Jan Harmensz. Krul, auch Jan Hermanszoon Krul oder Krull, (geboren 1601 oder 1602 in Amsterdam; gestorben am 11. April 1646 ebenda) war ein niederländischer Dichter, Dramatiker und Liedschreiber.

Leben Krul war der älteste Sohn des Schlossers Herman Jansz. Krul und dessen Frau Marietje oder Maritgen Symonsdochter, die aus Haarlem stammte. Er hatte einen Bruder, Arent, und eine Schwester, Cornelia Krul.

Krul begann zunächst eine Ausbildung zum Schmied, wechselte jedoch später seinen Beruf und war als Makler und Buchhändler tätig. Er hatte vermutlich eine gute Schulbildung genossen, denn er konnte Schriften in Latein lesen. 1637 wurde er im Register der Makler erwähnt und wurde 1645 in die Zunft der Buchhändler aufgenommen. Bereits in der Kindheit entwickelte sich seine Begeisterung für die Dichtkunst und er las zahlreiche Werke seiner Zeitgenossen, die er zur geistigen Entspannung und Unterhaltung nutzte. Durch diese angeregt übte er sich im Reimen und erlernte auch die französische Sprache. Gegen 1620 schloss Krul sich Theodore Rodenburg (1574–1644) an und wurde Mitglied der Amsterdamer Rederijkers „De Eglentier“.Krul, Jan Harmensz (1601/1602–1646), lid van De Eglentier, Amsterdam. (rug.nl). Er verfasste mehrere Hochzeitsgedichte und Pastourellen in der Art des Romans L’Astrée des Honoré d’Urfé, Minnelieder und Theaterstücke. Nach einigen unerfreulichen Erfahrungen und dem Verlust seines Vermögens nahmen seine Dichtungen einen ernsteren Charakter an. Am 24. Mai 1634 gründete er die Amsterdamer Musijckkammer, eine Stiftung, die sich der Verschmelzung von Poesie und Musik auf der Bühne widmete. 1644 veröffentlichte er den Sammelband Pampiere Wereld ofte Wereldsche Oeffeninge, in dem viele seiner Gedichte enthalten sind. Als Illustratoren für sein Werk Pampiere Wereld ofte Wereldsche Oeffeninge arbeiteten unter anderem Willem Basse, Ferdinand Bol, Gerard Donck und Salomon Savery (1594–1665).

Familie Krul war seit 1628 mit Heijndrickie oder Hendrikje (geborene Bannier; um 1608 – nach 1646) verheiratet,Eheerklärung am 29. April 1628 (openarchieven.nl). einer Tochter des Hendrick Lamberts Bannier (um 1581 – 1659) und dessen Frau Christina Lucasdr (geborene Jarges; um 1545 – nach 1620). Er hinterließ bei seinem Tod vier Kinder.Henk van Heerde: Bannier. In: De Stad Vollenhove door de eeuwen heen (niederländisch, stadvollenhove.nl). Christina Krul Adriaan Jansen Krul (um 1643 – nach 1689 vor 1699) Name nicht bekannt, sie wurde geistliche Jungfrau Hendrina Krul (um 1630 – vor 1670) ⚭ Bernhart Vollenhove

Sein Bruder war Arent Harmansz. Krul war mit Anneke oder Anskie Bannier (* um 1610) verheiratet, einer Tochter des Andries Lamberts Bannier (1580–1637) und dessen erster Ehefrau Aaltje Matthijs (geborene Heymans; um 1580 – 1618), die eine Cousine seiner Frau war. Anlässlich von deren Vermählung am 22. Juli 1631 verfasste er das Heiratsehrengedicht Echts-eer-dicht, over de vereeninghe vanden eersamen ionghman Arent Harmansz. Krvl. Ende […] Anskie Bannier. Der Bruder musste am 3. November 1638 Konkurs anmelden und Kunstwerke aus seinem Besitz verkaufen. Am 31. Januar 1645 erwarb der Kaufmann und Papierhändler Marcus Jordis von Jan Harmansz. Krul 916 Folioausgaben der Pampiere Wereld ofte Wereldsche Oeffeninge sowie 1500 Quartausgaben desselben Werkes. Krul übertrug ihm zudem das Monopolprivileg, das ihm von den Generalstaaten für die Verbreitung seines Werkes gewährt worden war.Crul, Arent Hermanssen research.frick.org (englisch).

Krul wurde am 14. April 1646 in der Nieuwe Kerk in Amsterdam beigesetzt.Beerdigung am 14. April 1646 (openarchieven.nl).

Werke (Auswahl) Helena. Pieter Iansz. Slyp, Amsterdam 1634 (Drama) Diana in Liefde Bloeyende. Pieter Iansz. Slyp, Amsterdam 1634 (Drama wurde am 7. Februar 1623 aufgeführt). Amstelsche Linde, ofte ’t Hof der Nimphen. Amsterdam 1627 (dbnl.org) Vermakelijcke Dyren, 1628 (dbnl.org). Eerlycke tytkorting bestaende in verscheyde rymen. Van Marckt & Jansen, Haerlem 1634 (babel.hathitrust.org Mit dem Stich von Salomon Savery als Titelbild). Minne-spiegel ter deughden, bestaende in verscheyde minne-beelden, minne-wetten, soet-gevoysde liedtjes, ende comedien (waer van eenige getrocken uyt de Fransche Astrea) : vertoonende als spiegels aen de minnende ionckheyt, om haer aen te wijsen de middelen tot een eerlijcke vryagie. Cornelis Danckertsz van Zeevenhoven, Amsterdam 1639 (). Christelyke Offerande. Cornelis Dircksz Kool, Amsterdam 1640. Pampiere Wereld ofte Wereldsche Oeffeninge – waer in begrepen zijn meest alle de rijmen en werken. Amsterdam 1644 (). Pastorel van Cloris en Philida. Nicolaes van Ravesteyn, Amsterdam 1647. Hellevaert van Rodomond, gerijmt in ’t jaer 1645. J. Lescaille, Amsterdam 1648.

Übersetzungen Blinden-minnaer van Smirne. A. Karelsz, Amsterdam 1648 (aus dem Französischen, Originaltitel: L’aueugle de Smyrne. Augustin Courbé, 1639. Tragikomödie nach François Le Métel de Boisrobert, Guillaume Colletet, Pierre Corneille, Claude de L’Estoile und Jean Rotrou).

Literatur

N. C. H. Wijngaards: Jan Harmensz Krul als schrijver voor de Amsterdamse Klopjes. In: Spiegel der Letteren. 3. Jahrgang, Nr. 2, 1959, S. 134–147 (niederländisch, dbnl.org).

Weblinks

Werke von und über Jan Harmensz. Krul dbnl.org (niederländisch) Bildnis eines Mannes, möglicherweise des Dichters Jan Harmensz. Krul altemeister.museum-kassel.de (Zu dem Gemälde von Rembrandt van Rijn um 1633)

Einzelnachweise

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