Wolfgang Brandt (* 19. Januar 1936 in Havelberg) ist ein deutscher Germanist, Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.Brandt, Wolfgang. In: Kürschners Deutscher Gelehrtenkalender 2025, Bd. 1. de Gruyter, Berlin 2025, S. 388.
Leben und Wirken Wolfgang Brandt legte 1956 seine Reifeprüfung in Bad Hersfeld ab. Anschließend studierte er Germanistik, Lateinische Philologie und Philosophie an der Universität Marburg/L. und der Universität Freiburg/Br. Das Staatsexamen für den höheren Schuldienst erfolgte 1962 in Marburg. Anschließend war er als wissenschaftlicher Assistent am Germanistischen Institut und seit 1968 am Institut für germanische Sprachen und Literaturen der Universität Marburg tätig. Dort promovierte er 1967 bei Ludwig Erich Schmitt im Bereich Germanistische Mediävistik.Eigener Lebenslauf in der Dissertation an der Universität Marburg 1967. Nach seiner Habilitation lehrte Brandt seit 1972 als Professor an dieser Universität und beschäftigte sich vor allem mit Linguistik der deutschen Literatur des Mittelalters und der Linguistik des Deutschen, hier vor allem mit der Sprache der Wirtschaftswerbung, der Gesetzessprache und der Sportberichterstattung.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Die Erzählkonzeptionen Heinrich von Veldeke in der "Eneide". Ein Vergleich mit Vergils "Aeneis" (= Marburger Beiträge zur Germanistik, Bd. 29). Elwert, Marburg 1969 (= Dissertation Universität Marburg). Landgraf Hermann I. von Thüringen in Paris? Abbau einer germanistischen Legende. In: Reinhold Olesch/Ludwig Erich Schmitt (Hrsg.): Zur Sprache und Literatur Mitteldeutschlands. Festschrift für Friedrich von Zahn. Bd. 2 (= Mitteldeutsche Forschungen, Bd. 50). Böhlau, Köln 1971, S. 200–222, ISBN 3-412-48071-1. Mittelhochdeutsche Literatur: Epik. In: Ludwig Erich Schmitt (Hrsg.): Kurzer Grundriß der germanischen Philologie bis 1500. Bd. 2. de Gruyter, Berlin 1971, S. 384–463, Die Sprache der Wirtschaftswerbung. Ein operationelles Modell zur Analyse und Interpretation von Werbungen im Deutschunterricht. Olms, Hildesheim 1973, ISBN 3-487-05156-7. Das Verhältnis zwischen metrischer und syntaktischer Gliederung in mittelhochdeutschen Reimpaardichtungen. In: Neuere Forschungen in Linguistik und Philologie. Ludwig Erich Schmitt zum 65. Geburtstag gewidmet (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte, Bd. 13). Steiner, Wiesbaden 1975, S. 216–246, ISBN 3-515-01957-X. (mit Robert Nail): Anführungszeichen. Versuch einer Systematik ihrer funktionalen Gebrauchsweise. In: Muttersprache, Bd. 86 (1976), H. 6, S. 407–426. Das Wort "Klassiker". Eine lexikologische und lexikographische Untersuchung (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte, N.F., Bd. 21). Steiner, Wiesbaden 1976, ISBN 3-515-02576-6. Zur Sprache der Sportberichterstattung in den Massenmedien. In: Muttersprache, Bd. 89 (1979), H. 3/4, S. 160–178. Die Entführungsepisode im "Iwein". In: Zeitschrift für deutsche Philologie, Bd. 99 (1980), S. 321–354. Zeitstruktur und Tempusgebrauch in Fußballreportagen des Hörfunks (= Marburger Studien zur Germanistik, Bd. 4). Elwert, Marburg 1983, ISBN 3-7708-0770-7. Die Beschreibung häßlicher Menschen in höfischen Romanen. In: Germanisch-romanische Monatsschrift, Bd. 35 (1985), S. 257–278. (Hrsg.): Sprache des Sports. Ein Arbeitsbuch für die Sekundarstufe II. Diesterweg, Frankfurt/M. 1988, ISBN 3-425-06309-X. Die Wortlänge in der Gesetzessprache des 18. bis 20. Jahrhunderts. In: Wolfgang Brandt (Hrsg.): Sprache in Vergangenheit und Gegenwart. Beiträge aus dem Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Philipps-Universität Marburg (= Marburger Studien zur Germanistik, Bd. 9). Hitzeroth, Marburg 1988, S. 108–122, ISBN 3-925944-52-4. Gesetzessprache. Ergebnisse einer Reihenuntersuchung. In: Rainer Wimmer (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert. Sprachgeschichtliche Wurzeln des heutigen Deutsch. de Gruyter, Berlin 1991, S. 400–427, ISBN 3-11-012960-4. Schreibprobleme – Erzählprobleme. In: Manfred Kohrt (Hrsg.): Schreibprozesse – Schreibprodukte. Festschrift für Gisbert Keseling. Olms, Hildesheim 1992, S. 25–53, ISBN 3-487-09670-6. Wer verantwortet den Romantitel? In: Wolfgang Brandt (Hrsg.): Erzähler – Erzählen – Erzähltes. Festschrift der Marburger Arbeitsgruppe Narrativik für Rudolf Freudenberg zum 65. Geburtstag. Steiner, Stuttgart 1996, S. 87–104, ISBN 3-515-06910-0. "Turner üben, Sportler trainieren". Zur Turn- und Sportsprache im 19. Jahrhundert. In: Angelika Braun (Hrsg.): Beiträge zur Linguistik und Phonetik. Festschrift für Joachim Göschel zum 70. Geburtstag (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte, Bd. 118). Steiner, Stuttgart 2001, S. 308–334, ISBN 3-515-07979-3. "Das Runde muss ins Runde". Basketballsprache in Print- und Onlinezeitungen. In: Armin Burkhardt/Peter Schlobinski (Hrsg.): Flickflack, Foul und Tsukahara. Der Sport und seine Sprache (= Thema Deutsch, Bd. 10). Dudenverlag, Mannheim 2009, S. 289–303, ISBN 3-411-04315-6. Das "Wunder von Bern" und das Münchner "Kaiser-König-Spiel". Narratologische Anmerkungen zu zwei Fußball-Direktreportagen im Hörfunk. In: Joachim Born/Thomas Gloning (Hrsg.): Sport, Sprache, Kommunikation, Medien. Interdisziplinäre Perspektiven (= Linguistische Untersuchungen, Bd. 8). Gießener Elektronische Bibliothek, Gießen 2015, S. 39–78, ISBN 978-3-944682-11-2 (Volltext).
Festschrift
Claudia Mauelshagen/Jan Seifert (Hrsg.): Sprache und Text in Theorie und Empirie. Beiträge zur germanistischen Sprachwissenschaft. Festschrift für Wolfgang Brandt (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beihefte, Bd. 114). Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07877-0.
Einzelnachweise
Kategorie:Germanistischer Mediävist Kategorie:Sprachwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Mann