St. Margaretha in Westerkappeln im Tecklenburger Land (im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt) ist die römisch-katholische Hauptkirche der gleichnamigen Pfarrei. Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Margaretha von Antiochia und gehört zum Kreisdekanat Steinfurt im Bistum Münster. Das Gotteshaus (mit Turm) im Stil der Moderne hat 350 Sitzplätze.

Geschichte Die um 800 gegründete Kirche in Westerkappeln gehörte zu den Urpfarren des Bistums Osnabrück und gelangte 1252 an das Bistum Münster. Nach der Reformation wurde das Gotteshaus ab 1598 protestantisch. 1696 gestattete der Besitzer Graf Hans Adolf von Tecklenburg den Katholiken aus Westerkappeln und Mettingen, ihren Gottesdienst in der Kapelle auf Haus Cappeln nahe dem Ortskern zu feiern. Die katholischen Gläubigen aus Westerkappeln, Lotte und Wersen wurden 1831 der Pfarrei Mettingen zugeordnet. In der kleinen Kapelle auf Haus Cappeln hielten Mettinger Kapläne ab 1862 regelmäßig Sonntagsgottesdienst.

Bis in die 1940er Jahre lebten in Westerkappeln nur ganz wenige Katholiken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde durch zahlreiche Evakuierte, Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten stark an. Weil der Platz in der Kapelle nicht mehr ausreichte, entstand 1950 (unter starker Mitarbeit der Gemeindemitglieder) eine Notkirche im Haus Cappeln.

Nach der Abtrennung von Mettingen wurde das Pfarrrektorat Westerkappeln 1952 errichtet und im Februar 1966 zur eigenständigen Pfarrei St. Margaretha erhoben. Die baufällig gewordene Notkirche musste 1980 abgerissen werden. Aber der dazu gehörende neben dem Gemeindezentrum „Reinhildis-Haus“ stehende Glockenturm blieb erhalten.

Die heutige Pfarrkirche wurde 1981/82 nach den Plänen des Architekten Lothar Ratzlaff (Westerkappeln) gebaut und der Märtyrerin Margaretha von Antiochia geweiht. Das Gebäude aus rotem Ziegelmauerwerk und mit Kupferblechdeckung ist ein Zentralbau auf polygonalem Grundriss mit geneigten Deckenflächen. Der alte Glockenturm steht auf quadratischem Grundriss und wird durch ein neues Foyer mit der neuen Kirche verbunden.

Die Gotteshäuser St. Hedwig in Lotte, St. Franziskus in Wersen und die Auferstehungskapelle Langenbrück in Westerkappeln sind Filialkirchen von St. Margaretha.

Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Peter und Paul (Halverde), St. Georg (Hopsten), St. Dionysius (Recke), St. Agatha (Mettingen) und St. Margaretha (Westerkappeln) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Mettingen“.

Glocken Im Turm von St. Margaretha in Westerkappeln hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Bronze:

Margarethenglocke: Schlagton: c2; Ø 76 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1981 Sophienglocke: Schlagton: es2; Ø 63 cm; Gießerei: Otto (Hemelingen); Gussjahr: 1928 Reinhildisglocke: Schlagton: f2; Ø 57 cm; Gießerei: Feldmann & Marschel (Münster); Gussjahr: 1967 Marienglocke: Schlagton: b2; Ø 43 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1950.

Orgel Für die Pfarrkirche St. Margaretha erstellte die Firma Orgelbau Simon (Muddenhagen) 1982 eine Pfeifenorgel mit 13 Registern und mechanischer Traktur.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks Website von St. Margaretha (Westerkappeln) Website vom Kreisdekanat Steinfurt

Einzelnachweise

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