Roman Rössler (* 14. April 1914 in Berlin; † 5. Oktober 1990) war ein deutscher Slawist und Hochschullehrer.Roman Rössler. In: Verzeichnis der Professorinnen und Professoren der Universität Mainz 1477-1973 (mit allen biografischen Daten, abgerufen am 16. Januar 2026).

Leben und Wirken Rössler war ein Sohn des Musikers Richard Rössler (1880–1963) und der Pianistin Dora Charlotte Mayer (1887–1951). Der Richter Peter Rössler (1912–1993) war sein älterer Bruder.

Roman Rössler legte seine Reifeprüfung 1932 in Berlin ab und absolvierte dann eine kaufmännische Lehre. Anschließend arbeitete er als Angestellter bei der OSRAM Licht AG. Während des Zweiten Weltkriegs war er Soldat und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg studierte er Slawistik, Osteuropäische Geschichte, Philosophie, Soziologie und Kirchengeschichte, zunächst 1945/46 an der Eberhard Karls Universität Tübingen, von 1946 bis 1949 an der Universität Heidelberg. Bis 1956 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Slawischen Institut der Universität Heidelberg und promovierte dort bei Nikolai von Bubnoff zum Dr. phil. im Jahre 1954. Nach einer Forschungsarbeit war Rössler von 1959 bis 1969 als Lektor bzw. Wissenschaftlicher Oberrat für Russische Sprache an der Universität Mainz (Abt. Germersheim, Auslands- und Dolmetscherinstitut) tätig. Außerdem hatte er einen Lehrauftrag für Osteuropäische Geschichte an der Universität Mainz. 1968 habilitierte er sich an der Universität Tübingen. Nach einer Lehrstuhlvertretung in Mainz (1969/70) wirkte er dort von 1970 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1979 als Ordinarius für Slawistik.

Rössler war neben seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen auch als Übersetzer tätig und arbeitete seit 1949 außerdem für die „Herder-Korrespondenz“. In seinen Veröffentlichungen beschäftigte er sich vor allem mit der Kirchengeschichte in der Sowjetunion.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Lage der orthodoxen Kirche in den slawischen Ländern. In: Osteuropa, Bd. 4 (1954), S. 411–421.

Das Weltbild Nikolai Berdjajews. Existenz und Objektivation (= Forschungen zur systematischen Theologie und Religionsphilosophie, Bd. 2). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1956 (= Dissertation Universität Tübingen). Entwicklung der sowjetischen Kirchenpolitik. In: Hans von Rimscha u. a.: Das Sowjetsystem in der heutigen Welt. Isar-Verlag, München 1956, S. 111–138. Das Journal des Moskauer Patriarchats als Spiegel kirchlicher Entwicklung in der Sowjetunion seit dem Zweiten Weltkrieg. In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Bd. 4 (1956), H. 1, S. 26–63. (Übers.): Lev A. Zander / Vom Geheimnis des Guten. Eine Dostojewskij-Interpretation. Vorwerk, Stuttgart 1956. (Mitübers.): Robert Nigel Carew Hunt / Wörterbuch des kommunistischen Jargons. Herder, Freiburg/Br. 1958. (mit Walter Meder u. Erik Boettcher): Das Sowjetsystem in Vergangenheit und Gegenwart (= Ostseminar der Stadt Dortmund, Bd. 1). Auslandsinstitut, Dortmund 1961. Moskau, das Dritte Rom - heute. In: Kyrios. Vierteljahresschrift für Kirchen- und Geistesgeschichte Osteuropas, N.F., Bd. 2 (1962), H. 1, S. 36–47. Kirche und Revolution in Rußland. Patriarch Tichon und der Sowjetstaat (= Beiträge zur Geschichte Osteuropas, Bd. 7). Böhlau, Köln 1969 (= Habilitationsschrift Universität Tübingen). Die Russische Orthodoxe Kirche im Sowjetstaat (seit 1917). In: Peter Hauptmann/Gerd Stricker (Hrsg.): Die orthodoxe Kirche in Rußland. Dokumente ihrer Geschichte (860–1980). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1988, S. 617ff., ISBN 3-525-56179-2.

Einzelnachweise

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