Friedrich Ernst Carl Fromm, auch Carl/Karl Fromm (* 11. September 1776 in SchwerinSo nach Brüssow (Lit.) und dem Eintrag in der Mecklenburger Volkszählung von 1819 (abgerufen über ancestry.com); getauft 12. September Kirchenbuch Schwerin (Schloss): Taufeintrag Nr. 14/1776. Genannt wird darin zeittypisch nur sein Taufdatum; † 5. Dezember 1846 in Rostock) war ein deutscher Instanzenrichter und Kunstsammler.
Leben Friedrich Ernst Carl Fromm war das jüngste Kind des Direktors der herzoglichen Justizkanzlei zu Schwerin August Christian Fromm (1729–1811) und dessen Frau Christine Elisabeth, geb. Schlaaf († 1797). Er hatte vier Schwestern und einen Bruder, den Hofprediger Christian Georg August Fromm (1774–1817).Biographische Informationen im Wesentlichen nach dem Nachruf von Friedrich Brüssow: Nekrolog Friedrich Ernst Carl Fromm. In: Freimüthiges Abendblatt 29 (1847), 1484, Beilage, S. 510–512 (Digitalisat)
Fromm besuchte die Domschule Schwerin, das spätere Gymnasium Fridericianum Schwerin, bis Michaelis 1794 und studierte dann Rechtswissenschaften, erst ein Jahr an der Universität Jena, dann ab Oktober 1795 an der Universität Göttingen.Die Matrikel der Georg-August-universität zu Göttingen, 1734-1837. Göttingen 1937, S. 358 Nr. 17387Ein Studium an der Universität Rostock (so Brüssow), lässt sich in den 1790er Jahren im Rostocker Matrikelportal noch nachweisen 1797 erhielt er eine Anerkennung (accessit) für die Lösung einer Preisfrage der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen.Das Thema war Über die Kraft der eventuellen Belehnung bei Einwilligung der Hauptvasallen, siehe Friedrich Saalfeld: Geschichte der Universität Göttingen in dem Zeitraume von 1788 bis 1820. Teil 3, Hannover 1820, S. 548
Zu Michaelis 1797 trat er in den Justizdienst des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin, zunächst als Auditor bei der Justizkanzlei in Schwerin. Im Februar 1800 erhielt er durch ständische Wahl eine Assessor-Stelle am höchsten Gericht für beide Mecklenburg, dem Mecklenburgischen Hof- und Landgericht in Güstrow, in die er am 22. April eingeführt wurde.Vgl. Staatswissenschaftliche und juristische Nachrichten 2 (1800), Sp. 76 1815/16 unternahm er eine Reise nach Italien.Thea Vignau-Wilberg, Felix Billeter: Spätklassizismus und Romantik: vollständiger Katalog. München: Hirmer 2003, ISBN 978-3-7774-8520-1, S. 46–48, hier S. 47 Anm. 4 Bei der Einrichtung des mecklenburgischen Oberappellationsgerichts nach Artikel XII der Deutschen Bundesakte mit Sitz in Parchim wurde er 1818 als Oberappellationsgerichtsrat einer der Richter und am 9. Februar 1838 dessen Vizepräsident (Direktor) unter dem Präsidenten Friedrich von Oertzen. 1840 zog er mit dem Gericht nach Rostock um (Oberappellationsgericht Rostock).
Seine letzten Lebensjahre waren von zunehmender Belastung durch die Krankheit des Gerichtspräsidenten geprägt. Er starb nach einem Schlaganfall.
Friedrich Ernst Carl Fromm war seit 1816 verheiratet mit Louise, geb. Klockmann, einer bereits geschiedenen Tochter des Schweriner Arztes und Apothekers Clamor Heinrich Klockmann. Das Paar hatte zwei Töchter, Emma und Bertha (1819–1905). Bertha heiratete 1841 Hermann Stannius.
Ehrungen Ehrendoktor der Juristischen Fakultät der Universität Rostock (12. November 1819 zum Universitätsjubiläum)Eintrag der Promotion im Rostocker Matrikelportal
Overbeck und Cornelius Auf seiner Reise nach Italien 1815/16 unterstützte Fromm die damals noch jungen deutschen Maler in Rom, die wegen ihrer romantisch-religiösen Kunst später als Nazarener bekannt wurden. 1815 vergab er (mindestens) zwei Aufträge: an Friedrich Overbeck für ein Gemälde der Verkündigung als privates Andachtsbild (79 × 51,5 cm). Oberbeck fertigte eine kartonartige Vorzeichnung an, die seit 1991 Teil der Graphischen Sammlung im Lübecker Behnhaus ist. Der Entwurf beruhte im Wesentlichen auf einer Wiederholung der linken Bildhälfte des Aquarell-Diptychons Verkündigung und Heimsuchung.Heute im Museo Nacional de San Carlos, Mexiko. 1820 sandte Overbeck den Karton und das fertige Gemälde über sein Lübecker Elternhaus nach Parchim an Fromm. Overbecks Vater, der Bürgermeister Christian Adolph Overbeck war von dem Bild überaus angetan, was zu einem Briefwechsel zwischen Vater und Sohn mit Gedanken zur Kunstbetrachtung führte.Siehe dazu Michael Thimann: Overbeck und die Bildkonzepte des 19 Jahrhunderts. Regensburg: Schnell & Steiner 2014, ISBN 978-3-7954-2728-3, S. 253–255 Das Gemälde, von dem 1822 in Hamburg eine Lithographie angefertigt wurde, blieb über die Tochter Bertha, verh. Stannius und ihre Nachkommen in der Familie. Lange Jahre, noch Michael Thimann 2014, galt es jedoch als verschollen. Dann tauchte es im Januar 2025 im französischen Kunsthandel auf.Johann Friedrich OVERBECK (Lübeck 1789 - Rome 1869): L'Annonciation, Beschreibung bei turquin.fr, abgerufen am 13. Februar 2025 Noch vor einer für März 2025 geplanten Auktion wurde es vom Louvre erworben.L'Annonciation Beschreibung auf collections.louvre.fr, abgerufen am 13. Februar 2025 an Peter von Cornelius für ein Gemälde Die drei Marien am Grab (62 × 74 cm), möglicherweise als Gegenstück. Auch Cornelius schuf zunächst einen (nicht erhaltenen) Karton und liefert das Bild dann 1822, nach seiner Rückkehr aus Italien, an Fromm. Es gilt als Schlusspunkt der religiösen Bilder während seiner ersten römischen Zeit.Thea Vignau-Wilberg, Felix Billeter: Spätklassizismus und Romantik: vollständiger Katalog. München: Hirmer 2003, ISBN 978-3-7774-8520-1, S. 46–48 Auch dieses Bild blieb in der Familie, kam jedoch schon 1959 in den westdeutschen Kunsthandel und über die Sammlung Busche 1992 in die Sammlung der Neuen Pinakothek in München.
Werke Einige processualische Betrachtungen in Bezug auf die Errichtung eines Oberappellations-Gerichts in Mecklenburg . Hamburg: Perthes und Besser 1817 (Digitalisat)
Literatur Johann Georg Meusel: Das gelehrte Teutschland. Band 22/2, Lemgo 1831, S. 253 Friedrich Brüssow: Nekrolog Friedrich Ernst Carl Fromm. In: Freimüthiges Abendblatt 29 (1847), 1484, Beilage, S. 510–512 (Digitalisat) Michael Thimann: Overbeck und die Bildkonzepte des 19. Jahrhunderts. Regensburg: Schnell & Steiner 2014, ISBN 978-3-7954-2728-3, S. 253–255 Thea Vignau-Wilberg, Felix Billeter: Spätklassizismus und Romantik: vollständiger Katalog. München: Hirmer 2003, ISBN 978-3-7774-8520-1, S. 46–48
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