Glenosema ist eine Hautflüglergattung in der Familie der Plattwespen (Bethylidae). Das Taxon geht auf den lothringischen Entomologen Jean-Jacques Kieffer im Jahr 1905 zurück. Typusart ist Glenosema nigra , 1906. Ein Synonym ist Arysepyris , 1905.
Taxonomie Die Gattung Glenosema wurde anfangs der Unterfamilie Epyrinae zugeordnet, später der ausgegliederten Unterfamilie Scleroderminae. Azevedo und Colombo überführten die Gattung aufgrund phylogenetischer Studien in eine eigene Unterfamilie Glenoseminae.
Merkmale Die Gattung Glenosema unterscheidet sich von anderen Gattungen der Scleroderminae bezüglich der Morphologie der Mandibeln. Der Geschlechtsdimorphismus ist ausgeprägt. Die Männchen sind in der Regel makropter (voll geflügelt), während die Weibchen makropter, brachypter oder mikropter sind.
Im Folgenden eine Beschreibung der Gattung nach Azevedo & Van Noort (2019). Die Fühler der Vertreter der Gattung Glenosema besitzen 11 Geißelglieder. Die Mandibeln der Männchen haben 5 distale Zähne, die der Weibchen 7. Der obere Rand der Mandibeln der Weibchen ist fast immer gezähnt. Der Hinterhauptkiel ist vollständig ausgeprägt. Notauli fehlen. Das Parapsidalsignum fehlt nur bei mikropteren und brachypteren Formen. Das Mesonotum ist in ein Anteromesoscutum und einen mesoskutellaren Axillarkomplex geteilt. Die transscutale Furche ist bei mikropteren und brachypteren Formen nicht klar abgegrenzt. Tegulae sind bei allen Formen vorhanden. Die Vorderflügel der makropteren Formen weisen entweder drei geschlossene Flügelzellen (C, R, 1Cu) oder zwei (R, 1Cu) auf. Die Flügelader 2r-rs&Rs ist immer vorhanden, röhrenförmig und lang.
Verbreitung Die Arten der Gattung Glenosema kommen in der Paläarktis, in der Afrotropis, in der Orientalis, in Australien und in der Nearktis vor. Die Gattung ist offenbar nicht in der Neotropis vertreten. Der Gattung wird eine fossile Art zugeordnet: Glenosema electrum in Baltischem Bernstein (Gebiet Kaliningrad) aus dem späten Eozän.
Lebensweise Die Wirte von Glenosema waren laut Colombo & Azevedo (2019) noch nicht bekannt. Die Hautflügler der Gattung Glenosema leben in ariden und semi-ariden Gebieten.
Systematik Der Gattung Glenosema werden etwa 24 Arten (GBIF) zugeordnet, nach anderen Quellen sind es 34 Arten (Stand 2019): Glenosema ahlukileyo , 2019 – Südafrika Glenosema banzi , 2019 – Südafrika Glenosema bifoveatus (, 1906) – Spanien Glenosema bubanzi , 2019 – Südafrika Glenosema deki , 2019 – Südafrika Glenosema dura , 2017 – Jemen Glenosema ebazileyo , 2019 – Südafrika †Glenosema electrum , 2019 – baltischer Bernstein Glenosema icephe , 2019 – Südafrika Glenosema lingana , 2019 – Südafrika Glenosema merceti (, 1906) – Mittelmeerraum Glenosema mina , 2017 – Arabien Glenosema mxinwa , 2019 – Südafrika Glenosema nigra , 1906 – Mittelmeerraum Glenosema niloticum (, 1921) – Sudan Glenosema occitanica , 2005 – Mittelmeerraum Glenosema paulae , 2017 – Arabien Glenosema pedestris , 1906 – Mittelmeerraum Glenosema qaqambile , 2019 – Tansania Glenosema satiae , 2017 – Arabien Glenosema tyaba , 2019 – Südafrika Glenosema tyheli , 2019 – Südafrika Glenosema umphanda , 2019 – Südafrika Glenosema uphahla , 2019 – Südafrika
Einzelnachweise
Kategorie:Parasit bei Wirbellosen Kategorie:Chrysidoideen Kategorie:Chrysidoidea