Das Ōhara Tomie Museum of Literature (, Ōhara Tomie Bungakukan, Ōhara Tomie Literaturmuseum) ist ein japanisches Literaturmuseum zu Ehren der Schriftstellerin Ōhara Tomie, das 1991 in ihrem Geburtsort Motoyama in der Präfektur Kōchi eröffnet wurde.

Übersicht Als Tomie 1990 mit dem Orden des Heiligen Schatzes 3. Verdienstklasse ausgezeichnet wurde, beschloss ihre Heimatstadt Motoyama Tomies Leistungen für die Nachwelt zu erhalten und weiterzugeben. Das Amtsgericht in Motoyama entschied, dass das Gebäude für das Museum, das 1988 abgerissen werden sollte, vollständig renoviert werden soll. So bekam die Präfektur Kōchi ihr erstes Literaturmuseum.

Im Erdgeschoss befindet sich der Hauptausstellungsraum, der durch das Leben und Werk Tomies führt. Im Salon besteht die Möglichkeit zu lesen oder sich Videos anzusehen. In der ersten Etage können die Besucher sich in Tomies Arbeitszimmer begeben. Auf dem Gelände gibt es zudem ein Teehaus, das reserviert werden kann.

Im November 2003 wurde ein Rundweg über vier bis fünf Kilometer mit 10 Stationen angelegt. Er beginnt an einem Gedenkstein vor dem Museum und führt den Besucher durch Tomies Heimatstadt. An den Stationen erfährt der Besucher durch aufgestellte Informationstafeln Interessantes über Tomies Leben oder Begebenheiten und Orte, die mit ihrem Werk in Zusammenhang stehen.

2018 wurde das Museum erneut renoviert. Seither ist die Dauerausstellung um zwei neue Schwerpunkte: Tomies Hauptwerk „Eine Frau namens En“ und eine Nonaka Kenzan Ecke erweitert. Das Museum sammelt, bewahrt und archiviert neben handschriftlichen Manuskripten, insbesondere Briefen, auch Gegenstände aus Tomies Besitz sowie Buchausgaben ihrer Werke, Zeitschriften- und Forschungsarbeiten.

Rundweg Station: Der Rundweg startet am ältesten Gedenkstein vor dem Literaturmuseum. Es handelt sich um eine Steinstele aus rötlichem Piemontit, die am 28. September 1992 anlässlich des 80. Geburtstags von Tomie aufgestellt wurde. Er trägt eine Inschrift aus dem dritten Kapitel von „Eine Frau namens En“. Station: Nach etwa 2,7 km erreicht man das Ehrenmonument, das an den Austausch Tomies mit Yoshimoto Takaaki erinnert. Der Austausch hat sich insbesondere über ihr Werk „Aburahamu no bakusha“ (, etwa: Abrahams Zeltlager) vertieft. Station: Hier wird der Besucher zum Grundstück des ehemaligen Elternhauses von Tomie geführt. Hier verbrachte sie ihre früe Kindheit vom 1. bis zum 7. Lebensjahr. Station: Diese Station gibt einen Eindruck von Tomies Schulweg, der Gegenstand der beiden Werke „Kawa no aru aoi yoru“ (, etwa: Blaue Nacht mit Fluss) und „Kawa no naka o aruku tsuki“ (, etwa: Der Mond, der im Fluss spaziert) ist. Station: Gedenkstein zur Geburt Tomies aus schwarzem Granit nach Wunsch Tomies gemustert wie japanisches Manuskriptpapier (Genkō yōshi). Er steht am Eingang zum Haus ihrer Großmutter. Station: Diese Station führt den Besucher auf eine Anhöhe zum Kongō-ji (). Es ist der Ort, an dem Tomie gemeinsam mit Freunden während verschiedener Feste im Jahr, wie dem Hanami, Zeit verbrachte. Station: Auch diese Station einer lokalen Schutzgottheit ist ein Ort aus Tomies Kindheit, der in ihren Werken vorkommt. Station: Hier befindet sich die Quelle Kiyozō Tsurii, die in verschiedenen Frühwerken eine Rolle spielt. Station: Die vorletzte Station ist eine Promenade, die sich serpentinenartig am Fuße des Ogura Bergs entlangschlängelt und den Tomie während ihrer Kur häufig gemeinsam mit ihrer Freundin Hamada Kashō ging. Station: Die letzte Station bringt den Besucher zum „Ōhara Literaturhaus Treibende Knospen“ (). In diesem Haus hielt sich Tomie von 1920 an 10 Jahre lang auf, um sich kurieren zu lassen und zu schreiben. Es ist der Ort vieler ihrer Spätwerke.

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Einzelnachweise

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