Pernille Stockmarr ist eine dänische Designhistorikerin, Kuratorin und Hochschullehrerin. Seit Februar 2024 ist die Kuratorin des Dänischen Architekturzentrums.
Leben Stockmarr promovierte an der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie in Design und Ästhetik. Sie lehrte an der Universität Kopenhagen und später an der Königlichen Akademie. Von 2017 bis Anfang 2024 war sie Museumsinspektorin und Forschungsverantwortliche am Designmuseum Dänemark. Zum 1. Februar 2024 wechselte sie als Kuratorin zum Dänischen Architekturzentrum. Seit dem 1. Mai 2023 gehört sie dem Vorstand der Königlichen Akademie an. Als Autorin veröffentlichte sie ein Buch über den Designer Erik Magnussen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Ästhetik, Materialien und Nachhaltigkeit, Ausstellungsdesign und zeitgenössisches Design.
Wirken Als Kuratorin am Dänischen Architekturzentrum verantwortete Stockmarr die Überblicksausstellung The Future is Present (2022–2024), die in verschiedenen Themen die Rolle des Designs für Gegenwart und Zukunft diskutierte. Zudem kuratierte sie gemeinsam mit Ane Lynge-Jorlén die Freiluftschau Absent Bodies (2020) über neue Positionen der nordischen Modedesign-Nachwuchsszene. Zu ihren jüngeren Projekten am Designmuseum zählen überdies Urban Heartbeats (2023) und Endangered Spaces & Species (2023). Sie kritisiert, dass die Geschichtsschreibung des Designs lange ein männerdominiertes industrielles Design privilegiert habe und fordert, dass kunsthandwerkliche Disziplinen und weibliche Positionen stärker berücksichtigt werden sollten. Öffentlichkeitswirksam erläuterte sie unkonventionelle Materialexperimente, etwa die Lampe Inside Out von Karen Barbro Bendixen aus rund 200 Metern Ochsendarm und einem LED-Rohr, die sie als Anlass für Gespräche über Materialkultur und Nachhaltigkeit beschreibt. Am Dänischen Designzentrum realisierte sie Ausstellungen zu gesellschaftlich relevanten Themen wie Klimaresilienz; so zeigte Water is Coming (2024–2025) Strategien, wie Städte mit Wasser leben und es gestalten können. Im Jahr 2025 thematisierte die von ihr verantwortete Ausstellung Meet Me Here die Bedeutung physischer Präsenz und externe Räume in einer digital geprägten Alltagskultur. Ihre Arbeit verknüpft theoretische Einsichten mit ausstellungspraktischer Vermittlung.
Einzelnachweise
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