Eugen Georg Anton Albert Gottlieb-Hellmesberger (* 21. Mai 1887 in Wien; † 20. Januar 1940 in Dresden) war ein deutscher Kapellmeister, Komponist und Operndirektor.

Leben und Wirken Er war Mitglied der Musikerfamilie Hellmesberger aus Wien, die häufig mit der Strauß'schen Dynastie verglichen worden ist. Sein Vater war der Wiener Bankbeamte Theodor Gottlieb und seine Mutter die Sängerin sowie Schauspielerin Anna Gottlieb geborene Hellmesberger, die Tochter von Georg Hellmesberger. Den Geburtsnamen seiner Mutter fügte er ab den späten 1920er Jahren als Künstlernamen seinem amtlichen Familiennamen Gottlieb bei.

Bereits in jungen Jahren wandte er sich der Musik zu. Von 1895 bis 1900 studierte er am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Klavier bei Wilhelm Schenner, Orgel bei Josef Vockner und Komposition bei Robert Fuchs, zusätzlich ergänzte er seine Ausbildung bei Theodor Leschetizky und Engelbert Humperdinck. Seine Bühnenlaufbahn begann er als Kapellmeister in Wiesbaden (1901). Danach wechselte er nach Koblenz (1903), Halle (Saale) (1904), Mainz (1908) und Madrid (1910), bevor er Operndirektor in Bremen (1911) und Hamburg (1913) wurde. Auf mehreren Reisen in das Ausland pflegte er vorwiegend die Musik von Richard Wagner. In Spanien dirigierte er die erste geschlossene Ring des Nibelungen-Aufführung und selbst in Amerika setzte Gottlieb sich mehrfach für das Wagnersche Werk ein.

Am Ersten Weltkrieg nahm er als Artillerist teil, danach zog er sich zunächst aus dem öffentlichen Leben zurück, weil er sich mit ganzer Kraft nur dem Komponieren widmen wollte. Nur noch gelegentlich stand er für Rundfunkaufnahmen zur Verfügung. 1930 folgte er dem Ruf als Leiter der Dresdner Philharmonie und Operndirektor nach Dresden. Mit ihm kam auch seine Ehefrau Jessyka Gottlieb-Hellmesberger geborene Koettrik als Staatsopernsängerin. In Dresden entstanden in seinen letzten zehn Lebensjahren einige Orchesterwerke und Lieder. Daneben leitete er mehrere Ur- und Erstaufführungen und ab 1933 auch Schallplattenaufnahmen.Dieter Härtwig: Ur- und Erstaufführungen durch die Dresdner Philharmonie (1900–1934). In: Matthias Herrmann, Hanns-Werner Heister (Hrsg.): Dresden und die avancierte Musik im 20. Jahrhundert. Teil I: 1900–1933 (= Musik in Dresden 4). Laaber-Verlag, Laaber 1999, ISBN 3-89007-346-8, S. 247–256. Ein Violinkonzert blieb leider unvollendet, da er plötzlich im Alter von 63 Jahren an einem Herzschlag starb. Seine irdische Hülle wurde nach Berlin zur Beisetzung im Familienbegräbnis überführt.Traueranzeige in den Dresdner Nachrichten vom 22. Januar 1940, S. 8.

Publikation Hedwig Francillo-Kauffmann. Von Caruso zu Dir. Gesangstechnisches aus der Praxis für die Praxis. Universal-Edition, Wien 1935.

Literatur Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, Band I: A – Hurka. Verlag Ferd. Kleinmayr, Klagenfurt und Wien 1953, ISBN 978-3-907820-27-8, S. 591.

Einzelnachweise

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