mini|Poul Egede Glahn, Photographie von N.E. Sinding. Poul (Paul) Egede Glahn (* 16. September 1811 in Kopenhagen, Dänemark; † 5. Februar 1896 ebenda) war ein dänischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generals. Er kommandierte bedeutende Artillerieverbände in beiden dänisch-deutschen Kriegen.
Biographie Frühe militärische Laufbahn Glahn war der Sohn des Generalmajors Marcus Glahn und dessen Frau Johanne (geb. Schjøth). Er trat früh in den Militärdienst ein und wurde 1830 Sekondleutnant der Artillerie. Er gehörte zu den ersten Absolventen der neu gegründeten Königlichen Militärhochschule, die er nach vier Jahren als Premierleutnant verließ.
Seine frühe Dienstzeit verbrachte er bei der holsteinischen Artilleriebrigade in Rendsburg. Im Winter 1840/41 unternahm er eine ausgedehnte Dienstreise nach Deutschland und Frankreich. 1845 wurde er zum Kapitän (Hauptmann) befördert und diente als Adjutant der Artilleriebrigade.
Schleswig Holsteinische Erhebung (1848–1851) In den ersten beiden Kriegsjahren verblieb Glahn in seiner Funktion als Adjutant. Im Herbst 1849 übernahm er das Kommando über die 3. Batterie (die entsprechend als „Batteriet Glahn“ bezeichnet wurde). Mit dieser Einheit nahm er am 24. Juli 1850 am Gefecht bei Solbro (dem Vorhutgefecht zur anschließenden Schlacht bei Idstedt) teil. Für seinen dortigen Verdienst – die Sicherung des Treene-Übergangs vor der eigentlichen Schlacht – wurde er mit dem Ritterkreuz des Dannebrogordens ausgezeichnet. Der spätere General Frederik Stiernholm diente hier unter seinem Kommando. 1856 erfolgte die Beförderung zum Major und die Ernennung zum Leiter der Artillerie-Unteroffiziersschule, die er bis 1865 führte.
Deutsch-Dänischer Krieg 1864 Während des Deutsch-Dänischen Krieges kommandierte Glahn die Artillerie der 1. Division. Er war maßgeblich an den Kämpfen bei Missunde sowie an den Gefechten vor den Düppeler Schanzen im Februar und März 1864 beteiligt. Im April 1864 wurde er beauftragt, das Trainwesen (Nachschubwesen) der Armee neu zu organisieren. Kurz vor der Eroberung der Insel Alsen durch preußische Truppen wurde er zum oberkommandierenden Artillerieoffizier auf der Insel ernannt. Hier traf er erneut mit Stiernholm zusammen, der als Stabschef der Division bzw. des Oberkommandos der Armee eingesetzt war. Gegen Ende des Feldzuges befehligte er die gesamte dänische Feldartillerie.
Späte Jahre und weiteres Engagement Nach dem Krieg wurde Glahn 1865 Oberstleutnant und Chef des Artillerieregiments. Mit der Heeresreform von 1867 stieg er zum Oberst und Chef des 1. Artillerieregiments auf. Er übte großen Einfluss auf die Entwicklung der dänischen Artillerie aus und war Mitglied zahlreicher Kommissionen.
Zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum im Jahr 1876 wurde er zum Kommandeur 1. Grades des Dannebrogordens ernannt und im selben Jahr mit dem Titel eines Generals in den Ruhestand verabschiedet. In seinen späten Jahren engagierte er sich im gesellschaftlichen Leben, so war er ab 1882 Vorsitzender des Veteranenverbandes De danske Vaabenbrødre.
1891 erhielt er das Großkreuz des Dannebrogordens.
Familie Glahn heiratete am 14. August 1845 in Rendsburg Ottilie Alberta Caroline Elisa Henriette Seyffarth (1821–1904), die Tochter des Obersten Gustav Vilhelm Lucas Henrik Seyffarth. Er verstarb 1896 und wurde auf dem Garnisons Friedhof (: Garnisons Kirkegård) in Kopenhagen beigesetzt.
Literatur
Militær Tidende. Kol. 18 f. S. 54 f. 1896.
Weblinks
Einzelnachweis
Kategorie:Artillerist (Dänemark) Kategorie:General (Dänemark) Kategorie:Befehlshaber (Dänemark) Kategorie:Person in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (Dänemark) Kategorie:Person im Deutsch-Dänischen Krieg (Dänemark) Kategorie:Träger des Großkreuzes des Dannebrogordens Kategorie:Person (Kopenhagen) Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1896 Kategorie:Mann