miniatur|Wolfgang Luther in Juist 1931 Wolfgang Luther (* 2. April 1903 in Moskau, Russisches Kaiserreich; † 7. April 1967 auf Korsika) war ein deutscher Biologe und Professor für Zoologie in Marburg und Darmstadt.
Leben Wolfgang Luther war ein Sohn des russlanddeutschen Germanisten und späteren Übersetzers Arthur Luther und von Meta Eberhardt, einer Tochter von Dr. med. Karl Eberhardt, in Moskau. Er besuchte zunächst die höhere Schule der deutschen reformierten Kirchgemeinde.Wolfgang Luther, Versuche über Chemorezeption der Brachyuren, Dissertation, 1930, mit Lebenslauf. Im August 1914 wurde die Familie bei einem Ferienaufenthalt in Deutschland vom Beginn des Ersten Weltkriegs überrascht und musste dort bleiben. Wolfgang Luther legte 1922 die Reifeprüfung in der Oberrealschule im Norden zu Leipzig ab. Ab 1925 studierte er Biologie in Jena, dann in Hamburg, Freiburg im Breisgau und Göttingen, wo er 1929 zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. Danach unterrichtete er am reformpädagogischen Landerziehungsheim Schule am Meer auf Juist in Ostfriesland Biologie, Chemie und Erdkunde.
1936 wurde Wolfgang Luther Leiter des Strahlenbiologischen Forschungslabors im Katharinenhospital in Stuttgart. 1941 wurde er habilitiert und lehrte zusätzlich als Dozent an der Technischen Hochschule. Ab 1942 war er Leiter des Strahlenbiologischen Forschungslabors der Universität Marburg und seit 1947 Assistent am dortigen Zoologischen Institut.Aumüller (Hrsg.), Die Marburger Medizinische Fakultät im „Dritten Reich“, München 2001, S. 722. 1948 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt und übernahm 1952 die kommissarische Leitung des Lehrstuhls für Zoologie nach dem Tod von Professor Alverdes. Ab 1954 war Wolfgang Luther als außerordentlicher Professor und Direktor des Zoologischen Instituts der Technischen Hochschule in Darmstadt tätig.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Seeheim bei Darmstadt, er hielt sich aber auch oft am Mittelmeer auf. Wolfgang Luther starb 1967 auf der französischen Insel Korsika im Alter von 64 Jahren. Er war viermal verheiratet und hatte mindestens drei Kinder.Günter Luther, Das Luther-Nachkommenbuch, Berlin 1987, Nr. 9.2; danach Wolfgang Luther Geneanet und Geni.
Publikationen (Auswahl) Wolfgang Luther veröffentlichte mehrere Publikationen und wissenschaftliche Aufsätze zu biologischen und zoologischen Themen. Versuche über Chemorezeptoren der Brachyuren, Dissertation, Göttingen 1930 Die Unterwasserfauna der Mittelmeerküsten. Ein Taschenbuch für Biologen und Naturfreunde, 1961, übersetzt in das Italienische, Französische, Englische, Niederländische und Spanische
Literatur Aumüller (Hrsg.): Die Marburger Medizinische Fakultät im „Dritten Reich“. München 2001. S. 722 Auerbach Catalogus professorum academiae Marburgensis. Band 2. Von 1911 bis 1971. Marburg 1979. S. 859 Wolfgang Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. Arani, Berlin 1968. S. 1199 (kurzer Auszug)
Weblinks Wolfgang Luther Professorenkatalog der Philipps-Universität Marburg
Wolfgang Luther Geneanet Geni
Einzelnachweise
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