hochkant|mini|Georg Friedrich (2021) Georg Friedrich (* 1952 in Immenhausen) ist ein deutscher Sportwissenschaftler und Hochschullehrer. Seine letzte berufliche Wirkungsstätte vor seiner Pensionierung (2018) war die Justus-Liebig-Universität Gießen.
Werdegang Nach seinem Studium der Germanistik, Sportwissenschaft und Pädagogik an der Philipps-Universität Marburg und dem ersten Staatsexamen für das Lehramt der Sekundarstufe II (1977) nahm Friedrich in Marburg ein Promotionsstudium auf. In diesem Zusammenhang war er unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft der Philipps-Universität Marburg tätig. Im Rahmen eines spezifischen Forschungsschwerpunktes zum Schulsport sehgeschädigter Schüler war er 1984 bis 1989 als Lehrkraft im Sportunterricht der Carl-Strehl-Schule/Deutsche Blindenstudienanstalt in Marburg tätig. 1990 erlangte er die Doktorwürde mit der Vorlage einer Dissertationsschrift, die sich mit dem sprachlichen Handeln von Sportlehrern befasste. Die funktionalpragmatische Vorgehensweise, wie sie von Konrad Ehlich entwickelt worden war,Dazu: Konrad Ehlich: Funktional-pragmatische Kommunikationsanalyse – Ziele und Verfahren. In: Wolfdietrich Hartung (Hrsg.) Untersuchungen zur Kommunikation – Ergebnisse und Perspektiven. (Internationale Arbeitstagung in Bad Stuer, Dezember 1985), Berlin: Akademie der Wissenschaften der DDR, Zentralinstitut für Sprachwissenschaft, S. 15–40. (Linguistische Studien, Reihe A, Arbeitsberichte 149). rückte in Friedrichs Untersuchung die Musteranalyse sprachlichen Agierens von Sportunterrichtenden in den Mittelpunkt.
Seine Habilitation im Fach Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Sportpädagogik erfolgte 1998 an der Philipps-Universität Marburg. Ab 1998 war er Hochschullehrer an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, danach (2005–2018) Professor an der Justus-Liebig-Universität Gießen, dort im Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Sportdidaktik.
Außerhalb der Wissenschaft betätigte er sich auch als Vereinstrainer für Volleyball und Badminton.
Forschungsschwerpunkte Die Forschungsschwerpunkte von Friedrich lagen im Bereich der empirischen Unterrichtsforschung zum Schulsport. In einem interdisziplinären Ansatz verband er dabei sportdidaktische und sprachwissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse. In diesem Kontext ging es auch um die Entwicklung und den Einsatz von multimedialen Lehrmitteln und des e-Learnings in diesem Schulfach.Abfrage zu Schriften von G. Friedrich im Forschungsportal des Bundesinstituts für Sportwissenschaft am 23. Januar 2026.
Mitwirkung in wissenschaftlichen Gremien Friedrich übernahm in einer Reihe wissenschaftlicher Gremien Funktionen. Unter anderem war er Sprecher der Sektion Sportpädagogik der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (2000–2002), Vorstandsmitglied der Kommission „Sportpädagogik“ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (2004–2008), Mitglied der NRW-Arbeitsgruppe zur Qualitätsentwicklung im Schulsport (2002–2004), DFG-Fachgutachter für Sportpädagogik (2004–2006), Mitglied im Expertengremium zur Erstellung der Bildungsstandards für den Schulsport in Hessen (seit 2007) und Prodekan des Fachbereichs 06 (Psychologie und Sportwissenschaft) in Gießen (2008–2017).
Engagement Jurymitglied zur Verleihung des Ommo-Grupe-Preises (seit 2015) Europa-Beauftragter im Sokrates/Erasmus-Programm seines Fachbereichs (2006–2018) Vertreter der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft in der Gesellschaft für Fachdidaktik (2014–2018)
Publikationen (Auswahl) Monografien Methodologische und analytische Bestimmungen sprachlichen Handelns des Sportlehrers. Bedeutungen sportpädagogischer Praxis unter Berücksichtigung linguistischer Wissenschaft. Lang. Frankfurt am Main, Bern etc. 1991, ISBN 3-631-43850-8.
Herausgeberschaften zusammen mit Volker Scheid: Sportunterricht inklusiv. entwickeln - planen - durchführen. Hessisches Kultusministerium, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-88327-600-7. Sportpädagogische Forschung: Konzepte – Ergebnisse – Perspektiven. Jahrestagung der dvs-Sektion Sportpädagogik vom 14.–16.6.2001 in Münster (=Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Band 126), Czwalina, Hamburg 2002, ISBN 978-3-88020-403-4. Zeichen und Anzeichen – Analysen und Prognosen des Sports. dvs-Tagung vom 8.–9.10.1998 im Schloß Rauischholzhausen (=Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Band 116). Czwalina, Hamburg 2001, ISBN 978-3-88020-377-8. zusammen mit Eberhard Hildenbrandt: Sportlehrer-in heute. Ausbildung und Beruf. Tagung der dvs-Sektion Sportpädagogik vom 23.–25.5.1996 im Schloß Rauischholzhausen (=Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, Band 83) Czwalina, Hamburg 1997, ISBN 978-3-88020-292-4. Aufsätze zusammen mit Verena Oesterhelt, Erin Gerlach und Elke Grimminger-Seidensticker: Sportdidaktik. In: Martin Rothgangel [und andere] (Hrsg.): Lernen im Fach und über das Fach hinaus. Bestandsaufnahmen und Forschungsperspektiven aus 17 Fachdidaktiken im Vergleich. 2. Auflage. Waxmann Verlag, Münster 2021, S. 391–418, ISBN 978-3-8309-4307-5. Systematische Betrachtungen zur Schulsportforschung. In: Norbert Fessler (Hrsg.): Handbuch Schulsport. Hofmann Verlag. Schorndorf 2010, S. 44–57, ISBN 978-3-7780-4760-6. Erklären von sportmotorischen Bewegungen als Gegenstand systematischer Unterrichtsanalyse und Indikator unterrichtlicher Kompetenzentwicklung. In: Rüdiger Vogt (Hrsg.): Erklären. Gesprächsanalytische und fachdidaktische Perspektiven. Stauffenburg Verlag, Tübingen 2009, S. 189–203, ISBN 978-3-86057-190-3. Zur Analyse sprachlicher Handlungen im Kontext sportpädagogischer Lehr- und Lernprozesse. In: Wolf-Dietrich Miethling, Matthias Schierz (Hrsg.): Qualitative Forschungsmethoden in der Sportpädagogik. Hofmann Verlag, Schorndorf 2008, S. 115–136, ISBN 978-3-7780-4630-2. Multimediales Lehren und Lernen aus sportdidaktischer Perspektive. In: Marco Danisch, Jürgen Schwier, Georg Friedrich (Hrsg.): E-Learning in der Sportpraxis, Sport & Buch, Köln 2007, S. 43–58, ISBN 978-3-939390-21-3. Gesprächsführung – Ausbildungsziel der Lehrerqualifikation. In: Gisela Brünner, Reinhard Fiehler, Walther Kindt (Hrsg.): Methoden und Anwendungsbereiche (=Angewandte Diskursforschung, Band 2), Verlag für Gesprächsforschung, Radolfzell 2002, S. 126–147. Die Analyse von Gesprächen in sportspezifischen Handlungsfeldern. In: Bernd Strauß, Herbert Haag, Michael Kolb (Hrsg.): Datenanalyse in der Sportwissenschaft. Hermeneutisch und statistische Verfahren, Hofmann Verlag, Schorndorf 1999, S. 53–62, ISBN 978-3-7780-7883-9. zusammen mit Eberhard Hildenbrandt: Die Sportwissenschaft entdeckt das Thema Sprache. In: Elisabeth Feldbusch: Ergebnisse und Aufgaben der Germanistik am Ende des 20. Jahrhunderts. Festschrift für Ludwig Erich Schmitt zum 80. Geburtstag, dargebracht von seinen Schülern und Freunden, Olms-Weidmann. Hildesheim, Zürich, New York 1989, S. 380–398, ISBN 978-3-487-09018-4.
Weblinks Prof i.R. Dr. Georg Friedrich auf der Website der Justus-Liebig-Universität Gießen
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Justus-Liebig-Universität Gießen) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Münster) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Mann