Chronos – Fluss der Zeit ist ein deutscher Dokumentarfilm von Volker Koepp aus dem Jahr 2026. Der Film knüpft an Koepps langjährige filmische Beschäftigung mit der von Johannes Bobrowski literarisch geprägten Region Sarmatien an und führt an frühere Schauplätze sowie zu früheren Protagonistinnen und Protagonisten zurück. Der Film wurde für das Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin in der Sektion Forum ausgewählt. Der offizielle Kinostart war am 12. März 2026.

Inhalt Der Dokumentarfilmer Volker Koepp folgt in Chronos – Fluss der Zeit einer Route durch Orte, die in seinem Werk seit den 1970er-Jahren wiederkehren. Ausgangspunkt ist die Region Sarmatien – ein historisch und kulturell vielschichtiger Raum zwischen Ostsee und Schwarzem Meer.

Der Film führt unter anderem in die Westukraine (Tscherniwzi/Czernowitz), in die Republik Moldau (Chișinău/Kischinau) sowie nach Litauen (Kaunas). Im Zentrum stehen Beobachtungen von Alltagsleben und Biografien, die von politischer Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts sowie von aktuellen Umbrüchen geprägt sind, darunter die COVID-19-Pandemie und der russische Krieg gegen die Ukraine.

Produktion Die Dreharbeiten begannen 2020 und waren zunächst auf einen Abschluss 2021 angelegt. Durch die COVID-19-Pandemie kam es zu Unterbrechungen und Verzögerungen. Mit der Ausweitung des russischen Kriegs gegen die Ukraine wurde das Arbeiten vor Ort zeitweise erheblich erschwert.

Für Aufnahmen in der Ukraine arbeitete Koepp teilweise allein und nutzte hierfür nach Angaben aus dem Produktionsumfeld auch ein Smartphone. Der Film entstand als Gemeinschaftsproduktion von Vineta Film mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

Rezeption Esther Buss bewertet im Filmdienst Chronos – Fluss der Zeit als „sehenswert“ und beschrieb den Film als „tief bewegende Betrachtung von Geschichte als Zeitschichtengebilde und Strom“. Sie hebt hervor, dass Koepps langjährige filmische Beschäftigung mit Sarmatien durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eine neue Gegenwärtigkeit erhalte.

Manfred Riepe schrieb in epd Film, der Film bewahre trotz einer gegenüber früheren Arbeiten stärkeren Wortlastigkeit das für Koepps Werk typische Gefühl behutsamer Nähe zu seinen Protagonistinnen und Protagonisten. Kritisch merkte er an, dass der Fokus auf Anetta Kahane und die Schauplatzwechsel zwischen Osteuropa, Kabul und Berlin eine gewisse Unwucht erzeugten; dennoch blieben „magische Momente“ in Erinnerung. Die Kritik vergab vier von fünf Sternen.

Knut Elstermann bezeichnete den Film bei Radio Eins als „ehrliche und berührende Bestandsaufnahme“ und hob Koepps Landschaftspanoramen sowie die behutsamen Begegnungen mit Menschen hervor.

Veröffentlichung Chronos – Fluss der Zeit hat eine Laufzeit von 198 Minuten und liegt in mehrsprachiger Originalfassung mit deutschen Untertiteln vor. Den Verleih übernimmt Salzgeber.

Weblinks

Chronos – Fluss der Zeit beim deutschen Verleih Salzgeber Chronos – Fluss der Zeit Eintrag auf der Homepage der Berlinale 2026Abgerufen am 17. März 2026

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Volker Koepp