Basma al-Sharif (; * 1983 in Kuweit) ist eine palästinensisch-US-Amerikanische Künstlerin und Filmemacherin.

Leben und Wirken Basma al-Sharif, geboren als Tochter palästinensischer Eltern, wuchs in Frankreich und den Vereinigten Staaten auf. 2007 erwarb sie einen Master of Fine Arts an der Universität von Illinois in Chicago. Sie lebt in Berlin und arbeitet nomadisch zwischen dem Nahen Osten, Europa und Nordamerika. In Texten zur Ausstellung Doppelgänging wurde zudem hervorgehoben, dass sie mit einem US-amerikanischen Pass reist, was die Ambivalenzen ihrer Mobilität thematisiert.

Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Kino und Installation und veranschaulicht die menschliche Erfahrung angesichts politischer Konflikte; häufig konfrontiert sie das Erbe des Kolonialismus in satirischen, immersiven und lyrischen Formen. Sie präsentiert ihre Filme oft in Installationen, in denen sie Fotografien, Archivbilder, Texte, Zeichnungen, Collagen und Möbel kombiniert. 2014 konfrontierte sie in Doppelgänging die Darstellung einer Realität (eine E-Mail schreiben) mit ihrer körperlichen Erfahrung (auf eine Genehmigung zu warten, um Angehörige in Israel zu besuchen). Für Les Barbares (Panorama 25, 2023) entwickelte sie eine Erzählung einer Zugreise über eine in der Kolonialzeit errichtete Bahnlinie vom Libanon nach Ägypten über das Gebiet des früheren Völkerbundsmandats Palästina und konfrontierte diese mit Archivbildern. 2017 realisierte sie den auf 16 mm gedrehten Langfilm Ouroboros, der den zyklischen Kreislauf von Aufbau und Zerstörung im Gazastreifen reflektiert.

2024 zeigte De Appel in Amsterdam mit The Place Where I was Condemned to Live ihre erste Einzelausstellung in den Niederlanden; die Schau versammelte Filme und Installationen zu Fragen von Häuslichkeit, Land und Exil. 2025 erschien ihre erste Monografie Semi-Nomadic Debt-Ridden Bedouins (Lenz Press), die nahezu zwei Jahrzehnte ihres Schaffens mit Essays und Bildstrecken dokumentiert.

Themen und Positionen In ihrer Arbeit thematisiert al-Sharif die Geschichte Palästinas aus der Perspektive von Diaspora und Exil, wobei sie den Außenblick und subjektive Erfahrungen von Entortung reflektiert. Im Januar 2026 löste eine Einladung von Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf zu einer hochschulinternen Veranstaltung mit al-Sharif eine breite öffentliche Debatte aus, in der jüdische Organisationen der Künstlerin u. a. israelbezogenen Antisemitismus vorwarfen, während die Hochschule auf Kunst- und Wissenschaftsfreiheit verwies. Die Akademie erklärte die Veranstaltung aufgrund massiver Drohungen zur nicht-öffentlichen Lehrveranstaltung; sie fand am 21. Januar 2026 „konzentriert und sicher“ statt. Vor dem Gebäude protestierten am Abend des 21. Januar rund 80 Personen; unter den Teilnehmenden war auch die NRW-Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur (Grüne). Im Zuge der Auseinandersetzung forderte die Jüdische Gemeinde Düsseldorf den Rücktritt der Rektorin Donatella Fioretti; Kulturministerin Ina Brandes bestellte die Rektorin zu einem Gespräch ins Ministerium und verlangte eine öffentliche Stellungnahme der Hochschule. Bereits im Vorfeld hatten mehrere Verbände öffentlich die Ausladung al-Sharifs gefordert, was wiederum von verschiedenen Seiten mit dem Verweis auf die Kunstfreiheit kritisiert wurde. Die Künstlerin erhob ihrerseits den Vorwurf, die deutsche Politik unterstütze Israel seit Jahrzehnten weitgehend unkritisch; dies betreffe alle Parteien, mit Ausnahme von Teilen der Grünen und der Linken; am weitesten gehe die Solidarität mit Israel bei der AfD.Basma al-Sharif: „Oldmasters“. Companion booklet to the exhibition. Explanations and reflections. 2025: 3.

Ausstellungen Doppelgänging, Galerie Imane Farès, Paris, 2014. The Gap Between Us, The Mosaic Rooms, London, 2018. A Philistine, Galerie Imane Farès, Paris, 2023. Les Barbares, Le Fresnoy, 2023. The Place Where I was Condemned to Live, Amsterdam, 2024. Semi-Nomadic Debt-Ridden Bedouins, Galerie Imane Farès, Paris, 2025.

Auszeichnungen Prix Marion McMahon, We Began by Measuring Distance, Images Festival, Toronto, 2012. Lobende Erwähnung, Media City Film Festival für Home Movies Gaza, Windsor, 2013. Erster Preis für Deep Sleep, VIDEOEX, Festival des experimentellen Films, Zürich, 2014. Hauptpreis des Internationalen Wettbewerbs, Internationale Kurzfilmtage Winterthur, für Morgenkreis, 2025.

Einzelnachweise

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