Changing Our Minds: The Story of Dr. Evelyn Hooker ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm von Richard Schmiechen aus dem Jahr 1992. Es ist ein Filmporträt der Wissenschaftlerin Evelyn Hooker und war bei der Oscarverleihung 1993 für einen Oscar nominiert.
Inhalt Gezeigt wird das Leben von Evelyn Hooker vom ärmlichen Aufwachsen in Nebraska, über das Studium an der University of Colorado und an der Johns Hopkins University mit kurzen Abstechern nach Deutschland zum Beginn der Zeit des Nationalsozialismus und der Sowjetunion, wo sie Zeugin von Diskriminierungen wurde, und ihrer späteren Lehr- und Forschungstätigkeit an der University of California, Los Angeles, wo sie auch Kontakte zu Oberschichts-Homosexuellen pflegte. Ihre auf Anregung eines ihrer Studenten in der McCarthy-Ära durchgeführte Untersuchung von Unterschieden zwischen hetero- und homosexuellen Männern und das Ergebnis, dass keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden können wird dargelegt. Zugleich zeigt der Film die damalige Unterdrückung von Homosexualität und die primitive Behandlungen wie Elektroschocks, Lobotomien, Östrogen- oder Testosteroninjektionen, Hysterektomien, oder Kastrationen. Weiter zeigt er die weitere Entwicklung bis zur Entfernung von Homosexualität als Krankheit aus den psychologischen Handbüchern.
Neben Archivmaterial greift der Film auf Interviews, vor allem mit Evelyn Hooker zurück. Patrick Stewart begleitet den Film als Erzähler.
Rezeption
In Variety prognostizierte Dennis Harvey 1992, dass der Film für das Kino wegen des angeblich klinischen Themas schwer verkäuflich sein dürfte, aber als durchgehend fesselnde Dokumentation eine sichere Wette für die großen Fernsehkanäle sein dürfte. Die Vermarktung für Programmkinos in Städten mit großer LGBT-Präsenz könnte erfolgreich sein. Schmiechen stecke in dem Film ein weites Feld ab. Es würden erschreckende Aufnahmen von homosexuellen Menschen gezeigt, die primitiven Therapien unterzogen wurden. Er nannte als große Schwäche des Films, dass diese Aufnahmen zeitlich und örtlich nicht genau bestimmt seien, was zu teilweise chronologischen Problemen führe. Die Bochumer aufrechte und temperamentvolle 85-jährige Dr. Hooker sei eine entzückende Interviewpartnerin. Der Film hätte gerne fünfzehn Minuten länger sein können. Er sei glatt, aber ein wenig flüchtig, wenn versucht werde ihre Lebensgeschichte, Homosexuellenverfolgung und die Änderung der Einstellung der Psychologenbranche in 75 Minuten unterzubringen.Dennis Harvey: Changing Our Minds: The Story of Dr. Evelyn Hooker, Variety vom 1. Juli 1992
Das Melbourne International Film Festival beschreibt den Film als nüchternes Porträt, welches bei seiner Aufgabe die bahnbrechende Arbeit einer außergewöhnlichen Frau zu zeigen. Außerdem belohne Schmiechen die Zuschauer mit der warmen und amüsanten Evelyn Hooker selbst. Eine Wissenschaftlerin, die ihren Erfolg damit zusammenfassen könne, die Fähigkeit zu Lieben erlangt zu haben. Es sei nicht überraschend, dass dieser Erfolg mit einem emotional erfüllten Leben einher gegangen sei.Anne Woodman: Changing Our Minds: The Story of Dr. Evelyn Hooker beim Melbourne International Film Festival.
Auszeichnung 1993: Oscar-Nominierung bester DokumentarfilmThe 65th Academy Awards – 1993 bei oscars.org
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1992 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Homosexualität im Film Kategorie:Filmbiografie Kategorie:US-amerikanischer Film