mini|Gezeichnetes Porträt von Eulalia Guzmán Eulalia Guzmán Barrón (; * 12. Februar 1890 in San Pedro Piedra Gorda, Zacatecas, Mexiko; † 1. Januar 1985 in Mexiko-Stadt, Mexiko) war eine mexikanische Archäologin, Anthropologin und Lehrerin. Sie war die erste mexikanische Anthropologin und eine Pionierin der archäologischen Forschung in Mexiko. Sie erforschte die Region Mixteca Alta in Oaxaca und Chiapas sowie das Gebiet Cerro de la Cantera in Morelos. Sie war Leiterin der Archäologieabteilung des mexikanischen Nationalmuseums und wurde von José Vasconcelos zur Leiterin der ersten Alphabetisierungsabteilung des Landes ernannt.
Leben und Werk Guzmán zog 1898 mit ihrer Familie nach Mexiko-Stadt. 1906 schloss sie sich der von Hermila Galindo angeführten Bewegung der Admiradoras de Juárez (Bewundererinnen von Juárez) an, deren Ziel die politische Emanzipation der Frauen durch das Wahlrecht war. Später schloss sie sich der Zapatistenbewegung an. Als Mitglied des Graduiertenprogramms der Nationalen Universität organisierte sie 1929 eine Gruppe von Studentinnen innerhalb der Fakultät für Philosophie und Literatur und erlangte Anerkennung von der International Federation of University Women (IFUW), die im Ersten Weltkrieg mit pazifistischen Zielen und dem Ziel der Beteiligung von Frauen an der Diskussion über innen- und außenpolitische Fragen entstanden war.
Pädagogische Tätigkeit 1910 erhielt sie ihr Lehrerexamen und wurde 1916 von der Regierung von Plutarco Elías Calles zusammen mit anderen Lehrern eingeladen, in Sonora vormittags Kinder und abends Erwachsene zu unterrichten.
Im Rahmen der von José Vasconcelos initiierten Kampagne, der sie sich 1922 anschloss und deren Direktorin sie von 1923 bis 1924 war, wurde sie von Vasconcelos zur Leiterin der ersten Alphabetisierungsabteilung des Landes ernannt. 1942 war sie an einem Alphabetisierungsprojekt mit Walt Disney beteiligt. 1926 reiste sie mit einem Stipendium nach Berlin, um sich auf Erziehungswissenschaften zu spezialisieren. Guzmán war für ihr Engagement als Pädagogin und ihren Einsatz für das Gemeinwohl bekannt und wurde deshalb für einige Jahre in die USA entsandt, um dort Schulen zu begutachten.
Archäologin und Anthropologin Nach ihrer Rückkehr nach Mexiko studierte sie Archäologie, erwarb einen Bachelor-Abschluss und baute ein historisches Archiv für die Anthropologie auf. Sie wurde Leiterin der Archäologieabteilung des Nationalmuseums und fungierte als Kommissarin, um in Europa Informationen über die mexikanische Kultur in der vorhispanischen Zeit zu finden.
Sie studierte Anthropologie an der Internationalen Schule für Archäologie, Geschichte und Ethnographie. 1930 begann sie ein Philosophiestudium an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko und erhielt am 15. Oktober 1932 einen Master-Abschluss. Ihre Masterarbeit trug den Titel Wesentliche Merkmale altmexikanischer Kunst. In der Zeit von 1937 bis 1940 wurde sie vom Bildungsministerium beauftragt, in Archiven und Bibliotheken in ganz Europa Informationen über das präkolumbische Mexiko zu finden. Sie besuchte unter anderem die Bodleian Library in Oxford und das British Museum in London, die Königliche Bibliothek in Brüssel, die Vatikanische Bibliothek und die Preußische Staatsbibliothek in Berlin. Sie fand unzählige Dokumente zur Geschichte des alten Mexiko und erstellte ein detailliertes Verzeichnis ihrer Funde.
Guzmán bekleidete mehrere öffentliche Ämter als Direktorin und Leiterin verschiedener akademischer Einrichtungen, darunter die Archäologische Abteilung des mexikanischen Nationalmuseums. Dort untersuchte sie präkolumbische Keramik und Codices und erforschte die historischen Dokumente des Museums.
Sie arbeitete an verschiedenen Projekten mit Spezialisten wie Alfonso Caso bei der Erforschung von Grab 7 des Monte Albán in Oaxaca zusammen und war eine der ersten, die 1934 die vorspanische Stätte Chalcatzingo in Morelos untersuchte und dabei mehrere Entdeckungen der Olmekenkultur machte. 1942 erforschte sie die archäologische Zone von Izapa und andere Stätten in Comitán, Chiapas.
1944 konzipierte und organisierte sie das Historische Archiv der Nationalbibliothek für Anthropologie und Geschichte, das eine Dokumentensammlung vom 16. bis zum 20. Jahrhundert beherbergt. 1945 erwarb sie einen Abschluss in Archäologie.
1949 leitete sie das archäologische Projekt Ixcateopan in Guerrero, das sich auf die Entdeckung der vermeintlichen Überreste von Cuauhtémoc bezieht.
Guzman starb 1985 im Alter von 94 Jahren in Mexiko-Stadt.
Vermächtnis Sie erstellte das Historische Archiv der Nationalbibliothek für Anthropologie und Geschichte (BNAH) und hinterließ ein dokumentarisches Vermächtnis von 3235 Akten aus ihren Ausgrabungen in Oaxaca, Guerrero, Morelos und Chiapas. Darüber hinaus existieren Aufzeichnungen über im Ausland und in Mexiko veröffentlichte Werke, darunter drei Bücher und sechs Artikel.
Das Museo Diego Rivera Anahuacalli beherbergt über 2400 Objekte aus ihrer persönlichen Bibliothek, die sie dem Museum in den 1950er Jahren schenkte. Die Karten, Bücher über Keramik und ethnografischen Dokumente der Sammlung stehen Forschern zur Einsicht zur Verfügung.
Ehrung 1976 wurde die Straße in Mexiko-Stadt, an der ihr Haus stand, ihr zu Ehren in Av. Profesora Eulalia Guzmán umbenannt.
Veröffentlichungen (Auswahl) Manuscritos sobre México en archivos de Italia. Soc. Mexicana de Geografía y Estadística, Mexico 1964. Una visión crítica de la historia de la conquista de México-Tenochtitlan. Univ. Nacional Autonoma de Mexico, Mexico 1989; erneut Editorial Itaca/UNAM, Mexico 2023, ISBN 978-607-8856-33-6.
Literatur Stephanie E. Mitchell, Patience A. Schell: The Women's Revolution in Mexico, 1910–1953. Bloomsbury Academic, New York 2007, ISBN 978-0-7425-3731-6.
Weblinks Youtube-Video: MujeresEnLaHistoria | Eulalia Guzmán Barrón, arqueóloga e investigadora de códices prehispánicos (spanisch) Eulalia Guzmán y la imposibilidad de excavar en suelo nacional (spanisch)
Einzelnachweise
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