Jegana Dschabbarowa (* 1992 in Jekaterinburg) ist eine aserbaidschanische Schriftstellerin, Lyrikerin, Essayistin und Literaturwissenschaftlerin, die seit 2024 im deutschen Exil lebt. Ihr autofiktionales Debüt Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt erschien 2023 zuerst auf Russisch und 2025 in deutscher Übersetzung. Für dieses Buch wurde sie 2025 bei den Hamburger Literaturpreisen in der Kategorie Buch des Jahres ausgezeichnet.
Leben Dschabbarowa wurde 1992 in Jekaterinburg in eine aserbaidschanische Familie geboren und ist Lyrikerin, Essayistin und promovierte Literaturwissenschaftlerin. Sie wuchs innerhalb der aserbaidschanischen Diaspora in Russland auf, ein Erfahrungshintergrund, der ihr Schreiben prägt. Dschabbarowa lebt mit einer seltenen neurologischen Erkrankung (generalisierte Dystonie); Linderung brachte eine Operation der tiefen Hirnstimulation. Nach massiven Bedrohungen wegen ihrer Kriegsgegnerschaft und gesellschaftskritischen Positionen verließ sie 2024 Russland. Weil sie queer ist und Minderheiten angehört, musste sie 2024 über Nacht fliehen; inzwischen lebt sie in Hamburg, wo sie mit ihrer Partnerin lebt. Bereits Ende Februar 2022 organisierte sie das Literaturfestival Mesha, dessen Programm feministische und dekoloniale Perspektiven thematisierte und in dessen Verlauf spontan Gedichte der ukrainischen Lyrikszene gelesen wurden.
Wirken Dschabbarowas literarische Arbeit verbindet feministische und dekoloniale Perspektiven auf die russische Gesellschaft und konservative aserbaidschanische Bevölkerungsgruppen, wobei sie koloniale Gewaltverhältnisse kritisch reflektiert. Ihr Debüt Die Hände der Frauen in meiner Familie waren nicht zum Schreiben bestimmt erzählt in klarer, poetischer Sprache und ist in elf Kapitel gegliedert, die jeweils einem Körperteil gewidmet sind. Zentrale Themen sind patriarchale Kontrolle, alltäglicher Rassismus und das Ringen um Zugehörigkeit; zugleich beschreibt das Buch die Krankheitsgeschichte der Erzählerin als paradoxe Befreiungserfahrung. Der Roman wurde 2022 verfasst, 2023 zunächst auf Russisch veröffentlicht und 2025 in deutscher Übersetzung von Maria Rajer herausgebracht.
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