Irmgard Schultz (* 1949 in Kassel) ist eine deutsche Sozialwissenschaftlerin und eine der Begründerinnen der feministischen Umweltforschung in Deutschland.

Wirken Schultz studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Politik, Philosophie und Literaturwissenschaft. Dort promovierte sie 1992 zum Thema „Der erregende Mythos vom Geld. Das Thema Geld und Geschlecht im Ökologiezeitalter“.

Schultz gehörte 1986/87 zur Forschungsgruppe Soziale Ökologie und war 1988 Mitbegründerin des Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE). Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem ISOE Ende 2014 arbeitete sie unter anderem im Forschungsschwerpunkt Energie und Klimaschutz im Alltag; dort baute sie einen Forschungsschwerpunkt zum Thema „Gender and Environment“ auf, hat aber auch auf dem Gebiet der Nachhaltigen Konsumforschung entscheidend zum Profil des ISOE beigetragen. Von 2010 bis 2014 gehörte sie zu dessen Institutsleitung.

Buchveröffentlichungen Beate Collin, Irmgard Schultz: Frauenforschung über Frauenarbeit in Produktion und Reproduktion 1979–1984. Bibliographie. AJZ, Bielefeld 1986, ISBN 3-921680-56-5. Elvira Scheich, Irmgard Schultz: Soziale Ökologie und Feminismus. (= Sozial-ökologische Arbeitspapiere. AP 2). 1987, ISBN 3-88939-302-0. Die Folgen von Tschernobyl. Untersuchung einer hessischen Problemlage für eine Forschungsprogrammatik Soziale Ökologie. (= Sozial-ökologische Arbeitspapiere. AP 10). 1989, ISBN 3-88939-310-1. Irmgard Schultz, Monika Weiland: Frauen und Müll. Frauen als Handelnde in der kommunalen Abfallwirtschaft. Gutachten im Auftrag des Magistrates der Stadt Frankfurt am Main/Frauenreferat. (= Sozial-ökologische Arbeitspapiere. AP 40). 1991, ISBN 3-88939-340-3. GlobalHaushalt: Globalisierung von Stoffströmen – Feminisierung von Verantwortung. IKO, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-88939-253-9. Der erregende Mythos vom Geld: Die neue Verbindung von Zeit, Geld und Geschlecht im Ökologiezeitalter. Campus-Verlag: Frankfurt am Main/New York 1994, ISBN 3-593-35075-0. Irmgard Schultz, Ines Weller (Hrsg.): Gender & Environment: Ökologie und die Gestaltungsmacht der Frauen. Forschungstexte des Instituts für sozial-ökologische Forschung. IKO, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-88939-089-7. Ute Gerhard, Mechtild Jansen, Andrea Maihofer, Pia Schmid, Irmgard Schultz (Hrsg.): Differenz und Gleichheit. Menschenrechte haben (k)ein Geschlecht. Ulrike Helmer Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-927164-11-9. Irmgard Schultz, Diana Hummel, Doris Hayn, Claudia Empacher : Gender in Research Gender Impact Assessment of the specific programmes of the Fifth Framework Programme. Environment and Sustainable Development sub-programme. European Commission, Brüssel 2001, ISBN 92-894-3711-1. Andreas Nebelung, Angelika Poferl, Irmgard Schultz (Hrsg.): Geschlechterverhältnisse – Naturverhältnisse. Feministische Auseinandersetzungen und Perspektiven der Umweltsoziologie. (= Soziologie und Ökologie. Band 6). Leske + Budrich, Opladen 2001. Martina Schäfer, Irmgard Schultz, Gabriele Wendorf (Hrsg.): Gender-Perspektiven in der sozial-ökologischen Forschung. Herausforderungen und Erfahrungen aus inter- und transdisziplnären Projekten. Oekom-Verlag, München 2006, ISBN 3-86581-017-9.

Weitere Schriften (Auswahl) Irmgard Schultz, Barbara Orland, Fritz Reusswig, Ines Werth: Abfallvermeidung und Konsum. Die Relevanz des Konsumverhaltens für Abfallvermeidungsstrategien. Materialien Soziale Ökologie MSÖ 7 1992. Umweltforschung, Frauenpolitik und die Gestaltungsmacht der Frauen. In: Irmgard Schultz, Ines Weller (Hrsg.): Gender & Environment: Ökologie und die Gestaltungsmacht der Frauen. Forschungstexte des Instituts für sozial-ökologische Forschung. IKO, Frankfurt am Main 1995, S. 189–204. Die Liebe der Männer zu nachhaltigen Zahlen. Eine Betrachtung der Wuppertal-Studie aus feministischer Sicht. In: AKP Fachzeitschrift für Alternative Kommunal Politik. 4/1996, S. 57–60. Umwelt- und Geschlechterforschung: eine notwendige Allianz. ISOE-diskussionspapier 2 (1998). Claudia Empacher, Doris Hayn, Steffi Schubert, Irmgard Schultz: Analyse der Folgen des Geschlechtsrollenwandels für Umweltbewußtsein um Umweltverhalten. Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Umweltfragen. Förderkennzeichen (UFOPLAN) 2000 17 157. Im Auftrag des Umweltbundesamtes. Frankfurt am Main 2001. Ein Blick zurück. Gender-Perspektiven in der deutschen Umweltforschung. In: Politische Ökologie. 70, 2001, S. 18–20. Doris Hayn, Irmgard Schultz: Gender Impact Assessment im Bereich Strahlenschutz und Umwelt – Abschlussbericht. Frankfurt am Main 2002. Doris Hayn, Irmgard Schultz: Das Gender Impact Assessment (GIA) – ein Instrument zur Umsetzung von Gender Mainstreaming. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Gender Mainstreaming im Naturschutz. Landwirtschaftsverlag, Bonn/Münster 2004, S. 121–138. Irmgard Schultz, Doris Hayn, Alexandra Lux: Gender & Environment. In: Egon Becker, Thomas Jahn (Hrsg.): Soziale Ökologie. Grundzüge einer Wissenschaft von den gesellschaftlichen Naturverhältnissen. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2006, S. 434–446. Irmgard Schultz, Diana Hummel, Martina Padmanabhan: Feministische Perspektiven auf Nachhaltigkeitspolitik. In: Femina Politica. Band 19, Nr. 1, 2010, S. 9–21. Diana Hummel, Irmgard Schultz: Geschlechterverhältnisse und gesellschaftliche Naturverhältnisse – Perspektiven Sozialer Ökologie in der transdisziplinären Wissensproduktion. In: Elvira Scheich, Karen Wagels (Hrsg.): Forum Frauen- und Geschlechterforschung. 32. Westfälisches Dampfboot, Münster 2011, S. 218–233. Irmgard Schultz, Engelbert Schramm, Diana Hummel : Gender als Integrationsdimension in der transdisziplinären SÖF (sozial-ökologischen Forschung). In: Christine Katz, Sebastian Heilmann, Anja Thiem, Lea M. Koch, Katharina Moths, Sabine Hofmeister (Hrsg.): Nachhaltigkeit anders denken. Veränderungspotenziale durch Geschlechterperspektiven. Springer VS, Wiesbaden 2015, S. 217–230.

Einzelnachweise

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