rechts|mini|246x246px|Porträt Philipps II. Der Vertrag von Joinville wurde am 31. Dezember 1584 heimlich von der Katholischen Liga unter Führung des französischen Hauses Guise und dem habsburgischen Spanien unterzeichnet. Das Treffen fand in Frankreich in Joinville, in einem Anwesen des Hauses Guise statt. Durch den Vertrag sollte verhindert werden, dass der rechtmäßige protestantische Thronfolger Heinrich von Navarra König von Frankreich wird, was katholische Kreise in Frankreich ebenso wenig wollten, wie die ebenfalls katholischen Habsburger, trotz der habsburgisch-französischen Rivalität. Der Abschluss des Vertrags löste den achten Hugenottenkrieg aus.

Vertragsinhalt Im Vertrag wurde vereinbart:

Philipp II. von Spanien erklärte sich bereit, die Katholische Liga zu finanzieren (50.000 Kronen pro Mitglied) und erkannte Kardinal Charles de Bourbon als Erben von Heinrich III. von Frankreich an. Nach seiner Thronbesteigung würde Charles de Bourbon den Vertrag von Cateau-Cambrésis erneut bestätigen. Der Katholizismus soll die einzige in Frankreich zugelassene Religion sein. Wer nicht zum Katholizismus konvertierte, soll verfolgt werden. Die Dekrete des Konzils von Trient sollen durchgesetzt werden. Das französisch-osmanische Bündnis und die französischen Reisen nach Indien und zu den Azoren sollen eingestellt werden. Gebiete in den Niederlanden, die von "Ketzern" an Frankreich abgetreten worden waren, sollten an Spanien zurückgegeben werden.

Einfluss auf England Im Jahr 1585 wurde der Vertrag in England bekannt. Man glaubte fälschlicherweise, das Ziel des Vertrags sei die Bildung einer katholischen Allianz gegen die Protestanten in ganz Europa.

Elizabeth war jedoch entsetzt über das Alptraumszenario einer katholischen Allianz zwischen Frankreich und Spanien gegen England, auch wenn diese Aussicht aufgrund des langwierigen Konflikts zwischen den Habsburgern und den Franzosen unter dem Haus Valois nur sehr unwahrscheinlich war. Zum ersten Mal befürwortete sie eine direkte militärische Intervention in den Spanischen Niederlanden, wo gerade ein Aufstand gegen die spanische Herrschaft im Gange war. Die Spanier versuchten diesen unter dem militärischen Gouverneur Alexander Farnese, Herzog von Parma mit harten Mitteln zu unterdrücken.

Elizabeths Entscheidung war eine völlige Kehrtwende gegenüber ihrer bisherigen Politik, Rebellen, die gegen die Obrigkeit rebellierten, nicht zu unterstützen, da sie befürchtete, dass sie anfällig für Aufstände der englischen Katholiken sei. Die neue Politik verdeutlichte, wie sehr sie der Vertrag von Joinville beunruhigte.

Als direkte Folge davon unterzeichnete Elizabeth 1585 den Vertrag von Nonsuch mit den Vereinigten Provinzen und finanzierte eine Expedition in die Niederlande unter der Führung von Robert Dudley, 1. Earl of Leicester, mit 7000 bis 8000 Soldaten. Dies war der Auslöser für den Krieg zwischen England und Spanien und führte 1588 zur Entsendung der spanischen Armada.

Siehe auch

Hugenottenkriege

Weblinks

Vertragstext (in Französisch)

Einzelnachweise

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