Hilda Villegas Castrejon (* 26. Februar 1931 in Mexiko-Stadt, Mexiko; † 1. August 2012) war eine mexikanische Chirurgin und Hochschullehrerin. Sie war ordentliche Professorin an der Medizinischen Fakultät der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) und eine Pionierin der Elektronenmikroskopie in Mexiko. 1990 wurde sie als erste Frau in die Mexikanische Akademie für Chirurgie aufgenommen.https://www.researchgate.net/scientific-contributions/Hilda-Villegas-Castrejon-2032546971https://www.redalyc.org/pdf/662/66223280006.pdf
Leben und Werk Villegas Castrejon war die Tochter des Militärradiologen Andrés Villegas Reyes. Sie absolvierte ihr Grundstudium an der Motolinía-Universität und schloss ihr Medizinstudium am 13. November 1956 an der damaligen Medizinischen Fakultät im Santo-Domingo-Palast ab.
In Chicago absolvierte sie von 1957 bis 1958 ein Praktikum am Providence Hospital und spezialisierte sich von 1959 bis 1961 am Presbyterian-St. Luke’s Hospital und am Columbus Hospital auf Pathologische Anatomie. 1963/64 setzte sie mit einem Stipendium ihre Ausbildung in Pathologischer Anatomie am Krankenhaus Moabit und am Krankenhaus in Berlin fort. 1970 erhielt sie ein weiteres Stipendium des Deutschen Senats für eine Subspezialisierung in Elektronenmikroskopie und Morphologie an der Freien Universität Berlin. 2001 promovierte sie dort in Medizinwissenschaften mit der Dissertation Differenzierung und Redifferenzierung menschlicher Knorpelzellen in vitro.
Von 1967 bis 1985 war sie am Mexikanischen Sozialversicherungsinstitut als Mitarbeiterin in der Pathologie des Krankenhauses Nr. 1 für Gynäkologie und Geburtshilfe tätig. Dort etablierte sie nach ihrer Spezialisierung in Deutschland das erste Elektronenmikroskopie-Labor mit Schwerpunkt auf Geburtshilfe und Gynäkologie. Das Erdbeben von 1985 beschädigte ihren Forschungsbereich schwer und führte zu ihrem Ausscheiden aus dem Institut. Anschließend arbeitete sie im Rechtsmedizinischen Dienst als Pathologin und interne Gutachterin. Am Nationalen Institut für Perinatologie baute sie ein neues Elektronenmikroskopie-Labor auf, forschte zum humanen Immunschwächevirus (HIV) und war die erste Wissenschaftlerin, die berichtete, dass das HIV-Virus die Plazenta nicht passiert. Sie leistete auch Beiträge zur Diagnostik von Unfruchtbarkeit bei Paaren, wofür sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt.
Am Nationalen Rehabilitationszentrum (CNR) leitete sie die Abteilung für Zell- und Molekularmorphologie und verantwortete dort die Anschaffung und Implementierung zweier moderner Elektronenmikroskope, eines Transmissionselektronenmikroskops und eines Rasterelektronenmikroskops. Nach der Umwandlung des CNR in das Nationale Rehabilitationsinstitut 2005 übernahm sie die Forschungsleitung. Von 2011 bis zu ihrem Tod leitete sie die Morphologie-Abteilung.
Sie veröffentlichte 93 wissenschaftliche Artikel, 3 Übersichtsartikel, 8 Buchkapitel und 5 populärwissenschaftliche Artikel. Sie nahm an über 180 Konferenzen auf nationalen und internationalen Kongressen teil und war von 1996 bis 2000 als Forscherin der Stufe I im Nationalen Forschungssystem anerkannt. Von 1969 bis 1999 war sie ordentliche Professorin für Histologie an der Medizinischen Fakultät der UNAM. Sie betreute zahlreiche Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten an verschiedenen Institutionen, darunter das Mexikanische Institut für Soziale Sicherheit, das Nationale Institut für Perinatologie, das Nationale Rehabilitationszentrum (CNR) und das Nationale Institut für Rehabilitation.
Sie war die erste Frau, die in die Mexikanische Akademie für Chirurgie aufgenommen wurde. Sie war Mitglied der Nationalen Akademie für Medizin, Mitglied der Mexikanischen Akademie der Wissenschaften und von 2003 bis 2011 Beraterin des Mexikanischen Rates für die Akkreditierung der medizinischen Ausbildung.
Villegas Castrejón starb am 1. August 2012 im Alter von 81 Jahren.
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl) Für ihre wissenschaftlichen Leistungen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen von Institutionen wie der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM), der österreichischen Regierung, dem Mexikanischen Kollegium für Urologie, dem Mexikanischen Verband für Urologie, dem Nationalen Institut für Perinatologie, dem Weltverband für Kontrazeption, dem Mexikanischen Gesundheitsministerium, dem Mexikanischen Institut für Soziale Sicherheit (IMSS) und der Nationalen Sportkommission.
Veröffentlichungen (Auswahl) mit J. Carrillo Farga, Y. Paredes, A. Barrón, K. S. Karchmer: Ultrastructural study of placentas in HIV-positive women. Ginecol. obstet. Méx, 1994, S. 136–42.
Literatur Raúl Carrillo Esper: La mujer en el ejercicio de la medicina. Editorial Alfil, S.A. de C.V., México D.F., 2013. Pedro José Fernández Noreña: Mexicanas que hicieron historia (Spanish Edition). Hachette, 2024, ISBN 978-6075744667.
Weblinks Researchgate-Profil dra. hilda villegas castrejón (1931-2012) (spanisch) In Memoriam Dra. Antonia García Medina (spanisch) Youtube Video: In memoriam" Acad. Dra. Hilda Villegas Castrejón-Acad. Dr. Luis Guillermo Ibarra Ibarra-06Nov2012 (spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Chirurg Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Nationale Autonome Universität von Mexiko) Kategorie:Absolvent der Freien Universität Berlin Kategorie:Mexikaner Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Frau