Die Klasse AB des New Zealand Railways Department (NZR) ist eine Baureihe zweizylindriger Dampflokomotiven mit der Achsfolge 2’C1’ (Pacific), die zwischen 1915 und 1926 in geringfügig verschiedenen Ausführungen von den bahneigenen Addington Railway Workshops, der North British Locomotive Company (NBL) sowie A & G Price (AGP) als Nachfolger der Klasse A in 143 Exemplaren gebaut wurde und damit die zahlreichste Klasse neuseeländischer Dampflokomotiven war. Elf Maschinen kamen in den Jahren 1947 bis 1957 durch den Umbau von Tenderlokomotiven der Klasse WAB in den Hillside Railway Workshops hinzu. Bis 1969 wurden alle Fahrzeuge ausgemustert, sieben blieben museal erhalten.

Geschichte Die 1906 von den Addington Railway Workshops für das New Zealand Railways Department (NZR) hergestellte Lokomotive 409 hatte die Betriebstauglichkeit der Zweizylinderbauweise mit einfacher Dampfdehnung bewiesen. Als Nachfolger der vierzylindrigen Verbundlokomotiven der Klassen A und AD entwickelte das bahneigene Werk in Addington daraufhin eine neue Baureihe von Pacific-Lokomotiven, die Klasse AB.

Im Oktober 1915 wurde die erste Maschine mit der Betriebsnummer 608 in Dienst gestellt. Ab 1921 war auch die North British Locomotive Company (NBL) und ab 1922 A & G Price (AGP) an der Produktion beteiligt. Die von der NBL gebauten Fahrzeuge 732 und 762 gingen bereits beim Transport verloren, als am 31. Mai 1922 das Passagierschiff Wiltshire auf die felsige Küste von Great Barrier Island auflief, und wurden 1923 durch Neubauten mit den gleichen Betriebsnummern ersetzt. Im Oktober 1926 wurde mit der 785 die letzte von 141 Lokomotiven in Betrieb genommen.

Als die Tenderlokomotiven der Klasse WAB auf den Hauptbahnen nicht mehr benötigt wurden, bauten die Hillside Railway Workshops in den Jahren 1947, 1948 und 1957 insgesamt elf Exemplare in die Klasse AB um, die mit ihren geringeren Achslasten für Nebenbahnen geeignet war.

Über viele Jahre hinweg wurde die Klasse AB auf der Nordinsel im Personen- und Güterverkehr eingesetzt. Durch die neuen Dampflokomotiven der Klassen J und K wurden sie in untergeordnete Dienste verdrängt, mit der Einführung der Diesellokomotiven der Klassen DA, DG, DH und DJ in den 1950er Jahren auf die Südinsel verlegt und schließlich ganz abgelöst. Die erste ausgemusterte Lokomotive der Klasse AB war die 745 im Januar 1957 infolge eines Unfalls. Die reguläre Ausmusterung dauerte von Oktober 1958 bis Juli 1969 an. Die meisten Fahrzeuge wurden zerlegt, sieben Exemplare blieben erhalten.

Technik Mit der Achsfolge 2’C1’ besitzen die Schlepptenderlokomotiven ein führendes zweiachsiges Laufdrehgestell, drei im Hauptrahmen gelagerte Kuppelradsätze sowie einen Schleppradsatz. Der Hauptrahmen ist als Blechrahmen ausgeführt. Das mit einfacher Dampfdehnung arbeitende Zwillingstriebwerk wirkt auf den zweiten Kuppelradsatz. Der mit einem Überhitzer ausgestattete Dampfkessel kam nahezu unverändert auch bei den Klassen WAB und WS sowie als Ersatzkessel bei den Klassen AA, G und Q zum Einsatz. Der Vanderbilt-Tender läuft auf zwei zweiachsigen Diamond-Drehgestellen. Innerhalb der Klasse AB bestehen geringfügige technische Unterschiede, unter anderem beim Achsstand und bei den Heizflächen des Kessels.

Erhaltene Fahrzeuge

Betriebsnr.Fabriknr.HerstellerBaujahrIndienst-stellungAus-musterungVerbleib608163NZR Addington1915Okt. 1915Okt. 1967Steam Incorporated663188NZR Addington1917Dez. 1917Jul. 1969Mainline Steam Heritage Trust, betriebsfähig69994AGP1922Aug. 1922Mär. 1968Pleasant Point Museum and Railway, betriebsfähig74522880NBL1922Jul. 1922Jan. 1957Rimutaka Incline Railway Heritage Trust778235NZR Addington1925Sep. 1925Jul. 1969Kingston Flyer795252NZR Hillside1927Dez. 1947Jul. 1969Kingston Flyer, betriebsfähig83223190NBL1925Jul. 1925Dez. 1967Museum of Transport and TechnologyQuellen:

Fotos

Weblinks

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Einzelnachweise

Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 2C1 Kategorie:Schienenfahrzeug (North British Locomotive Company) AB