mini|Nato Vachnadze 2018 Briefmarke von Georgien. Nato Watschnadse (Natalia „Nato“ Vachnadze, , geb. Natalia Andronikaschwili – , Natalya Georgievna Andronikasvhili ; 14. Juni 1904, Warschau, Russisches Kaiserreich; 14. Juni 1953, Grigolischi (Sugdidi), Mingrelien) war eine georgische und sowjetische Filmschauspielerin. Sie begann ihre Karriere in der Stummfilm-Zeit. Sie spielte gewöhnlich die Rolle einer Ingénue (jugendlichen Naiven). Auch in der Tonfilmzeit arbeitete sie bis zu ihrem Tod bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 1953 als Schauspielerin. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Titel „Volkskünstlerin der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik“ und den Stalinpreis.
Leben Nato Watschnadse wurde in Warschau geboren, damals Teil des Russischen Reiches, als Tochter des georgischen Vaters Georgi Andronikow aus der Familie Andronikaschwili und der polnischen Mutter Jekaterina Sliwizkaja geboren. Ihren Nachnamen nahm sie aus ihrer ersten Ehe mit Merab Vachnadze an, mit dem sie einen Sohn, Tengiz Vachnadze (geb. 1926), den späteren Architekten, hatte. Ihre zweite Ehe schloss sie mit dem Filmregisseur Nikoloz Schengelaja (ნიკოლოზ შენგელაია, Николай Михайлович Шенгелая), mit dem sie zwei Söhne hatte, die Filmregisseure Giorgi Schengelaia und Eldar Schengelaia.Peter Rollberg: Historical Dictionary of Russian and Soviet Cinema. Scarecrow Press 2008: S. 724–725. ISBN 978-0-8108-6072-8 Ihre dritte Ehe ging sie mit dem sowjetischen Marinekapitän Anatoli Kacharawa (ანატოლი კაჭარავა, 1910–1982) ein. Nato Vachnadzes jüngere Schwester Kira (1908–1960) wurde ebenfalls Schauspielerin und heiratete den Schriftsteller Boris Pilnjak.
Obwohl verschiedene Versionen ihrer Entdeckung für den Film existieren, ist die populärste und wahrscheinlichste, dass der Filmregisseur Schakro Berischwili (Shakro Berishvili) in einem Fotostudio in Tiflis auf ihre Fotografien aufmerksam wurde. Er spürte sie in Kachetien auf und überzeugte sie, in ihrem ersten Film, dem Abenteuerfilm „Arsen der Bandit“ (Разбойнике Арсене – Rasboinike Arsene) von 1923, mitzuspielen.G. Gvaladze: Who Discovered Nato Vachnadze?. In: Kavkasiis Macʻne= Kavkazskiĭ Vestnik= Caucasian Messenger. Vol. 12. National Parliamentary Library of Georgia, Tbilisi, Georgia 2005 Die Rolle der „Nunu“ in dem Film „Vatermord“ von 1923 und die Rolle der „Esma“ in dem Film „Drei Leben“ (Tri schisni, ) von 1924 machten sie nicht nur in der Georgischen Unionsrepublik, sondern in der gesamten Sowjetunion berühmt. In diesen Filmen verkörperte sie die Ingénue, eine unschuldige und leidenschaftliche junge Frau. Der Theater- und Filmregisseur Kote Mardschanischwili (კონსტანტინე (კოტე) მარჯანიშვილი, Константи́н Алекса́ндрович Марджанов) gab Watschnadse zwei anspruchsvolle Rollen in den Experimentalfilmen „Die Stechfliege“ (კრაზანა, ) und „Amok“, die auf Romanen von Ethel Voynich und Stefan Zweig basieren. Inzwischen nicht nur ein nationaler, sondern auch ein internationaler Star, spielte sie die Zigeunerin „Mascha“ in dem deutsch-sowjetischen Film „Der lebende Leichnam“, der auf Lew Tolstois gleichnamigem Theaterstück basiert.
Watschnadse zusammen mit ihrem Kollegen Igor Iljinskij – eine der ersten Filmstars der jungen Sowjetunion und wurde mitunter als die sowjetische Wera Wassiljewna Cholodnaja bezeichnet, nach der ersten Filmdiva des Russischen Reiches. Zu den Indizien für ihren Starruhm zählen die Nennung ihres Namens in Filmwerbungen und die Veröffentlichung zweier Groschenromane mit einer Auflage von fast 100.000 Exemplaren. Ihre Filmfigur unterschied sich deutlich von denen anderer Schauspielerinnen. Die meisten sowjetischen Schauspielerinnen der 1920er-Jahre spielten entweder die traditionelle oder die proletarische Heldin. Watschnadse hingegen verkörperte glamouröse Frauen mit einem aktiven Privatleben – vermutlich ermöglichte ihr ihre 'exotische' georgische Herkunft mehr Freiheiten auf der Leinwand als einer russischen Schauspielerin. Ungewöhnlich für das sowjetische Kino waren die meisten ihrer Filme erotische Melodramen, in denen sie mit großer Leidenschaft und Emotionalität spielte. Jewgenija Ginsburg beschrieb sie in ihren Memoiren als „taubenhafte Heldin“ („dovelike heroine“) und als „ewiges Opfer“ („an eternal victim“).Denise J. Youngblood: Kap. Images and Stars. In: Movies for the Masses: Popular Cinema and Soviet Society in the 1920s. Cambridge University Press 1993: S. 90–104. ISBN 978-0-521-46632-5 ASsrchivlink Der Schriftsteller Wiktor Schklowski bezeichnete sie als „Künstlerin amerikanischen Typs, da ihr Wert in der Reinheit ihres ethnografischen Typs liegt“.„an artiste of the American type because her value lies in the purity of her ethnographic type.“ Richard Taylor, Ian Christie: The Film factory: Russian and Soviet cinema in documents 1896–1939. Taylor & Francis, Januar 1988: S. 237–239. google books ISBN 978-0-7100-9628-9
Mit dem Aufkommen des Tonfilms beschloss Vachnadze, sich eine Auszeit zu nehmen. Auf Empfehlung von Grigori Kosinzew ging sie nach Moskau, wo sie als Regieassistentin für Esfir Schub arbeitete.G. Gvaladze: Nato Vachnadze’s Cooperation With Esther Shubb. In: Kavkasiis Macʻne=Kavkazskiĭ Vestnik=Caucasian Messenger. National Parliamentary Library of Georgia, Tbilisi, Georgien. vol. 15. 2006. Anschließend kehrte sie nach Georgien zurück und setzte ihre Karriere mit einigen der ersten georgischen Tonfilme fort, darunter „Die letzten Kreuzritter“ (Poslednije krestonoszy, , 1934) und „Die letzte Maskerade“ (Posledni maskarad, , 1934) von Micheil Tschiaureli. Sie spielte auch in Filmen ihres zweiten Ehemanns, Nikoloz Schengelaja, mit, darunter der Stummfilm „Giuli“ und „Das goldene Tal“ (Solotistaja dolina, ). Der Film „Die Eroberer der Gipfel“ (Pokoriteli werschin, , 1952) wurde von David Rondeli inszeniert.
Als erster Star des georgischen und sowjetischen Kinos wurde sie sowohl als Volkskünstlerin der Sozialistischen Georgischen Sowjetrepublik, als auch mit dem Stalinpreis ausgezeichnet. Sie wurde zur Verdienten Künstlerin der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik ernannt und erhielt drei Orden des Roten Banners der Arbeit. 1943 trat sie der Kommunistischen Partei der Sowjetunion bei. Nato Watschnadse starb 1953 bei einem Flugzeugabsturz. Kurz vor ihrem Tod wandte sich der Dichter und Schriftsteller Boris Pasternak bei einem Besuch in seinem Landhaus an sie. Er sagte über Nato Watschnadse: „Deine Schönheit weckt in uns den Wunsch, vor dir niederzuknien!“„Your beauty evokes a desire [in us] to kneel down before you!“ Gabounia Ketevan, John D. Murphy: Georgian newspaper reader. Archivlink Dunwoody Press, Oktober 1995: S. 141 ISBN 978-1-881265-19-1
Nach ihrem Tod wurde sie mehrfach geehrt. Eine Straße in Tiflis wurde nach ihr benannt, sowie ein Tanker der Georgian Shipping Company (1985–1995).Thomas Kunadt: Die Schiffe in Hamburg und auf der Elbe: Shipspotting. Murmann Verlag, Mai 2006: S. 19. ISBN 978-3-938017-58-6 Der Georgische Filmpreis wurde zu ihren Ehren als „Nato“ bezeichnet.Tim Burford: Georgia: The Bradt Travel Guide. Bradt Travel Guides, Juli 2007: S. 44. ISBN 978-1-84162-190-6 1981 wurde auf dem Familienanwesen in Gurdschaani, Kachetien, das Nato Vachnadze House Museum gegründet. Ihre Überreste wurden auf dem Didube-Pantheon beigesetzt.
Filmographie JahrEnglischGeorgischRussischRolleRegisseur 1923 Arsen the Banditარსენა ყაჩაღიРазбойник Арсен Neno Vladimir BarskyВладимир Григорьевич Барский Patricideმამის მკვლელიУ позорного столба Nunu Hamo BeknazarianՀամո ԲեկնազարյանАмбарцум Бек-Назаров 1924 Three Livesსამი სიცოცხლეТри жизни Esma Iwan Perestiani 1925 The Case of Tariel Mklavadzeტარიელ მკლავაძის მკვლელობის საქმეГерой нашего времени Despine Iwan Perestiani Who is the Guilty?ვინ არის დამნაშავე?Наездник из Вайлд Вест Pati Alexandre Tsutsunavaალექსანდრე წუწუნავაЦуцунава, Александр Ражденович Horrors of the Past 2ათასის ფასად Vladimir Barsky 1926 The GadflyკრაზანაОвод Jema Kote Marjanishviliკონსტანტინე (კოტე) მარჯანიშვილიКонстанти́н Алекса́ндрович Марджанов NatelaნათელაНатела Natela Hamo Beknazarian 1927 AmokამოკიАмок, закон и долг Frau Kote Marjanishvili GiuliგიულიГиули Guili Nikoloz Schengelaja 1928 The Living CorpseЖивой труп Masha Fjodor Ozep 1930 Suburban QuartersКварталы предместья Dora Grigori Gritscher-Tcherikover 1931 Iron BrigadeЖелезная бригада Masha Dmitri VasilyevДмитрий Иванович Васильев 1934 The Last Crusadersუკანასკნელი ჯვაროსნებიПоследние крестоносцы Tsitsya Siko Dolidze The Last Masqueradeუკანასკნელი მასკარადიПоследний маскарад Tamari Micheil Tschiaureli 1937 The Golden Valleyნარინჯის ველიЗолотистая долина Nani Nikoloz Schengelaja ArsenaარსენაАрсен Neno Micheil Tschiaureli 1939 Girl from Khidobaniქალიშვილი ხიდობნიდანДевушка из Хидобани Gviristine Diomide Antadze 1940 MotherlandსამშობლოРодина Natela Diomide Antadze & Nikoloz Schengelaja 1941 QadjanaქაჯანაКаджана Marta Konstantine Pipinashvili 1943 He will come backის კიდევ დაბრუნდებაОн еще вернется Manana Diomide Antadze & Nikoloz Schengelaja 1947 A Cradle for Akakiაკაკის აკვანიКолыбель поэта Mano Konstantine Pipinashvili 1948 Keto and Koteქეთო და კოტეКето и Котэ Tanzend in der letzten Szene Vakhtang Tabliashvili & Shalva Gedevanishvili 1952 Conquerors of the Peaksმწვერვალთა დამპყრობნიПокорители вершин Elisabed Lomidze Davit Rondeli
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