Robert John Beauchamp (* 19. November 1923 in Denver, Colorado; † 22. März 1995 in New York City) war ein US-amerikanischer Maler und Kunstpädagoge. In seinem Werk entwickelte er sich von einer abstrakten Malerei zu einer figürlichen Bildsprache weiter, in der expressive Farben und emotionale Inhalte eine größere Rolle spielen.

Leben Robert Beauchamp begann seine künstlerische Ausbildung 1941 und setzte sie nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 bis 1948 am Colorado Springs Fine Arts Center fort. Dort studierte er gemeinsam mit Boardman Robinson. Von 1943 bis 1946 leistete er Militärdienst in der US Navy. Von 1948 bis 1950 studierte er an der Cranbrook Academy of Art in Bloomfield Hills, Michigan, 1949 unterbrochen durch eine Zeit an der University of Denver. Von 1950 bis 1953 besuchte er die Hans Hofmann School of Fine Arts in New York.

Ab 1960 war er als Lehrer an der Cooper Union for the Advancement of Science and Art in New York tätig. Es folgten weitere Lehrstationen am Brooklyn College (ab 1973) und an der School of Visual Arts (1974–1976). Von 1981 bis 1984 hatte er eine Professur an der University of Georgia inne. Anschließend unterrichtete er an der Art Students League of New York. Robert Beauchamp erhielt verschiedene Förderungen, darunter ein Fulbright-Stipendium mit einem Aufenthalt in Rom im Jahr 1959, ein Stipendium der National Foundation of the Arts im Jahr 1966, ein Guggenheim-Stipendium im Jahr 1974 sowie ein Förderstipendium des National Endowment for the Arts im Jahr 1985.

Robert Beauchamp starb im März 1995 in New York an Prostatakrebs.

Werk In den 1950er Jahren schuf Robert Beauchamp unter dem Einfluss von Hans Hofmann überwiegend abstrakte Gemälde. Nach Abschluss seiner Ausbildung wandte er sich der figürlichen Malweise zu. In den 1960er Jahren weisen seine Arbeiten stilistische Parallelen zu deutschen Expressionisten wie Emil Nolde und Otto Mueller sowie zu dem deutsch-amerikanischen Maler Jan Müller auf. Beauchamp verband Landschaftsdarstellungen mit fantastischen Figuren wie Harpyien, Hexen und Monstern und überlagerte diese mit Farbwirbeln, Tropfen und Klecksen. Ein Beispiel hierfür ist das Gemälde „Yellow Bird“ aus dem Jahr 1969. Ab den 1970er Jahren rückten Selbstporträts sowie Porträts seiner Brüder in den Mittelpunkt seines Werks. Diese Bildnisse sind durch Frontalität und formale Strenge gekennzeichnet und thematisieren persönliche Erfahrungen.

Robert-Beauchamp-Sammlung an der Cantor Art Gallery Die Robert-Beauchamp-Sammlung in der Gerald Cantor Art Gallery des College of the Holy Cross in Worcester, Massachusetts, ging zwischen 2012 und 2016 als Schenkung von Nadine Valenti Beauchamp an das College über und umfasst mehr als 700 Arbeiten auf Papier. Zusätzlich übergab Maurice A. Géracht rund 100 Werke aus seinem Privatbesitz an das College. Robert Beauchamp lebte und arbeitete in einem Atelier in Manhattan und hielt sich zeitweise in Wellfleet, Massachusetts, auf. Zu Lebzeiten wurden seine Arbeiten in Galerien und Museen in den Vereinigten Staaten gezeigt, darunter im Museum of Modern Art und im Solomon R. Guggenheim Museum in New York. Nach seinem Tod verwaltete Nadine Beauchamp den künstlerischen Nachlass.

Der Bestand deckt den Zeitraum von den frühen 1960er Jahren bis zum Todesjahr des Künstlers im Jahr 1995 ab. Die Sammlung besteht aus Zeichnungen, Skizzen und Studien von Menschen, Tieren und Gegenständen. Es sind verschiedene zeichnerische Materialien und Techniken vertreten, darunter Bleistift, Kohle, Farbstift, Graphit und Lithokreide sowie Mischtechniken. In mehreren Werkgruppen sind Varianten einzelner Motive enthalten. Neben den Arbeiten auf Papier befindet sich auch ein Ölgemälde von Robert Beauchamp im Besitz des Colleges, das Selbstporträt Artist in His Studio. Ein Teil der Sammlung wurde von Januar bis März 2018 unter dem Titel „Robert Beauchamp: Four Decades of Works on Paper“ in der Cantor Art Gallery ausgestellt.

Literatur

Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5, Leipzig, 1961.

Harold Osborne: The Oxford Companion to Twentieth-Century Art. Oxford Paperbacks, 1988.

Weblinks

Holy Cross Magazine. Preserving a Legacy: Robert Beauchamp Collection Turns Cantor Gallery Into Unique Classroom and Teaching Tool Whitney Museum of American Art, Sammlung

Einzelnachweise

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