mini|Schillerstraße 14 Das Haus Schillerstraße 14/14a ist ein Wohn- und Geschäftshaus mit Seitenflügeln in der Weimarer Altstadt. Es ist das benachbarte Anwesen vom Schillerhaus.

Geschichte Das breit gelagerte in seiner heutigen Größe um 1806 entstandene Wohn- und Geschäftshaus bildet den optischen Abschluss der Hummelstraße nach Nordosten und ist in der Schillerstraße von hoher städtebaulicher Bedeutung. Der zweimalige Knick nach Norden hin, die die Fassade abwinkelt, ist in der Schillerstraße einzigartig. Das Gebäude steht auf einem zur Windischenstraße hin trapezförmig verjüngten Grundriss. Aus der Stellung nach der einstigen Stadtmauer und der Einbeziehung älterer Mauern im Kellergeschoss ergaben sich zahlreiche Unregelmäßigkeiten in der räumlichen Disposition, so auch die oberirdische Lage der hofseitigen Kellerräume. Laut dem Kunsthistoriker Rainer Müller bestand das Hauptgebäude von Anfang an aus zwei eigentumsrechtlich getrennten Hausteilen. So war der Geheime Hofrat und Hofmedikus Wilhelm Ernst Christian Huschke, Leibarzt von Anna Amalia, Eigentümer von Haus 14a. Später waren hier Wohnräume und Kontor des Hoftischlermeisters Hermann Scheidemantel untergebracht. Im ersten Obergeschoss steht auf der Supraporte „H: SCHEIDEMANTEL“. Dessen Sohn Friedrich Scheidemantel expandierte und ließ in der Schwanseestraße 41 eine neue Möbelfabrik und daneben eine neue Villa Brucknerstraße 29 bauen.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 820. Die Symmetrie der horizontal gegliederten klassizistischen Putzfassade wird durch den schwach hervortretenden Mittelrisaliten und das etwas schmalere vierachsige Zwerchhaus betont. Die eingebauten Läden im Erdgeschoss der Vorderseite erlebten Umbauten. Letztmalig geschah ein solcher Umbau 1998. Die Beletage hat Fensterverdachungen. Trotz der erwähnten Eigentumsverteilung erfolgt der Zugang beider Häuser über ein gemeinsames Treppenhaus, welches zentral im Mittelbau angeordnet ist, mit den Läufen um ein quadratisches Treppenauge in die Obergeschosse führt. Außer dem Treppenhaus, dessen klassizistische Farbigkeit 1998/99 nach Befund restauriert wurde, sind die Raumdispositionen mit großzügiger Enfilade in beiden Obergeschossen und zum Teil auch die wandfeste Ausstattung mit Treppengeländer, Flügeltüren und Dielenfußböden aus der Erbauungszeit erhalten geblieben. In den gewölbten Kellerräumen befindet sich ein rundbogiges Renaissanceportal mit Perlstabmotiv am Bogen. Dieses trägt die Jahreszahl 1596 und war wohl der Zugang zur Weimarer Münze. Es liegt zwei Meter unter dem Niveau der Schillerstraße.Portal im Gebäude »Schillerstraße 14« auf fotoarchiv.weimar.de Bemerkenswert sind zwei geometrisch dekorierte Jugendstildecken im ersten Obergeschoss. Die zum Anwesen gehörenden Seitenflügel haben eine Ausstattung aus dem späten 19. Jahrhundert.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar. Band 4.1.: Altstadt. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 477 f.

Huschke wiederum war Auftraggeber seines eigenen Wohnhauses Wielandstraße 2.Rolf Bothe: Clemens Wenzeslaus Coudray: 1775–1845; ein deutscher Architekt des Klassizismus, Köln; Weimar; Wien: Böhlau, 2013, S. 401 f. ISBN 978-3-412-20871-4.

Im Haus Schillerstraße 14 hatte Heinrich Hardtmuth 1885 seine „Dynamomaschine“ in Betrieb genommen. Es war das erste Stromaggregat, das das Weimarer Hoftheater mit Strom versorgte.Axel Stefek (Hrsg.): Energie in Weimar: Vom Mittelalter bis in die Neuere Zeit (= Energiegeschichte der Stadt Weimar. Bd. 1). Hrsg. von der Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs-GmbH durch Axel Stefek. Weimar 2016, S. 215 ff.

Einzelnachweise

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