Caspar Dauthendey (geboren um 1578 in Friedrichroda, Sachsen-Coburg-Eisenach; gestorben um 1639/1640 vermutlich in Braunschweig) war ein herzoglich braunschweigischer Astronom, Bauverwalter, Geometer, Kartograf und Mathematiker.
Leben Dauthendey trat um 1619 in den Dienst der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel. Im Jahr 1620 erhielt er durch Herzog Friedrich Ulrich als Nachfolger von Johannes Krabbe seine Bestallung als „Mathematicus und Geometra“. Er war zunächst mit der Vermessung des Kaufunger Waldes beauftragt worden, da dessen Grenzverlauf zwischen dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und Hessen strittig war. Im Jahr 1627 wurde er zum Bauverwalter für die fürstlichen Festungs-, Haus- und Schlossgebäude im gesamten Herzogtum und in der Residenzstadt Wolfenbüttel ernannt. Seine Bestallung wurde 1637 durch Herzog August d. J. zunächst erneuert, aber aufgrund der Kampfumstände während des Krieges noch im selben Jahr widerrufen. In den Kirchenbüchern der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis in Wolfenbüttel finden sich Angaben zu seiner Eheschließung am 3. Februar 1624 mit Hedwig Lawen (Laue)Konrad Pöpping: Aenigma Nuptiale Arithmetico-geometricum. Das ist: Christlicher unnd wolgemeineter Anwunsch, auff den Hochzeitlichen Frewdentag deß … Herrn Caspari Dauthendey, Fürstlichen Braunschweigischen wolbestalten Mathematici, Hochzeitern und Breutigambs. Und der Ehrentugentsamen Jungfrawen Hedewigen, deß … Claußen Lawens S. Weiland Fürstl. Braunschw. Mund–Kochs, hinterbliebenen Eheleiblichen Tochter, Hochzeiterin und Braut den 3. Februarii Anni 1624. In der Fürstlichen Festung Wolffenbüttel celebriret und gehalten. Andreas Duncker, Braunschweig 1624. und der Geburt von vier Kindern.Hans-Martin Arnoldt: Caspar Dauthendey. In: Dass er Kinder hatte, geht auch daraus hervor, dass der Schriftsteller Max Dauthendey (1867–1918) in dem Buch über seinen Vater Carl Albert Dauthendey (1819–1889) erwähnt, dass Caspar Dauthendey sein Urahn gewesen sei und dass der älteste Bruder nach diesem auf den Namen Kaspar getauft wurde. In einer Biografie zu diesem Nachfahren Max Dauthendey heißt es, dass Dauthendey im 17. Jahrhundert von England aus an den Hof des Herzogs von Braunschweig gekommen sei. Er soll von dort wegen eines Duells geflohen sein und seinen ehemaligen Adelstitel abgelegt haben, weil er verarmt war. Seine Familie soll wiederum um 1592 von Frankreich aus nach England geflüchtet sein. Ein weiterer Nachfahr soll Albert Wilhelm Detto (1845–1910) gewesen sein, dessen Mutter Charlotte aus der Familie Dauthendey stammte.
Die Familie stammt jedoch aus Friedrichroda, wo sie unter dem Namen Dudendey oder Daudenthey als Fuhrleute bekannt waren. Von dort ging er nach Erfurt, um dort zu studieren. Sein ältester Sohn war Adam David Dauthendey.Hermann Vogt: Die Ahnen des Max Dauthendey. (frankenland.franconica.uni-wuerzburg.de PDF).
Die Karte des Herzogtums wurde unter anderem von Matthäus Merian und Martin Zeiller in ihrem Werk zur Topographia Germaniae verwendet. Dauthendey veröffentlichte zudem Kalender.
Gottfried Müller stach ein Porträtbild von ihm.Caspar Dauthendey diglib.hab.de.
Werke (Auswahl) mini|Karte Ducatus Brunsvicensis mini|Farbige Version der Karte Karten Eigentlicher Abriß des Kaufunger Waldes bei Munden gelegen. 1619 (Staatsarchiv Hannover Nr. 21 k / 15 m.) Ducatus Brunsvicensis fereq[ue] Lünaeburgensis Cum adjacentibus Episcopatibus, Comitatibus, Dominatibus etc… Descriptio Geographica 1623 (Eine Karte des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg zusammengestellt aus den Werken vorheriger Kartografen, die zwischen 1627 und 1630 von Hans Herdan gestochen und bei Gottfried Müller in Braunschweig verlegt wurde).
Schriften
Literatur Fritz Hellwig: Caspar Dauthendeys Karte des Herzogtums Braunschweig (= Quellen zur Geschichte des Vedutenstichs und der Kartographie. Band 2). Verlag Dietrich Pfaehler, Bad Neustadt a. d. Saale 1987, ISBN 3-922923-40-2. Hans-Martin Arnoldt: Aus der Frühzeit der regionalen Kartographie: Die Arbeiten des Geometers Caspar Dauthendey und seine Karte des Herzogtums Braunschweig von 1627. In: Heimatbuch für den Landkreis Wolfenbüttel. 50, 2004, S. 123–129. Hans-Martin Arnoldt: Caspar Dauthendey. In:
Einzelnachweise
Kategorie:Astronom (17. Jahrhundert) Kategorie:Geodät Kategorie:Kartograf (17. Jahrhundert) Kategorie:Mathematiker (17. Jahrhundert) Kategorie:Person (Wolfenbüttel) Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 17. Jahrhundert Kategorie:Mann