Houseatonic Rumble: Live at Charlie’s Tap ist ein Musikalbum des Bobby Naughton Trios. Die am 5. und 6. April, 27. September und am 10. Oktober 1985 live in der Bar Charlie’s Tap in Cambridge, Massachusetts entstandenen Aufnahmen erschienen am 8. November 2025 auf NoBusiness Records.
Hintergrund Obwohl Naughton in den späten 1960er und 1970er Jahren aktiv an der New Yorker Loft-Szene teilgenommen und sein eigenes Label, OTIC Records, gegründet hatte, zog er sich schließlich aus der Musikszene der Stadt zurück, und arbeitete fortan als Schlosser. In späteren Jahren wurden seine OTIC-Veröffentlichungen wiederveröffentlicht, wie The Haunt (2018), ein OTIC-Album von 1976 mit Wadada Leo Smith und Perry Robinson. Von seinem Trio mit dem Schlagzeuger Randy Kaye und Bassist Joe Fonda erschien 2001 ein Live-Mitschnitt von 1983 an der Yale University unter dem Titel Zoar. Die Aufnahmen auf dem Album Houseatonic Rumble: Live at Charlie’s Tap präsentieren bisher unveröffentlichte Musik dieses Bobby-Naughton-Trios, aufgenommen an mehreren Abenden im Jahr 1985 in einer Bar in Cambridge, Massachusetts.
Titelliste Bobby Naughton Trio: Houseatonic Rumble: Live at Charlie’s Tap (NoBusiness Records – NBCD 182) Bounce 4:53 Shepaug Strut 6:10 Calves 6:10 Nauxtagram 5:55 Housatonic Rumble 2:36 Slant 7:04 Composition 23J (Anthony Braxton) 9:27 Vashkar (Carla Bley) 7:48 José Josh 6:02 Pomperaug Diversions 5:51 Slant (Version 2) 5:35 Shepaug Strut (Version 2) 7:13
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Bobby Naughton.
Rezeption Nach Ansicht von Mark Corroto, der das Album in All About Jazz rezensierte, hat das Vibraphon in den Händen von Bobby Naughton eine umfassendere Funktion entfaltet: Es wurde zu einem neu interpretierten Klavier, das sowohl harmonische Tiefe als auch rhythmische Dynamik bot. Durch die Begegnung mit Free Jazz habe er schließlich ganz zum Vibraphon gefunden, einem Instrument, das ihm erlaubte, Struktur und Freiheit gleichermaßen zu vereinen. Auf diesem Mitschnitt präsentiere Naughton brillante, kristallklare Interpretationen seiner eigenen Kompositionen sowie je ein Stück von Carla Bley („Vashkar“) und Anthony Braxton („Composition 23J“). Die Darbietungen des Trios von „Shepaug Strut“ und „Housatonic Rumble“ würden an die feine Lyrik des Pianisten John Lewis erinnern, umrahmt von Fondas sanftem Coll’arco-Bass und Kayes mitreißendem, aber einfühlsamem Schlagzeugspiel. Naughton bewahre dabei stets eine ruhige, zentrierte Präsenz. Ein modernes Pendant dazu wäre der Vibraphonist Jason Adasiewicz in seinen melodischsten Momenten: Beide Musiker würden durch einfallsreiche Lyrik eine schwärmerische Wirkung erzeugen und sich gleichzeitig eine unverkennbare Avantgarde-Note bewahren. Live at Charlie’s Tap sei ein wichtiges Dokument von Naughtons einzigartiger Stimme und eine Erinnerung daran, wie still und leise transformativ seine Musik nach wie vor ist.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2025 Kategorie:Livealbum