mini|Kansuke Yamamoto, 1956 Kansuke Yamamoto (; * 30. März 1914 in Nagoya; † 2. April 1987 ebenda) war ein japanischer Fotograf, Lyriker und Herausgeber, der seit Beginn der 1930er Jahre in Nagoya im Umfeld des Surrealismus und der fotografischen Avantgarde arbeitete.; Die Kunsthistorikerin Jelena Stojković beschreibt Yamamoto bereits in seinen Zwanzigern als einen Bezugspunkt für das Verhältnis von Surrealismus und Fotografie und ordnet sein Werk als wesentlichen Bestandteil der Netzwerke des surrealistischen Austauschs und der Zusammenarbeit in den 1930er Jahren ein. In der ab 1938 von Yamamoto herausgegebenen Zeitschrift Yoru no Funsui erschienen seine Gedichte und Fotografien neben Beiträgen japanischer und europäischer Surrealisten; über Chirū Yamanaka gelangte die Zeitschrift auch zu Paul Éluard in Frankreich.; 1939 wurde Yamamoto wegen der Herausgabe von Yoru no Funsui von der Tokkō verhört und unter der Bedingung freigelassen, die Zeitschrift einzustellen; die vierte Ausgabe blieb die letzte.;
Im Dezember 1956 wurden Arbeiten Yamamotos in Japan in einer von Otto Steinert kuratierten internationalen Ausstellung zur subjektiven Fotografie neben Werken einer jüngeren Fotografengeneration gezeigt. Der Fotohistoriker Ryūichi Kaneko wendet sich gegen eine Einordnung von Yamamotos Werk nach der üblichen Trennung in Vor- und Nachkriegszeit und plädiert dafür, die Geschichte der modernen japanischen Fotografie trotz der Zäsur des Krieges als kontinuierlich und miteinander verflochten neu zu bewerten.
Leben und Werk Yamamotos Vater Goro Yamamoto, war Fotograf, schuf Porträts und Bilder im Stil des PiktorialismusKansuke Yamamoto: Japanese Surrealist, In the InBetween, 14. November 2014, abgerufen am 19. Januar 2026 und war Inhaber eines Geschäfts für Fotobedarf in Nagoya, sodass sein Sohn sehr früh mit vielen Bereichen der Fotografie in Kontakt kam. Kansuke Yamamoto studierte an der Meiji-Universität in Tokio französische Literatur und kehrte 1930 in seine Heimatstadt Nagoya zurück, wo er mit dem Schreiben literarischer Texte begann und sich gleichzeitig mit experimenteller Fotografie befasste.Japan’s Modern Divide: Kansuke Yamamoto Behind the Folding Screen of “Japan’s Modern Divide” The J. Paul Getty Museum, abgerufen am 19. Januar 2026
Ende der 1930er Jahre wurde er Mitglied der Avantgarde-Künstlergruppe VOU, die vor allem experimentelle Fotografie förderte. 1937 besuchte er in Tokio die Surrealisten-Ausstellung („Kaigai Chogenjitsushugi Sakuhinten“), wo er zum ersten Mal Bilder von René Magritte und André Breton sah.
1938 gründete er die kurzlebige Fotozeitschrift Yoru no Funsui (The Night’s Fountain), die Gedichte, literarische Texte sowie Zeichnungen und Fotografien von Yamamoto selbst publizierte. Die Zeitschrift, ein Forum für Avantgarde-Kunst und den Surrealismus, geriet wegen der dort vertretenen Ideen ins Blickfeld der Polizei und musste bereits ein Jahr später nach vier Ausgaben ihr Erscheinen einstellen. 1938 gründete er zusammen mit anderen Fotografen die Künstlergruppe Seidosha (Blue Admiration Society), und er begann mit der Herausgabe von deren Newsletter Carnet Bleu.Kansuke Yamamoto, Vita, Takaishii Gallery, abgerufen am 19. Januar 2026
Yamamotos Werk geriet nach seinem Tod fast in Vergessenheit.Behind the Folding Screen of “Japan’s Modern Divide” Kyoto Journal, 22. Februar 2024, abgerufen am 19. Januar 2026 International rezipiert und gewürdigt wurde er erst durch Ausstellungen in renommierten Museen in Japan und in den USA, die nach der Jahrtausendwende stattfanden. 2003 war er in der vom Cleveland Museum of Art und dem Museum of Fine Arts in Houston organisierten Ausstellung The History of Japanese Photography vertreten, die einen Überblick über die Japanische Fotografie vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart präsentierte.
Während seiner Karriere war Yamamoto an einer Reihe von Künstlergruppen beteiligt, so an der Nagoya Photo Avant-Garde (1938–1941), VIVI (1948–1950), Mado (1953–1958), Honoo (1955–1961), Subjective Photography Federation of Japan (1956) und der Avantgarde Association of Poets.Kansuke Yamamoto Biography Ocula, abgerufen am 19. Januar 2026
Werke in Sammlungen (Auswahl)
1989: Kunstmuseum Nagoya (Nagoya City Art Museum) 2000: Tokyo Photographic Art Museum (東京都写真美術館) 2006: Santa Barbara Museum of Art (Santa Barbara, USA) 2009: J. Paul Getty Museum (Los Angeles, USA; Getty Foundation) 2017: Art Institute of Chicago (Chicago, USA) Heart in Motion - Shadow of Happiness, 1950, Gelatin silver print 2018: Smithsonian Institution – Freer Gallery of Art | Arthur M. Sackler Gallery (Washington, D.C., USA) Stapled Flesh, 1949, Gelatin silver print 2021: Aichi Prefectural Museum of Art (愛知県美術館) 2024: Art Institute of Chicago (Chicago, USA) Giving Birth to a Joke, 1956, Gelatin silver print 2025: Morgan Library & Museum (New York, USA) 2025: Museum of Modern Art (MoMA) (New York, USA)
mini|Kansuke Yamamoto: Vier Gedichte in englischer Sprache, Buddhist Temple’s Birdcage, 1940 (Foto); Ausstellung in der Tokyo Station Gallery, 2001
Ausstellungen (Auswahl)
2003: Museum of Fine Arts, Houston (Houston, USA) 2007: National Art Center, Tokyo (Tokio, Japan) 2012: Los Angeles County Museum of Art (LACMA) (Los Angeles, USA) 2013: J. Paul Getty Museum (Los Angeles, USA) 2022: Metropolitan Museum of Art (New York, USA) 2022: Tate Modern (London, Vereinigtes Königreich) 2024: Art Institute of Chicago 2025–2026: Smithsonian Institution
Literatur Judith Keller, Amanda Maddox (Hrsg.): Yamamoto & Hamaya – Japan's Modern Divide. The Photographs of Hiroshi Hamaya and Kansuke Yamamoto. Getty Publ. 2013.
Weblinks
Japan's Modern Divide: Kansuke Yamamoto The J. Paul Getty Museum
Einzelnachweise
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