mini|Clara Tybjerg (1918)

Clara Sophie Tybjerg geb. Sarauw (geboren am 3. März 1864 im Parish Kalvehave bei Vordingborg; gestorben am 14. Januar 1941 in Kopenhagen) war eine dänische Frauenrechtsaktivistin, Pazifistin und Pädagogin. 1915 nahm sie zusammen mit Thora Daugaard an der Internationalen Frauenkonferenz in Den Haag teil. Sie war Mitbegründerin und von 1916 bis 1920 Vorsitzende der Danske Kvinders Fredskæde [dt. Dänischen Frauenfriedenskette], die später zum dänischen Zweig der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (WILPF) wurde.

Herkunft, Ausbildung und Berufstätigkeit Clara Sophie Sarauw kam 1864 in Kalvehave bei Vordingborg im Süden Seelands als Tochter des Försters Conrad August Nicolaus Sarauw (1816–1886) und Betzy Wilhelmine Hansen (1834–1909) zur Welt. Nach dem Tod ihres Vaters zog sie nach Kopenhagen, wo sie als Lehrerin an der Kellerske Åndssvageanstalt arbeitete, die auf die Ausbildung behinderter Kinder spezialisiert war. Anschließend ging sie in die USA, wo sie bis 1892 an der Pennsylvania Training School for Feebleminded Children arbeitete.

Von 1893 bis 1915 arbeitete sie als Englischlehrerin an der H. Adlers Fællesskole, der ersten Schule Dänemarks, in der Mädchen und Jungs gemeinsam unterrichtet wurden. Auch nach ihrem Weggang beschäftigte sie sich weiter mit Fragen der Bildung, insbesondere für behinderte Kinder.

Teilnahme an der dänischen Frauenbewegung Tybjerg engagierte sich aktiv in der dänischen Frauenbewegung. 1913 wurde sie internationale Sekretärin des Danske Kvinders Nationalråd [Dänischer Frauenrat] und Mitglied des Leserinnenverbandes (Kvindelig Læseforening). Gemeinsam mit ihrer Schwester Elna Munch kämpfte für das Frauenwahlrecht, das schließlich 1915 erreicht wurde.

Karriere als Friedensaktivistin 1915 nahm sie an der Internationalen Frauenfriedenskonferenz in Den Haag teil. Nach ihrer Rückkehr nach Dänemark gründete sie zusammen mit Thora Daugaard die Danske Kvinders Fredskæde (DKF), den dänischen Zweig der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit. Tybjerg war verantwortlich für den Aufbau eines Studiennetzwerks aus 30 Frauen, darunter Gyrithe Lemche, Henni Forchhammer, Estrid Hein, Matilde Bajer und Ellen Hørup. Sie reisten durch Dänemark und ermutigten Frauen, Mitglied der DKF zu werden. Diese zahlten dann eine „Friedenskrone“ (Fredskrone) und unterzeichneten eine Liste mit der Forderung nach „Gerechtigkeit statt Macht“. Unter Tybjergs Leitung wuchs die Organisation von 1915 bis 1920 auf rund 10.000 Mitglieder. Nachdem in ganz Dänemark lokale Zweigstellen gegründet worden waren, übernahm sie von 1921 bis 1925 die Kopenhagener Zweigstelle, Thora Daugaard folgte ihr als Vorsitzende der DKF.

Nachdem die Feindseligkeiten des Ersten Weltkriegs endlich abgeebbt waren, organisierte die WILPF eine zweite Konferenz in Zürich. Tybjerg forderte als Vertreterin des dänischen Zweigs, den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Von etwa 1921 an engagierte sie sich aktiv für unterernährte Kinder in Wien und es gelang ihr, viele von ihnen nach Dänemark zu bringen, wo sie in dänischen Heimen gesund gepflegt werden konnten.

Privatleben Tybjerg war seit 1893 mit dem Oberrichter Erland Tybjerg (1863–1925) verheiratet und hatte zwei Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes verbrachte sie in der Folge einige Jahre in Hillerød, wo sie sich weiterhin an Friedensinitiativen beteiligte. Sie starb am 14. Januar 1941 in Kopenhagen und wurde auf dem Tibirke-Friedhof in der Nähe von Tisvilde begraben.

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