Die Volvo F-Serie (F10, F12 und F16) war eine Baureihe schwerer Frontlenker-Lkw des schwedischen Herstellers Volvo Trucks, die zwischen 1977 und 1993 produziert wurde. Sie löste die erfolgreiche F88/89-Serie ab, wurde rund 200.000 mal produziert und setzte neue Maßstäbe in den Bereichen Ergonomie, Sicherheit und Effizienz im Fernverkehr.
F10 und F12 Im Jahr 1977 wurde der F10 und F12 als Ersatz für die F88/89-Baureihe eingeführt, die bis dahin die Flaggschiff-Lastkraftwagen von Volvo Trucks waren. Die neue Nomenklatur basierte von nun an auf dem Hubraum der verbauten Motoren: F10 für die Modelle mit 10-Liter-Motoren und F12 für die Modelle mit 12-Liter-Motoren, obwohl der Hubraum des F10 9,6 Liter betrug und die des F12 12 Liter. Angetrieben von TD100- und TD120-Motoren leisteten diese 280 bzw. 320 PS. Der F10 und der F12 boten im Vergleich zum Vorgängermodell F88/89 mehr Komfort, Leistung und Sicherheit.
Die grundlegenden Fahrgestellkomponenten und auch die Antriebskomponenten der Lkw basierten bei ihrer Markteinführung im Jahr 1977 weitgehend auf denen, die 1973 für die Lkw der Volvo-N-Serie eingeführt worden waren. Alle Motoren waren Reihen-Sechszylinder-Turbodieselmotoren aus eigener Fertigung von Volvo. 1979 führte Volvo die Globetrotter-Modelle für den Fernverkehr ein. Diese Modelle verfügten über verbesserte Kabinen, die höher als die normalen Kabinen waren, sodass die Fahrer in der Kabine stehen und gut schlafen konnten. Dieses Modell war nur in der Ausführung F12 erhältlich.
links|mini|Volvo F12 Globetrotter (1982) – Die erste Globetrotter-Version hat die gleiche Windschutzscheibe wie die Versionen mit Flachdach. Die Serie wurde während ihrer Produktion zweimal grundlegend überarbeitet. Die erste Überarbeitung erfolgte 1983: Sie umfasste wesentliche Änderungen am Fahrerhaus, darunter eine größere Windschutzscheibe und ein höheres Dach, sowie ein neues Fahrgestell mit geringerem Gewicht und Parabelfedern. Auch die Motoren wurden überarbeitet, die Leistung blieb jedoch unverändert. Der Globetrotter erhielt eine höhere Windschutzscheibe, die bis zur Oberkante des höheren Daches reichte. Der Volvo F10 wurde 1984 mit dem International Truck of the Year Award ausgezeichnet.
F16 Eingeführt im Jahr 1987 mit einem 16-Liter-Motor, leitet sich davon auch der Name ab, wie bei F10 und F12. Das neue Modell war nun nicht nur das Flaggschiff von Volvo, sondern auch der leistungsstärkste Lastkraftwagen Europas und schlug damit den MAN 19.462, den Mercedes-Benz 1644, den Iveco Turbostar 190.42 und die Scania 2-Serie. Der TD162F-Motor war ein Reihen-Sechszylinder und leistete zunächst 465 PS (342 kW). Ab 1989 wurde die Leistung auf 485 PS (357 kW) bei einem Drehmoment von 2050 Nm gesteigert.
Während der F16 äußerlich weitgehend den kleineren Modellen F10 und F12 entsprach, erhielten alle drei Varianten im Jahr 1988 eine optische Überarbeitung. Dieses Facelift umfasste rechteckige Scheinwerfer sowie einen moderner gestalteten schwarzen Kühlergrill ohne silberne Einfassung. Zudem wurde das Layout der Lüftungsöffnungen zwischen den Scheinwerfern modifiziert und die Stoßstange mit zwei Abschleppösen anstatt einer ausgestattet.
Im Innenraum hob sich der F16 durch eine für seine Zeit außergewöhnlich umfangreiche Ausstattung von den kleineren Modellen ab. Eine Klimaanlage war – insbesondere bei Globetrotter-Kabinen – sehr verbreitet, aber nicht in allen Märkten serienmäßig. Typisch für den F16 war zudem eine optionale zusätzliche Instrumenteneinheit mit vier Rundanzeigen zur erweiterten Überwachung des 16-Liter-Motors.Volvo Lastvagnar: „Volvo F16 – The Power of Performance“, 1987
1993 wurden die Modelle F10, F12 und F16 durch die FH-Serie ersetzt. Die ersten Modelle der FH-Serie waren der FH12 und der FH16.
Technische Daten Motoren Die in der folgenden Tabelle aufgeführten technischen Daten basieren auf der Allgemeinen Betriebserlaubnis für den Fahrzeugtyp „F10/F12/16-4x2S“ des Kraftfahrt-Bundesamtes. Da diese Zulassung vor der Einführung einheitlicher EU-Vorschriften erteilt wurde, handelt es sich um eine rein nationale Genehmigung, deren Gültigkeit unter Umständen auf die Bundesrepublik Deutschland beschränkt ist.
Motorvariante TD 102 FL TD 103 ES TD 122 F TD 122 FL TD 123 E TD 123 ES TD 162 FL TD 163 ES Ort der Anbringung derMotorkennzeichnung(im Motorblock eingeschlagen) linke Seite linke Seite rechte Seite rechte Seite rechte Seite rechte Seite oben vorn oben vorn Bohrung 120,65 mm 130,18 mm 130,18 mm 144 mm Hub 140 mm 150 mm 150 mm 165 mm Hubraum 9611 cm³ 11978 cm³ 11978 cm³ 16123 cm³ Höchstleistung in kW bei Drehzahl 235 kW bei 2100 1/min 235 kW bei 2100 1/min 262 kW bei 1900 1/min 291 kW bei 2050 1/min 262 kW bei 1900 1/min 298 kW bei 2050 1/min 357 kW bei 1860 1/min 368 kW bei 1900 1/min Max. Drehmoment bei Drehzahl 1350 Nm bei 1200 1/min 1600 Nm bei 1200 1/min 1700 Nm bei 1200 1/min 2160 Nm bei 1100 1/min Identifikationsmerkmahl der Einspritzpumpe PE6 P 120 A 320 RS PE6 P 120 A 320 RS PE6 P 120 A 320 RS PE6 R 120/170 (Bosch: 040 1496 001) HSN / TSN 9101 / 615 9101 / 616 9101 / 617
Bereifung Die Wahl der Bereifung hatte bei den Modellen der F-Serie wesentliche Einflüsse auf die Endgeschwindigkeit und das Drehmomentniveau an den Antriebsrädern. Die Reifenwahl in Kombination der Achsübersetzung spielte eine entscheidende Rolle für die Wirtschaftlichkeit der F-Serie. Ein größerer Abrollumfang ermöglichte eine Senkung der Motordrehzahl bei Autobahngeschwindigkeit, was den Kraftstoffverbrauch des Motors reduzierte, jedoch das Anfahrverhalten bei maximalem Gesamtzuggewicht beeinflussen konnte. +Die Höchstgeschwindigkeit verändert sich mit der BereifungReifengrößeHöchstgeschwindigkeitseinfluss13 R22,5 + 4 %315/80 R22,5 - 0,7 %315/70 R22,5 - 7 %295/80 R22,5 - 3 %295/70 R22,5 - 9 %305/70 R22,5 - 7,7 % Entsprechend der möglichen Veränderung der theoretischen Höchstgeschwindigkeiten verlangte der deutsche Gesetzgeber einen Hinweis auf den Geschwindigkeitsbegrenzer unter der Ziffer 33 des Fahrzeugbriefes. Modelle, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit über 130 km/h lag, mussten mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer ausgerüstet werden. Fahrzeuge, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit über 125 km/h bis einschließlich 130 km/h lag, mussten entweder mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer oder einem EG-Kontrollgerät mit einem Messbereich bis 140 km/h ausgerüstet werden.
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Einzelnachweise
Kategorie:Lastkraftwagen Kategorie:Volvo Trucks Kategorie:Nutzfahrzeuge