mini|hochkant|Wappen derer von Schlickum gen. Aken im Wappenbuch des Westfälischen Adels Schlickum (auch Slyge, Slychem, Slicheim, Schlickem, Schlickum genannt Aken o. ä.) ist der Name eines erloschenen rheinländischen Uradelsgeschlechts.
Geschichte Das Geschlecht hatte seinen namensgebenden Stammsitz auf Haus Schlickum im heutigen Korschenbroich-Schlich im Rhein-Kreis Neuss. Das Haus war ursprünglich ein kurkölnisches Burglehn Liedbergs.
Die Herren von Schlickum erscheinen urkundlich erstmals im frühen 13. Jahrhundert. Letztmals lassen sie sich im frühen 18. Jahrhundert nachweisen.
1204 erscheint ein Diedrich von Slyge. 1328 übertrug der Edelherr Wilhelm von Helpenstein das von dem Knappen Gerhard von Schlickum (Gerhardus Dns de Slicheym armiger) resignierte Gut bei Schlich auf dessen gleichnamigen Sohn. Weiter kommen vor: 1408 ein Rembold von Schlickum, 1437 ein Junker Reinhard von Schlickum, 1510 Sophia von Schlickum, die Henrich Wolf genannt Metternich zu Friesheim heiratete, sowie 1530 ein Henrich von Schlickum, der die kölnische Erblandesvereinigung untersiegelte und 1561 mit Gerard Quade einen Rechtsstreit wegen der Burg Coelenberg hatte.Fahne (1848), S. 390. Für das Jahr 1590 wird von einer Erbteilung der Schlickumer Güter zwischen den Brüdern Werner, Hendrich, Geisbert und Diederich von Schlickum berichtet.E. von Schaumburg: Auf Churfürstl. Cöllnischen gndgst. Befehl vollzogene Theilung der Schlickumer Güther zwischen den vier Gebrüdern Werner, Hendrich, Geisbert und Diederich. Anno 1590. Nebst einigen Nachrichten über das Haus und die Familie von Schlickum. In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere die alte Erzdiöcese Köln, Heft 16, Köln 1865, S. 20–38 (Google Bücher). Gisbert von und zu Schlickum war mit Irmgard von Ravensberg verheiratet. Ihr Sohn Johann Diederich von Schlickum vermählte sich mit Catharina Elisabeth von Sangershausen zu Kael. Ihr ältester Sohn war Gerard Florentin von Schlickum, 1663 kurbrandenburgischer Rittmeister. Der letzte Schlickumer Herr von Haus Schlickum war dessen jüngerer Bruder Heinrich Albert von Schlickum, der mit Gertrud von Blittersdorf zu Birgel verheiratet war. Durch deren Erbtochter Anna Lifferta von Schlickum, die 1685 Reinhard Wilhelm von Kalkum-Lohausen geheiratet hatte, gelangte das Haus 1694 an die Familie ihres Ehemannes.
Neben dem Liedberger Burglehen (urkundlich 1379–1529) und Haus Schlickum besaß die Familie unter anderem Burg Coelenberg (1561), Glehn (1452) und Zoppenbroich (1370).Ledebur (1856), S. 375.Kneschke (1868), S. 208.
Wappen Blasonierung: Von Rot über Gold geteilt, oben ein silberner (oder schwarzer?) Stern Auf dem Helm mit rot-goldenen Helmdecken ein goldener Brackenkopf mit rotem Halsband.Spießen (1901–1903), S. 113.
Während Max von Spießen den Stern silbern darstellt, wird er von Anton Fahne, Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke als „schwarz“ beschrieben.
Literatur Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden. Heberle, Köln 1848, S. 390 (hhu.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 208 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 375 (digitale-sammlungen.de). Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 14 (Mappe 1071–1350; Schellart von Dudeldorf–Spatgen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 93), Köln 1997, S. 207–214. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 113 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 283 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht