Adelheid Herrmann-Pfandt (* 1955 in Göttingen) ist eine deutsche Religionswissenschaftlerin, Indologin, Tibetologin und ehemalige Hochschullehrerin an der Philipps-Universität Marburg.
Leben und Wirken Herrmann-Pfandt studierte nach einem freiwilligen sozialen Jahr am Kinderkrankenhaus Waiblingen ab 1975 Religions- und Geistesgeschichte, Religionswissenschaft, Geschichte, Klassische Philologie, Indologie, Tibetologie und Indische Kunstgeschichte an den Universitäten Erlangen und Bonn. 1983 erwarb sie an der Universität Bonn den Magisterabschluss in Religionswissenschaft, Neuerer Geschichte und Tibetologie mit einer religionsgeschichtlichen Arbeit über Dakinis im indotibetischen Raum. Von 1985 bis 1991 war sie hauptamtliche Aussiedlerbeauftragte beim Bundesverband der Landsmannschaft Schlesien. 1990 wurde sie von der Universität Bonn wiederum mit einer Arbeit über Dakinis zur Dr. phil. promoviert. Anschließend arbeitete Herrmann-Pfandt als wissenschaftliche Assistentin im Fachgebiet Indologie/Tibetologie der Universität Marburg. Ab 1994 hatte sie verschiedene Lehraufträge, unter anderem an den Universitäten Bremen, Marburg, Hannover, Göttingen, Frankfurt am Main, Fribourg/Schweiz und Siegen inne.
1999 hielt Herrmann-Pfandt sich ganzjährig am Manjushree Centre of Tibetan Culture in Darjeeling auf, wo sie die tibetische Alltagssprache studierte. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland schloss sie 2001 mit der Arbeit Eine Quellenkunde des esoterischen (tantrischen) Buddhismus in Indien von den Anfängen bis zum 9. Jahrhundert ihre Habilitation ab und erhielt die Venia legendi für das Fach Religionswissenschaft. In der Folge war sie in Marburg als Privatdozentin tätig. 2009 wurde sie dort zur außerplanmäßigen Professorin für Religionswissenschaft ernannt, wo sie bis zu ihrer Emeritierung tätig war. Im selben Jahr war sie Käthe-Leichter-Gastprofessorin für Frauen- und Geschlechterstudien im Bereich der Religionen Südasiens und Tibets am Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde der Universität Wien. Im Rahmen ihres wissenschaftlichen Wirkens hielt sich Herrmann-Pfandt wiederholt in Asien zu Studienaufenthalten auf, darunter mehrfach in Indien, Tibet, Nepal und Bangladesch.
Herrmann-Pfandt ist verheiratet und Mutter einer Tochter.
Forschungsschwerpunkte Herrmann-Pfandts Forschungsschwerpunkte liegen vor allem im Bereich der Religionsgeschichte Indiens und Tibets, insbesondere des tibetischen Buddhismus. Dabei konzentriert sie sich vor allem auf religiöse Kunst und Ikonographie des tibetischen Buddhismus. Auch die Geschlechterforschung und die Rolle der Frau im Buddhismus und Hinduismus bilden einen Schwerpunkt ihrer Forschung."Mönche entscheiden über Nonnen", abgerufen am 20. Januar 2026.Die „Furchtbare Mutter“: Zur feministischen Relevanz eines ungeliebten Phänomens, abgerufen am 20. Januar 2026. Auch destruktive Kulte und Opferrituale wie Menschenopfer gehörten zu ihrer Forschung. 2004 war sie zudem unter anderem Teil des von der DFG geförderten Forschungsprojekts „Schicksalsdeutung und Lebensgestaltung in japanischen Religionen“. Von 2006 bis 2008 plante und leitete sie die Sonderausstellung „Tibet in Marburg“ in der Religionskundlichen Sammlung der Universität Marburg.
Publikationen (Auswahl)
Weblinks
Adelheid Herrmann-Pfandt bei der Universität Marburg Adelheid Herrmann-Pfandt bei dakini.de
Einzelnachweise
Kategorie:Tibetologe Kategorie:Indologe Kategorie:Religionswissenschaftler (20. Jahrhundert) Kategorie:Religionswissenschaftler (21. Jahrhundert) Kategorie:Religionshistoriker Kategorie:Buddhologe Kategorie:Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1955 Kategorie:Frau