Alexander Imanuel Rigler war im 19. Jahrhundert ein deutscher Konsul in Bessarabien, das seit 1812 zum Russischen Reich gehörte.

Konsul in Bessarabien Als deutscher Auslandsvertreter arbeitete er ab 1863 für Preußen, dann für den Norddeutschen Bund, und 1871 bis 1877 für das Deutsche Kaiserreich. "Consul Rigler" war zuständig für die Gouvernements Bessarabien, Podolien, Wolhynien, Kiew und Tschernigow. Dazu gehörte u. a. auch das Ausstellen von Reisepässen für das Deutsche Reich. Als 1877 ein Berufskonsulat in Kiew eingerichtet wurde, endete seine Laufbahn als Wahlkonsul. Im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes sind seine Tätigkeiten aus dieser Zeit sowie sein Rücktritt dokumentiert.Sigrid Standke: Neues aus dem Archiv unseres Heimatmuseums. Anfrage zu 'Alexander Imanuel Rigler, kaiserlich deutscher Wahlkonsul mit Dienstsitz in Akkiermann'. In. Mitteilungsblatt des Bessarabiendeutschen Vereins e.V. Heft 12/2025, S. 20–21. (Anfrage von Harald Richter mit Informationen, Abbildungen und Materialien).

Der Amtssitz des deutschen Konsulats lag im südlichen Teil Bessarabiens in der Kreisstadt Akkierman bei Odessa am Schwarzen Meer. Die dienstliche Siegelmarke, mit der Consul Rigler amtliche Briefe verschloss, trug allerdings in der Amtsbezeichnung einen Zusatz: „Kaiserlich Deutsches Consulat - Villa St. Marino“. Diese „Villa St. Marino bei Chotin zu Bessarabien“ (heute Chotyn/Ukraine), sein Wohnort, lag damals an der nördlichsten Spitze von Bessarabien, in strategisch günstiger Lage, wo sich mehrere Landesgrenzen berührten. Im 19. Jahrhundert war Chotyn ein Zentrum jüdischen Lebens, der deutsche Bevölkerungsanteil war hier sehr gering.

Familie Der Konsul Alexander Rigler war nebenbei auch ein deutscher Gutsbesitzer. Mit seiner Ehefrau Johanna geb. Bornemann hatte er mehrere Kinder, die auf ihrem Landsitz „Villa St. Marino“ bei Chotin in Bessarabien aufwuchsen. Mindestens zwei der Kinder wurden in Dunajiwzi geboren, das nördlich von Chotyn im angrenzenden Gouvernement Podolien lag.

Sohn Friedrich Rigler (geb. 14. Juli 1864 in Dunajiwzi), der später ein umstrittener Kolonialbeamter in Afrika wurde. Tochter Bertha Hulda (geb. 17. August 1866 in Dunajewce) Tochter Marie Louise Gustava (1869–1947).

Offenbar besaß die Familie mehrere Landgüter. Auf einem davon, lebte der Sohn Friedrich Rigler – nach Rückkehr von seinem Studium in Deutschland – als Gutsverwalter, bevor er in die deutschen Kolonien nach Afrika zog. Das Gut lag in der Bukowina, einer Region westlich von Chotyn. In der Bukowina lebten schon seit 1780 deutsche Kolonisten.

1888 war Alexander Rigler "Deutscher Konsul a.D. und Gutsbesitzer in Rheda; U.Z.Breslau".Wilhelm Ebel (Hrsg.): Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen 1837–1900. Textband (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen IX Abt. 3)) August Lax, Hildesheim 1974. S. 645, Eintrag 64 288. 29. Oktober 1888, Matrikel-Nr. 161: „Rigler, Friedrich; phil.; V[ater]: Deutscher Konsul a. D. und Gutsbesitzer in Rheda; U. Z. Breslau.“ (Hier zitiert von der Wikipedia-Seite zu Friedrich Rigler)

Einzelnachweise

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