mini|Eingang in die Wielandstraße mini|Stolpersteine Wielandstraße 2 Das Haus Wielandstraße 2 ist ein klassizistisches Wohn- und Geschäftshaus in der Altstadt an der Einmündung zum Theaterplatz in Weimar.

Geschichte In der Wielandstraße an prominenter Stelle an der Einmündung zur Theaterstraße ließ der Arzt Wilhelm Ernst Christian Huschke 1819/20 ein Haus errichten. Huschke war Leibarzt der Familie Goethe und bei der Obduktion Friedrich Schillers dabei. Der Entwurf für das Haus kam von Clemens Wenzeslaus Coudray. Das Haus besticht schon allein durch seine Lage und Größe. In Coudrays Nachlass hat sich laut Rolf Bothe in einer Reihe von Wohnhausentwürfen auch die Fassadenansicht des dreizehnachsigen Gebäudes erhalten. Auch wenn diese keine Signatur hat, besteht laut Bothe an Coudrays Autorschaft kein Zweifel. Das zweigeschossige Gebäude weist die für Coudray typischen Merkmale auf wie Bandrustika im Erdgeschoss, geschosstrennende Gesimsbänder sowie einen leicht vorspringenden Mittelrisaliten, welcher in die Dachzone hineinreicht und ein weiteres Geschoss erhält. Das ursprünglich geplante runde Fenster im Giebel ist in der Ausführung durch ein halbrundes ersetzt worden. Der Grundriss des ersten Obergeschosses weist den von Coudray häufig angewandten langen Mittelkorridor, von dem die einzelnen Zimmer abgehen, auf.

Das Eckhaus ist ein Repräsentant des bauplanerischen Konzeptes von Coudray und seiner Behörde, was sich nicht nur auf einzelne Objekte, sondern auf ganze Straßenzüge wie z. B. die Marienstraße erstreckte. Es förderte die Verbindung zum späteren Goetheplatz und bildete zusammen mit dem Wittumspalais, dem Theater und der gegenüberliegenden Wagenremise, dem heutigen Haus der Weimarer Republik, zugleich eine sinnvolle Umrahmung des Theaterplatzes.Rolf Bothe: Clemens Wenzeslaus Coudray: 1775–1845; ein deutscher Architekt des Klassizismus, Köln; Weimar; Wien: Böhlau, 2013, S. 401 f. ISBN 978-3-412-20871-4. Über die überlieferte Bauausstattung liegen keine Informationen vor. Sicher ist diesbezüglich nur, dass von der bauzeitlichen Ausstattung des Erdgeschosses nichts überliefert sein dürfte, da die Geschäftsräume zu Ende des 19. Jahrhunderts eingebaut wurden. Zu DDR-Zeiten wurde das Gebäude saniert. Ein Foto zeigt das Gebäude im eingerüsteten Zustand.Wielandstraße 2 auf fotoarchiv.weimar.de mini|Gedenktafel für Ernst August Freiherr von Gersdorff Huschke hatte nicht nur dieses an sich sehr stattliche Gebäude in Auftrag gegeben, sondern auch das Haus Schillerstraße 14/14a.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 820. Im Haus Wielandstraße 2 wohnte Ernst August Freiherr von Gersdorff, woran eine Gedenktafel seit dem 1. Februar 2007 erinnert.

Vor der Wielandstraße 2 sind drei Stolpersteine für Mitglieder der Familie Kahn in das Plaster eingelassen sind, die denen zufolge hier arbeiteten.

Die gesamte Wielandstraße steht auf der Liste der Kulturdenkmale in Weimar (Sachgesamtheiten und Ensembles).Denkmalliste Thüringen (Suchmaske) Einzelobjekte der Wielandstraße sind allerdings nicht auf der Denkmalliste verzeichnet.

Weblinks Entwurfszeichnung von Wielandstraße 2 auf www.klassik-stiftung.de

Einzelnachweise

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