Die elektrischen Industrielokomotive Henschel/SSW Typ Burbach wurden bei Henschel und den Siemens-Schuckertwerken (SSW) 1936 in zwei Exemplaren gefertigt. Bei Henschel wurden sie als Typ Burbach im Katalog geführt.

Die Lokomotiven waren Normalspurlokomotiven für den Betrieb unter Oberleitung und mit Akkubetrieb für die verschiedenen Transportarbeiten in den Stahlwerken Röchling-Burbach und trugen dort die Bezeichnung 4 und 5. Später wurden sie von ARBED-Burbach übernommen und trugen dort die gleiche Bezeichnung.

Die Lokomotiven waren bis 1979 in Betrieb und wurden danach ausgemustert und verschrottet.

Geschichte Vorkriegsgeschichte

Für die zahlreichen Rangierarbeiten im Normalspurbereich in ihrem umfangreichen Werkbahnnetz beschafften die Stahlwerke Röchling-Burbach bei Henschel und SSW zwei elektrische Lokomotiven, die außer für den Betrieb unter Oberleitung mit einer Spannung von 550 V auch für nicht elektrifizierte Streckenabschnitte mit einem Akkumulator ausgerüstet waren. Die Fahrzeuge waren für das Rangieren auf sehr engen Gleisradien konstruiert und wurden in der Völklinger Hütte bzw. den zahlreichen Außenwerken auch im Übergabedienst verwendet.

Nachkriegsgeschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zu einem nicht bekannten Zeitpunkt die elektrische Anlage umgebaut, bei der die Betriebsspannung auf 600 V und die Leistung auf 328 kW angehoben wurde.

In den 1970er Jahren wurden sie von ARBED-Burbach unter Beibehaltung der alten Nummerierung übernommen. Die Maschinen wurden 1979 ausgemustert.

Technik

Der mechanische Teil wurde von Henschel und der elektrische Teil von SSW gebaut. Die Lokomotiven waren in Nietkonstruktion erstellte mit einem mittleren Führerstand und zwei Vorbauten, die die elektrische Ausrüstung und die Akkumulatoren enthielten. Die elektrischen Fahrmotoren waren in Tatzlagerbauart ausgeführt. Die Lokomotiven waren für den Betrieb auf sehr engen Kurvenradien mit einem sehr geringen festen Achsstand konstruiert. Von allen elektrischen vierachsigen Industrielokomotiven, die im Henschel-Atlas von 1936 stehen, war das der kleinste feste Achsstand.Karl R. Repetzki: Bau-, Feldbahn-, Kleinbahn- und Industrielokomotiven von Henschel, Steiger-Verlag, Moers 1982/83, ISBN 3-921564-52-2, Seite 100 Die Fahrzeuge hatten eine Zug- und Stoßeinrichtung der Regelbauart und waren mit einem Stromabnehmer auf dem Führerstandsdach versehen.

Die Lokomotiven waren ursprünglich für 550 V ausgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bei einem Umbau der Elektrik die Betriebsspannung auf 600 V und die Leistung auf 328 kW gesteigert. Sie erhielten eine Widerstandssteuerung, womit der vom Stromabnehmer über den zentral gelegenen Fahrschalter gelangte Strom die elektrischen Fahrmotoren steuerte, die in den Drehgestellen als Reihenschlussmotoren ausgeführt waren. Mit dem Fahrschalter konnten auch Bremsbefehle für die elektrische Bremse gegeben werden. Im Führerstand befand sich die Bedieneinrichtung für die Druckluftbremse. Über ein Gestänge waren die Bremshebel der beiden Führerstandsseiten miteinander verbunden. Das ermöglichte beim Rangieren einen raschen Seitenwechsel des Lokführers während der Fahrt.

Literatur

Karl R. Repetzki: Bau-, Feldbahn-, Kleinbahn- und Industrielokomotiven von Henschel, Steiger-Verlag, Moers 1982/83, ISBN 3-921564-52-2 Autorenkollektiv: 50 Jahre Röchling Völklingen, Saarbrücken-Völklingen 1931, Verlag Gebr. Hofer AG, Saarbrücken-Völklingen

Weblinks

Internetseite über die Werkbahn ARBED Burbach auf rangierdiesel.de Internetseite über die Lokomotiven von ARBED-Burbach mit Erwähnung der Nummer 4 und 5 Internetseite über die Historie von ARBED Burbach

Einzelnachweise

Kategorie:Schienenfahrzeug (Henschel) Kategorie:Schienenfahrzeug (SSW) Kategorie:Zweikraftlokomotive Kategorie:Elektrolokomotive für Gleichstrom 600 V