mini|Gotthard Joachim Georg Schwartzkopf Gotthard Joachim Georg Schwartzkopf († 24. April 1907 in Lübeck) war ein deutscher Kaufmann und Mitglied der lübeckischen Bürgerschaft.
Leben Herkunft Schwartzkopf war ein Sohn des am 18. Februar 1872 verstorbenen langjährigen Mitglied der Lübecker Bürgerschaft F. W. Schwartzkopf.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 14. Jahrgang, Nummer 16, Ausgabe vom 25. Februar 1872, S. 88.
Laufbahn mini|hochkant=0.6|Mengstraße 33–35 Heinrich Wilhelm Schwartzkopf, sein älterer Bruder, war Mitgründer der Handlung Cabell & Schwartzkopf. Mit gleichem Interesse vertrat er neben August Rehder und Heinrich Mann sen. als Direktionsmitglied der Lübeck-Finnländischen Dampfschifffahrts-GesellschaftLocal- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 14. Jahrgang, Nummer 18, Ausgabe vom 3. März 1872, S. 99–100. nicht nur die Angelegenheiten der Stadt, Angelegenheiten der Stadt := Alle Aufgaben, Bedürfnisse und Interessen, die das Zusammenleben und die Organisation der Stadt betreffen. sondern auch die seines Hauses. So erweiterte Gotthard Joachim Georg Schwartzkopf nach seiner Lehrzeit seine erworbenen Kenntnisse im Ausland. Für dies war er im zum Russischen Reich gehörenden Großfürstentum Finnland in Wiborg tätig und beteiligte sich dort an geschäftlichen Unternehmungen seines Vetters in Sankt Petersburg und Moskau.
Nachdem sein Bruder am 31. März 1872 nach kurzer schwerer Krankheit verstarb, kehrte Gotthard Joachim Georg im Herbst nach Lübeck zurück, um das verwaiste Geschäft in der Mengstraße 33/35 Ecke Gerade Querstraße, siehe rechts, fortzuführen. Als der Gebäudekomplex in den 1880ern abgerissen werden sollte, verlegte man den Geschäfts- und Hauptwohnsitz näher an das Zentrum in die Nummern 20/21. Dieser Ort signalisierte zudem die gestiegene Reputation des Hauses nach außen hin.
Die Familie Schwartzkopf hatte jenseits des Senatorsteiges am Eingang der Roeckstraße in St. Getrud eines der älteren Gartenhäuser als Sommerhaus. G. J. G. Schwartzkopf †. In: Lübeckische Blätter, 49. Jahrgang, Nummer 18, Ausgabe vom 5. Mai 1907, S. 248. Als sich Schwartzkopf zurückgezogen hatte, verlegte der Senior seinen Wohnsitz hierhin.
Familie Schwartzkopfs Sohn Heinrich war sein Nachfolger. Er verstarb 60-jährig am 31. Juli 1923.Wochenschau. In: Vaterstädtische Blätter, Jg. 1922/23, Nr. 24, 26. August 1923, S. 96. Heinrichs jüngerer Bruder Johannes Friedrich, Weingroßhändler, Teilhaber der Firma Heick & Schwartzkopf und Pächter des Schabbelhauses, verstarb im Alter von 52 Jahren bereits am 15. Juli 1923.Wochenschau. In: Vaterstädtische Blätter, Jg. 1922/23, Nr. 22, 29. Juli 1923, S. 88.
Kaufmannschaft Auf der Versammlung der Handelskammer, Vorstand der Kaufmannschaft, am 12. Mai 1876 beschloss man in Nachgebung des §14 der Kaufmanns-Ordnung zur Wiederbesetzung des durch den Tod Johann Andreas Wolpmanns freigewordenen Sitz einen Nachfolger zu wählen. Entsprechend wurden am 27. Juni ihre Ausschüsse ergänzt. So ersetzten in dem Kassenausschuss Schwartzkopf und August Heinrich Peter Wohlert Ferdinand Dahlberg und Carl Hinrich Friedrich Buck, sowie Franz Georg Friedr. Gossmann und Schwartzkopf Gust. Georg Eschenburg und Wolpmann als Holzwrake gewählt.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 18. Jahrgang, Nummer 55, Ausgabe vom 9. Juli 1876, S. 319. Der Börsen-Ausschuss der Kammer wurde am 2. Juli 1878 mit Schwartzkopf für den ausscheidenden P. C. H. Kasch ergänzt.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 20. Jahrgang, Nummer 55, Ausgabe vom 10. Juli 1878, S. 322. Da die Mitgliedschaft in der Kammer zeitlich begrenzt war, schied Schwartzkopf turnusmäßig am 12. Juni 1881 wieder aus ihr.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 23. Jahrgang, Nummer 46, Ausgabe vom 8. Juni 1881, S. 267.
Ein Schreiben des Reichseisenbahnamtes, das von einem neuen Eisenbahn-Frachtbrief-Formular begleitet wurde und um eine gutachtliche Erklärung darüber bat, wurde der Kammer durch ein Rundschreiben des Ausschusses des Deutschen Handelstages aus Berlin vom 23. Februar 1877 übermittelt. Das Formular wurde an die hierfür aus Hermann Lange, Schwartzkopf und Georg Wilhelm Stange gebildete Kommission überwiesen.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 19. Jahrgang, Nummer 21, Ausgabe vom 14. März 1877, S. 113.
Ein Schreiben der Berginspektion in Segeberg vom 6. August 1880 berichtete, dass die Inspektion beauftragt worden sei, sich in Lübeck über die Höhe der dortigen Schiffsfrachten für Salz zu den Ostseehäfen zu erkundigen und wie viel Salz zur See in der Hansestadt ein- und ausgeführt würde. Für die Frage der Ausfuhr von Salz und etwaigen anderen Produkten des Segeberger Bergwerks setzte die Kammer daraufhin am 10. August 1880 eine aus Stange, Georg Arnold Behn, Friedrich Heinrich Bertling, Schwartzkopf und Heinrich Gaedertz bestehende Kommission ein.Versammlung der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 22. Jahrgang, Nummer 71, Ausgabe vom 3. September 1880, S. 407.
Zu der Frage der Deckung von Beerdigungskosten wurde am 21. November 1880 eine Kommission, der auch Schwartzkopf angehören sollte, gebildet. Sie beriet die Frage der Einrichtung einer Kaufleute-Witwen-Kasse.Versammlung der Kaufmannschaft. In: Lübeckische Blätter, 22. Jahrgang, Nummer 93, Ausgabe vom 21. November 1880, S. 538–539.
Der Wirkliche Geheime Oberfinanzrat Richard Krieger in Altona, Provinzial-Steuerdirektor und Lübeckischer Oberzolldirektor, war von 1883 bis 1901 nebenamtlich für Lübeck durch den Aufbau und die Leitung dessen neuer Landeszollverwaltung nach neuem Reichsrecht tätig. 1900 sollte er mit der Gedenkmünze Bene Merenti die höchste Auszeichnung des Staates erhalten. Zu seinem fünfzigjährigen Jubiläum am 19. Mai 1890 widmete der Hohe Senat dem Jubilar einen Ehrenpokal. Die aus Bertling und Schwartzkopf bestehende Deputation der Lübecker Handelskammer sprach ihm deren Glückwünsche aus.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 32. Jahrgang, Nummer 41, vom 21. Mai 1890, S. 248.
Die Kammer hatte einen Antrag auf Erlaß einer Pensions-Ordnung für die Angestellten der Kaufmannschaft gestellt, der der Kaufmannschaft am 4. Dezember 1891 zur Beratung vorlag. Sie setzte hierfür eine aus Senator Johannes Fehling, Theodor Buck und Georg Adam Schickedanz sowie Präses Lange und die Mitglieder Schwartzkopf und Ernst Stiller von der Kammer gebildete Kommission ein. Jene empfahl unter Änderung einiger Bestimmungen des Entwurfes zu Gunsten der Kaufmannschaft einstimmig die Annahme der Handelskammervorlage. Entsprechend genehmigte die Kaufmannschaft die Ordnung in der von der Kommission ihr gegebenen Fassung. Die Pensionsordnung für die Beamten der Kaufmannschaft wurde in durchgehender Übereinstimmung mit dem Pensionsgesetz für die Staatsbeamten gehalten. Bei einer mindestens fünfunddreißigjährigen Dienstzeit konnte hier der höchste Pensionssatz von 45/60 erreicht werden. Auf der von 60 Mitgliedern besuchten Versammlung am 8. April 1892 wurde der Handelskammerantrag einstimmig angenommen.Versammlung der Kaufmannschaft. In: Lübeckische Blätter, 34. Jahrgang, Nummer 29, vom 10. April 1892, S. 168–169.
Auf der am 29. Juni 1893 in der Börse abgehaltenen Juniversammlung der Kaufmannschaft wurden an Stelle der turnusmäßig ausscheidenden Handelskammermitglieder Schwartzkopf, Christian August Siemssen und Hans Christ. Wilh. Eschenburg die Herren Wohlert, Heinr. Johs. Joach. Schultz und Johann Heinrich Evers erwählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 35. Jahrgang, Nummer 53, vom 2. Juli 1893, S. 312. Am 18. Juni 1895 wurde Schwartzkopf von der Kaufmannschaft wieder hineingewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 37. Jahrgang, Nummer 49, vom 19. Juni 1895, S. 332.
Bei den Ergänzungswahlen der Handelskammer ersetzten 1896 Wilhelm Marty und Schwartzkopf Georg Eduard Tegtmeyer und Stiller als Mitglieder des Börsenausschusses sowie Schwartzkopf Stiller als Mitglied des Ausschusses für den Jahresbericht. Die Kommission zur Berathung des Entwurfs eines Handelsgesetzbuches wurde aus Schwartzkopf Lange, Johann Heinrich Evers, Charles Hornung Petit, Carl James Rehder, Heinrich Gustav Scharff und Rudolf Thiel gebildet.Auszug aus dem Protokoll der Versammlung der Handelskammer vom 7. Juli 1896. In: Lübeckische Blätter, 38. Jahrgang, Nummer 41, vom 19. Juli 1896, S. 314–315.
Im Juli 1897 wurde Schwartzkopf, nachdem Fehling vom zweiten zum ersten Stellvertreter des Präses aufrückte, zum zweiten Stellvertreter gewählt. Zudem wurde Schwartzkopf zu Fehlings Nachfolger im Ausschuss für die Verwaltung der Testamente und Präbenden gewählt.Mitteilungen der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 39. Jahrgang, Nummer 29, vom 18. Juli 1897, S. 357–358.
Mittels eines Dekrets vom 2. Juli 1898 bestätigte der Senat die Handelskammerwahl vom 30. Juni 1898 auf Grund des § 15 der Lübeckischen Kaufmannsordnung vom 30. Juni 1898. Bei dieser wurde Schwartzkopf als zweiter Stellvertreter des Präses bestätigt und würde das Amt die nächsten zwei Jahre bekleiden. Zu Mitgliedern des Ausschusses für die Verwaltung der Testamente und Präbenden wurden ab dem 28. Juli 1898 an Stelle der bisherigen Präsiden die neuen Präsiden. Des Weiteren erwählte man Schwartzkopf für Lange in die gemischte Commission zur Beschaffung von Lösch- und Ladeplätzen, sowie Gleisen am Hafen.Mitteilungen der Handelskammer. In: Lübeckische Blätter, 40. Jahrgang, Nummer 30, vom 24. Juli 1898, S. 370–371.
Wirtschaftsförderer Ein gemischte Kommission aus dem Senat (Gabriel Christian Carl Hermann Schroeder und Heinrich Mann) und der Handelskammer (Suckau, Hinrich Christian Otto, Wohlert, Bertling, Schwartzkopf, Stange und Lange) erörterte am 6. März 1879 die vom Bundesrat beabsichtigte Warenausfuhrstatistik. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 21. Jg., Nummer 19, Ausgabe vom 5. März 1879, S. 108.
mini|hochkant|Commerz-Bank Auf der Generalversammlung der Commerz-Bank 1886, auf der die Inhaber von mehr als 2000 Aktien vertreten waren, wurde an Stelle des turnusmäßig ausscheidenden Gust. Georg Eschenburgkgl. italienischer Konsul und Teilhaber der Firma: Joh. Hinr. Havemann & Sohn. der bisherige Revisor Schwartzkopf bis 1890Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 32. Jahrgang, Nummer 17, vom 26. Februar 1890, S. 96. in den Aufsichtsrat und für ihn Robert Peacock zum Revisor gewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 28. Jahrgang, Nummer 25, Ausgabe vom 28. März 1886, S. 148. Im Folgejahr wurde er wieder hineingewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 33. Jahrgang, Nummer 14, vom 18. Februar 1891, S. 80. Auch 1896 wurde er, diesmal für den turnusmäßig ausscheidenden Senator Georg Arnold Behn, hineingewählt.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 38. Jahrgang, Nummer 12, vom 12. Februar 1896, S. 68. Zum letzten Mal wählte man Schwartzkopf 1902 hinein.Lokale Notizen. In: Lübeckische Blätter, 44. Jahrgang, Nummer 7, vom 16. Februar 1902, S. 95. Schwartzkopfs Wort und Rat fielen dort oftmals entscheidend in die Waagschale.
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