Die Zwergtaschenratte oder Südliche Taschenratte (Thomomys umbrinus) ist ein in den südwestlichen Vereinigten Staaten und in Mexiko verbreitetes Nagetier in der Gattung der Gebirgs-Taschenratten. Die Abgrenzung zur Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae) war längere Zeit unklar. Der ursprünglich angegebene Fundort des Typusexemplars im Südwesten von Louisiana ist sicherlich falsch. Er wurde auf die Bundesstaaten Veracruz oder Puebla in Mexiko korrigiert.

Unterarten und Verbreitung In einem Werk von 2017 werden vier Unterarten gelistet. T. u. umbrinus, im aus Vulkanen gebildeten Band in Zentral-Mexiko. T. u. durangi, im Süden von Durango und in Zacatecas. T. u. goldmani, von den Bundesstaaten Chihuahua und Coahuila bis Durango. T. u. intermedius, von Arizona und New Mexico bis nach Sonora und das nördliche Chihuahua.

Merkmale Männchen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 130 bis 180 mm, eine Schwanzlänge von 65 bis 80 mm und ein Gewicht von 110 bis 180 g. Weibchen wiegen 80 bis 120 g, werden ohne Schwanz 120 bis 170 mm lang und die Schwanzlänge liegt bei 55 bis 70 mm. In Populationen mit großen Exemplaren sind die Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern am deutlichsten. Wie bei anderen Taschenratten ist der Körper bolzenförmig und die Backentaschen tragen innen Fell. Allgemein sind die Tiere in kalten gebirgigen Landschaften deutlich größer als in trockenen Gebieten mit heißen Tagen. Beim hell- bis dunkelbraunen Fell der Oberseite kommt meist ein unscheinbarer dunkler Aalstrich vor. Von den paarig angeordneten Zitzen der Weibchen liegen zwei auf der Brust und vier im Leistenbereich. Kein anderer Gattungsvertreter hat einen diploiden Chromosomensatz mit 78 Chromosomen (2n=78).

Lebensweise Als Habitat dienen Bergwälder, Bergwiesen, Buschflächen und wüstenartige Landschaften mit spärlicher Vegetation. In mittlehohen Lagen bestehen die Wälder meist aus Kiefern und Eichen, während um die Gipfel Nadelbäume dominieren.

Soweit bekannt sind die Tiere an keine Tageszeit gebunden und sie halten keinen Winterschlaf. Die meisten Sichtungen außerhalb des Baus fanden zur Abend- und Morgendämmerung statt. In jedem Bau lebt ein erwachsenes Exemplar für sich. Dadurch ergeben sich Reviere von 30 bis 80 m² Größe. Da sich manchmal viele Baue in einem Gebiet befinden könnten die Populationen als Kolonie betrachtet werden, doch es gibt außerhalb der Paarungszeiten keine soziale Aktivität. Der Bau hat einen tieferen Teil in dem sich das Nest und Vorratskammern sowie Latrinen befinden. Davon breiten sich die Tunnel sternförmig zu den Ausgängen aus. Außerhalb wird nur selten und in der Nähe des Verstecks Nahrung aufgenommen. Die Zwergtaschenratte frisst vorwiegend Wurzeln und Knollen.

Die Fortpflanzungszeit beginnt im tieferen Lagen im zeitigen Frühling und sonst etwas später. Selten kann ein zweiter Wurf im Jahr vorkommen. Bei anderen Gattungsmitgliedern werden meist 4 oder 5 Nachkommen pro Wurf geboren und maximal bis 10. Vermutlich liegen die Werte bei dieser Art ähnlich.

Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt und die Gesamtpopulation wird als groß eingeschätzt. Die IUCN listet diese Taschenratte als nicht gefährdet (least concern).

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Einzelnachweise

Kategorie:Taschenratten