habilitierte Weiss an der Medizinischen Universität Innsbruck im Fach Psychiatrie.

2009 wurde sie auf die Professur für Biologische Psychologie an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz berufen. Dort war sie von 2010 bis 2013 Institutsleiter-Stellvertreterin und von 2013 bis 2015 Institutsleiterin des Instituts für Psychologie. Von 2011 bis 2013 fungierte sie als Sprecherin des Inter-Universitäts-Forschungsschwerpunktes „Neurowissenschaften“ für BioTechMed-Graz.

Weiss ist seit 2016 Ersatzmitglied im Psychotherapiebeirat des Bundesministeriums für Gesundheit.

Seit Oktober 2019 ist Weiss Universitätsprofessorin für Klinische Psychologie an der Universität Innsbruck, wo sie den Fachbereich Klinische Psychologie I leitet. Weiss gründete 2021 eine Serviceeinrichtung an der Universität Innsbruck zur Unterstützung von Studierenden mit Aufmerksamkeits- oder Lernstörungen sowie Autismus.

Forschung Die Forschung von Elisabeth Weiss liegt an der Schnittstelle von klinischer Psychologie, Psychiatrie und Neurowissenschaften. Frühe Schwerpunkte waren Arbeiten zu Geschlechtsunterschieden in kognitiven Funktionen und in der Hirnaktivierung, die sie mittels funktioneller Magnetresonanztomographie untersuchte. Weitere Schwerpunkte sind die Wahrnehmung und Regulation von Emotionen sowie die soziale Kognition, unter anderem bei Schizophrenie, im Zusammenhang mit aggressivem und gewalttätigem Verhalten sowie bei Autismus-Spektrum-Störungen, der Einfluss genetischer Polymorphismen (insbesondere COMT und 5-HTTLPR) auf Emotion und Kognition und die klinische Neuropsychologie bei leichter kognitiver Beeinträchtigung und Alzheimer-Demenz.

Anwendungsbezogen untersucht Weiss Wirkungen von Licht- und Verhaltensinterventionen auf Stimmung, Stress und Schlaf und entwickelte während der COVID-19-Pandemie ein app-basiertes Stressmanagement-Programm für Studierende und Pflegepersonal.

Laut der Literaturdatenbank Scopus verzeichnet Weiss über 200 Publikationen mit rund 6900 Zitierungen (Stand Mai 2026).

Publikationen (Auswahl) Weiss, E. M., Kemmler, G., Deisenhammer, E. A., Fleischhacker, W. W., & Delazer, M. (2003). Sex differences in cognitive functions. Personality and Individual Differences, 35(4), 863–875. https://doi.org/10.1016/S0191-8869(02)00288-X Weiss, E. M., Kohler, C. G., Nolan, K. A., Czobor, P., Volavka, J., Platt, M. M., Brensinger, C., Loughead, J., Delazer, M., Gur, R. E., & Gur, R. C. (2006). The relationship between history of violent and criminal behavior and recognition of facial expression of emotions in men with schizophrenia and schizoaffective disorder. Aggressive Behavior, 32(3), 187–194. https://doi.org/10.1002/ab.20120 Weiss, E. M., Kohler, C. G., Vonbank, J., Stadelmann, E., Kemmler, G., Hinterhuber, H., & Marksteiner, J. (2008). Impairment in emotion recognition abilities in patients with mild cognitive impairment, early and moderate Alzheimer disease compared with healthy comparison subjects. American Journal of Geriatric Psychiatry, 16(12), 974–980. https://doi.org/10.1097/JGP.0b013e318186bd53 Kemmler, G., Hinterhuber, H., Deisenhammer, E. A., Ing, C.-M., Strauss, R., & Weiss, E. M. (2009). The duration of the suicidal process: How much time is left for intervention between consideration and accomplishment of a suicide attempt? Journal of Clinical Psychiatry, 70(1), 19–24. https://doi.org/10.4088/JCP.07m03904 Weiss, E. M., Schulter, G., Fink, A., Reiser, E. M., Mittenecker, E., Niederstätter, H., Nagl, S., Parson, W., & Papousek, I. (2014). Influences of COMT and 5-HTTLPR polymorphisms on cognitive flexibility in healthy women: Inhibition of prepotent responses and memory updating. PLOS ONE, 9(1), Artikel e85506. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0085506 Canazei, M., Weninger, J., Pohl, W., Marksteiner, J., & Weiss, E. M. (2022). Effects of dynamic bedroom lighting on measures of sleep and circadian rest-activity rhythm in inpatients with major depressive disorder. Scientific Reports, 12(1), Artikel 6137. https://doi.org/10.1038/s41598-022-10161-8 Weiss, E. M., Harder, M., Staggl, S., Holzner, B., Dresen, V., & Canazei, M. (2025). Evaluation of the effectiveness of a 7-week minimal guided and unguided cognitive behavioral therapy-based stress-management app for students. BMC Public Health, 25(1), Artikel 2266. https://doi.org/10.1186/s12889-025-23399-4

Weblinks Elisabeth Margarete Weiss auf der Website der Universität Innsbruck Publikationsliste auf der Website der Universität Innsbruck Serviceeinrichtung für Studierende der Universität Innsbruck mit Aufmerksamkeitsstörungen, Autismus, Lernstörungen (S-AAL)

Einzelnachweise

Kategorie:Psychologe Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Innsbruck) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Graz) Kategorie:Absolvent der Universität Innsbruck Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1968 Kategorie:Frau Kategorie:Psychiater