mini|Portrait von Frederic Conrad von Holstein (1771–1853). Frederik Conrad von Holstein (* 19. Februar 1771 in Store Heddinge, Dänemark; † 21. Juli 1853 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Offizier, Hofbeamter und Theaterchef.

Biographie Herkunft und früher militärischer Werdegang Holstein war der Sohn des Bezirksrichters (: Herredsfoged) Adam Caspar von Holstein (1741–1817) und dessen Ehefrau Birgitte (1737–1788), der Witwe des Monatsleutnants Wandal. Er gehörte somit dem norddeutsch-dänischen Adelsgeschlecht Holstein an. Im Jahr 1791 wurde er zum Sekondeleutnant im Seeländischen Infanterieregiment ernannt, von wo aus er 1793 zur Leibgarde zu Fuß (: Livgarden til Fods) übertrat, zunächst als Fähnrich und im Jahr darauf als Sekondeleutnant.

Dank seines gewinnenden Wesens und seiner Bildung erfreute sich der Gardeoffizier bei Hofe großer Beliebtheit. 1799 trat er als Kammerjunker in den Dienst des Kronprinzen, dem späteren König Friedrich VI. Dies war der Beginn einer jahrzehntelangen engen Verbindung, in der Holstein dem Thronfolger in seinen Funktionen als Offizier, Hofbeamter und Theaterleiter diente.

Das Königliche Leibjägerkorps Zunächst schien seine militärische Laufbahn beendet, da er bereits im Folgejahr seinen Abschied nahm. Der britische Angriff auf Kopenhagen von 1801 löste jedoch eine Welle der Verteidigungsbereitschaft im Königreich Dänemark aus, die Männer aus allen Gesellschaftsschichten zu den Waffen rief. Am 15. April genehmigte der König die Aufstellung einer Freiwilligeneinheit unter Holsteins Führung, die den Namen Königliches Leibjägerkorps (: Kongens Livjægerkorps) trug.

Die offiziellen Statuten für die Einheit folgten am 15. August. Darin wurde die Truppenstärke auf Holsteins Vorschlag von ursprünglich 100 auf 400 Mann erhöht und dem Korps eine privilegierte Sonderstellung eingeräumt. Zeitgleich wurde Holstein unter Beförderung zum Major offiziell zum Chef der Einheit ernannt.

Beim erneuten Angriff der Briten 1807 vor Kopenhagen wurden die „Leibjäger“, die mit den sog. Herregårdsskytterne ( etwa: Herrenhausschützen) gemeinsam auftraten, fast täglich vom Kommandanten zur Aufklärung eingesetzt. Sie erwiesen sich als flink und gewannen namentlich Popularität durch ihre kühne Haltung bei den Ausfällen durch das Nord-Tor (: Nørreport) am 28. August und von der Zitadelle an Classens Garten (: Classens Have) am 31. desselben Monats. Aus diesem Anlass wurden das Korps und seine Offiziere auch offiziell geehrt, indem sie den Rang der Linientruppen erhielten.

Chef des Königlichen Theaters Im Jahr 1811 wurde Holstein, der 1808 als Kammerherr bei der Königin angestellt und zum Oberstleutnant befördert worden war (1812 Oberst), zum Chef des Königlichen Theaters (: Det Kongelige Teater) ernannt.

Er bekleidete diese Stellung bis 1840, das heißt genau während des dänischen „Goldenen Zeitalters“, in dem die dramatische Dichtung im Land ihre schönsten Blüten trieb und die Nationalbühne über die besten Kräfte zur Interpretation dieser Dichtung verfügte. Somit war er während seiner langen Amtszeit begünstigt wie wohl kein dänischer Theaterchef vor oder nach ihm.

Spätere Karriere und Auszeichnungen Holstein wurde 1809 mit dem Ritterkreuz des Dannebrogordens und 1817 mit dem Kommandeurkreuz geehrt. 1812 wurde er Dannebrogsmann. 1826 wurde er Oberzeremonienmeister der Königin, 1828 Generalmajor, 1829 Großkreuzträger des Dannebrogordens und im selben Jahr Oberführer beim Trabantenkorps. 1838 avancierte er zum Generalleutnant. Mit der Heeresordnung von 1842 wurde ihm der Abschied aus dem aktiven Dienst gewährt.

Privates und Ikonografie Holstein war verheiratet mit Anna Cathinka, geborene Risting (22. Mai 1782 – 4. September 1843). Er starb am 21. Juli 1853 und ist auf dem Garnisonsfriedhof in Kopenhagen begraben.

Es existiert ein Porträtgemälde von Christoffer Wilhelm Eckersberg aus dem Jahr 1826 im Leibjäger-Gesellschaftshaus, das von Liepmann Fraenckel lithografiert wurde. Zudem gibt es Miniaturen von Mathias Casse (im Frederiksborgmuseum), Stiche von Gilles-Louis Chrétien aus dem Jahr 1843 sowie eine Lithografie der Königlichen Steindruckerei. Er ist zudem, wenngleich ohne Porträtcharakter, auf der Bernth’schen Radierung anlässlich der „Frejas Altar“-Fehde (1819) abgebildet.

Literatur

Weblinks Biographie: Frederik Conrad von Holstein. Auf der Webpage: Classens Have. Link. Abgerufen am 21. Januar 2026.

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