Aloys K. Klingen (* 17. November 1930 in Düsseldorf) ist ein deutscher Bildhauer und Zeichner. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Leben und Ausbildung Aloys K. Klingen wurde 1930 in Düsseldorf geboren. Nach einer Ausbildung zum Steinmetz begann er 1953 ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bruno Goller. Nach wenigen Semestern wechselte er in die Klasse von Zoltán Székessy und wurde 1957 dessen Meisterschüler. Bereits während und nach dem Studium entwickelte er eine eigenständige plastische Formensprache, die sowohl von handwerklicher Präzision als auch von einer ausgeprägten Materialsensibilität geprägt ist.
Werk Klingens bildhauerisches Werk umfasst Skulpturen aus Stein, Holz, Bronze und Ton. In seinen frühen plastischen Arbeiten zeigen sich formale Anregungen aus der Welt technischer Geräte und Maschinen.Yvonne Friedrichs: Klingen beschwört die Magie des Dings. Zweite Ausstellung der "Galerie im Schmitz KG-Haus", In: Rheinische Post. Düsseldorfer Feuilleton, 22. September 1971. Ab den 1970er Jahren veränderte sich seine künstlerische Sprache: Skulpturen und Objekte wurden mit Bleiblech umkleidet, mit Leinen oder Nessel überzogen und in dunklen, erdigen Farbtönen gefasst. Diese Werkphase ist Ausdruck einer intensiven Auseinandersetzung mit der Kunst des alten Ägypten sowie mit afrikanischer Skulptur.
Seit den 1980er Jahren rückten neben Zeichnungen und Arbeiten auf Papier vor allem kleinformatige plastische Terracotta-Arbeiten mit „sensiblen Gravuren“ stärker in den Mittelpunkt seines Schaffens.
Sakrale Kunst und Kunst am Bau Ab dem Ende der 1950er Jahre realisierte Klingen zahlreiche Konzepte für sakrale und profane Bauten, vor allem im Rheinland, aber auch darüber hinaus. Ein Schwerpunkt seines Werks liegt in der Innengestaltung moderner Kirchen sowie in der künstlerischen Neugestaltung historischer Kirchenräume in den 1960er und 1970er Jahren. Mit großformatigen plastischen Objekten setzte er dort markante künstlerische Akzente.
An erster Stelle ist hier die am 27. April 1968 geweihte Kirche St. Johannes Baptist in Wyler zu nennen, deren künstlerische Innenausstattung mit dem beherrschenden Altar als grau-grünem Westerwälder Trachit, dem Tabernakel, dem Ambo und dem bronzenen Altarkreuz, sowie den sechs Altarleuchtern, dem Ewigen Licht und dem Osterleuchter vollständig in Klingens Händen lag.Unbekannter Autor „Y“: Auf den Trümmern des Krieges entsteht sie. Die neue Kirche von Wyler soll nächstes Jahr eingeweiht werden. In: Rheinische Post, Kleve, 23. Dezember 1966.Erich Stecher: Moderne Form und alte Tradition. Gegensätzlichkeit und doch Harmoniegedanken – Neue Kirche in Wyler vollendet. In: Rheinische Post, Kleve, 03. April 1968. Die ebenfalls von Klingen für den Bau konzipierte, circa vier Meter hohe Skulptur des Johannes, aus Westerwälder Trachit, wurde vor dem Eingang 1973 aufgestellt.
Auch die Innenausstattung der am 12. August 1971 geweihten Kirche Christi Auferstehung in Bonn-Röttgen trägt seine Handschrift. Dort gestaltete er den Altar, den Ambo, den Tabernakelbau, der Orgelprospekt, den Osterleuchter sowie die Türgriffe und die Portalverkleidung.
Weitere kirchliche ArbeitenYvonne Friedrichs: Farbchemie und Lyrik. Fritz Levedag zum Gedächtnis. In: Rheinsche Post, Düsseldorfer Feuilleton, 27. Oktober 1976. entstanden unter anderem für:
St. Hubertus in Kalkar-Kehrum (Altar, Tabernakel mit Stele, Ambo, Apostelleuchter) St. Martinus in Pulheim-Stommeln (Altar, Gitter zum Seitenschiff) St. Maria unter dem Kreuz in Düsseldorf
Darüber hinaus schuf Klingen Werke für verschiedene Profanbauten in Emmerich, Aschaffenburg und Düsseldorf, für Gebäude des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Hannover, Fulda und Limburg sowie für Schulen in Düsseldorf.
Wichtige Partner waren unter anderem die Architekten Toni Hermanns und Heinrich Dölken.
Ausstellungen Klingen war an verschiedenen Ausstellungen beteiligt.
Gruppenausstellungen „Grosse Kunstausstellung NRW“, Kunstpalast Düsseldorf (seit 1957)
„Gruppe 53“, Kunsthalle Düsseldorf (1958)
„Junger Westen“, Recklinghausen, (1963) „Kunst am Bau“, Leverkusen, Schloß Morsbroich (1966) „Deutsche Kunst im 20. Jahrhundert. Malerei und Plastik in Privatbesitz“, Aachen, Suermondt-Museum (1967) „Kleinplastik“, Hagen, Karl-Ernst-Osthaus-Museum; Braunschweig, Städtisches Museum; Hamm, Gustav-Lübcke-Museum; Remscheid, Ausstellungsräume im Stadttheater; Duisburg, Städtisches Museum (1959–60) Fritz Levedag, Maler – Aloys Klingen, Bildhauer. Atelier-Galerie Kreitlow-Stantschev, Düsseldorf (10. Oktober bis 12. November 1976)
Einzelausstellungen „Plastik – Zeichnung“ A.K. Klingen, Kempen/Niederrhein, Heilig-Geist-Kapelle (27. März - 11. April 1966)Richard R. Tristram: Vom Gegenstand zur Abstraktion. Ausstellung des Bildhauers A. K. Klingen in Kempen. In: Grenzland Kurier, 26. März 1966. Unbekannter Autor: Klingen-Ausstellung in Kempen. In: Westdeutsche Zeitung, 26. März 1966. „Klingen“, Düsseldorf, Galerie im Schmitz KG-Haus (Vernissage am 10. September 1971) „Plastische Innenbilder. Objekte und Zeichnungen von Aloys K. Klingen“, Düsseldorf, Künstlerverein Malkasten (11. September - 5. Oktober 1990)
Bedeutung Aloys Klingen zählt zu den Bildhauern der Nachkriegszeit, die insbesondere im Bereich der sakralen Kunst und der Kunst am Bau das Erscheinungsbild moderner Kirchenräume nachhaltig geprägt haben. Sein Werk verbindet handwerkliche Tradition, archaische Formensprache und zeitgenössische Abstraktion.
Anlässlich der Ausstellung Klingens in der Galerie im Schmitz KG-Haus schrieb die Düsseldorfer Kunstkritikerin Yvonne Friedrichs:
Einzelnachweise
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