Prove It on Me Blues ist ein Blues von Ma Rainey, der 1928 entstand.
Hintergrund Der Song geht auf einen Abend im Jahr 1925 in Chicago zurück, als die Polizei eine lesbische Party mit einer Razzia auflöste. Gastgeberin war die Sängerin Ma Rainey, die verhaftet wurde. Rainey, die ihre sexuelle Orientierung nie verschwiegen hatte, machte aus den Geschehnissen 1928 einen Song. Darin heißt es: „Sie sagen, ich tue es, aber niemand hat mich erwischt / Das müsst ihr mir erst beweisen / Gestern Abend war ich mit einer Gruppe von Freunden unterwegs / Das müssen Frauen gewesen sein, denn ich mag keine Männer …“ Und im zweiten Vers outet sie sich noch deutlicher: „Ich möchte, dass die ganze Welt es weiß.“ („I want the whole world to know“.)
Erste Aufnahme Begleitet von ihrer Tub Jug Washboard Band nahm Rainey den Song für Paramount Records auf. Er erschien im August oder September 1928. Auf der B-Seite der Schellackplatte befand sich ihr Stück Hear Me Talking to You.
Die Anzeige, mit der die Schallplattenfirma Paramount damals für den Song warb, zeigt eine korpulente Frau mit Krawatte und Kragen, maßgeschneidertem Blazer, maskulinem Hut und Weste, die mit zwei schlanken Frauen in Damenkleidung spricht; ein Polizist beobachtet diese Szene. Im Text der Anzeige, der die korpulente Frau in der Illustration als Rainey identifiziert,Tatsächlich war sie aber bekannt dafür, eher feminine Kleidung zu tragen. Vgl. wird verschmitzt gefragt: „Was soll das alles? Ein Skandal? Vielleicht, aber das hätte man von Ma Rainey nicht gedacht. Aber sehen Sie sich den Polizisten an, der sie beobachtet! Was hat das alles zu bedeuten? Aber Ma singt einfach Prove It on Me.“
Bedeutung Für die Historikerin Cookie Woolner, Professorin an der University of Memphis und Autorin des Buchs The Famous Lady Lovers: Black Women and Queer Desire before Stonewall, handelt es sich bei dem Blues um eines der ersten Zeugnisse einer schwarzen queeren Populärkultur. Nach Ansicht von Deborah Nicholls-Lee entwickelte sich Prove It on Me Blues sogar zu „einer der ersten schwul-lesbischen Hymnen der Welt.“
Der Prove It on Me Blues ist nicht der einzige Song mit LGBT-Themen, den Rainey verfasst hatte. Weitere sind „Sissy Man“ und „Bull Dyker’s Dream“.
Coverversionen Erst seit 1979 entstanden Coverversionen des Prove It on Me Blues von Interpreten wie Heather Bishop, Gaye Adegbalola (1999), Karen Lovely (2014), Carmen Twillie (2015), Rory Block (2020), dem Bad Mouse Orchestra (2020) oder Elli de Mon (2021).
Einzelnachweise
Kategorie:LGBT in der Musik Kategorie:Blues-Titel Kategorie:Lied 1928