Perihan Arpacılar (* 5. März 1949 in Boyabat; † 10. Juni 2022 in Frankfurt am Main) war eine türkisch-deutsche Künstlerin.

Werdegang Perihan Arpacılar wurde 1949 in der türkischen Provinz Sinop im Norden Anatoliens geboren. Sie zeichnete bereits seit ihrer Kindheit und nahm als Jugendliche an Meisterschaften im Fechten teil. 1969 legte sie in Ankara das Abitur ab. Im Jahr 1971 ließ sie sich in Frankfurt am Main nieder und studierte von 1973 bis 1979 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Das Studium schloss sie mit Diplom ab. Sie nahm außerdem Zeichenunterricht und besuchte das Tonatelier an der Hochschule für Bildende Künste–Städelschule, wo sie an der Abendschule Modellier- und Tonarbeiten schuf. Zudem absolvierte sie ein Fernstudium Grafik am Züricher Kunstinstitut.

Perihan Arpacılar begann ab 1980 ihre Menschen- und Landschaftsbilder auf Aufstellungen zu zeigen. Ab 2010 arbeitete sie künstlerisch im Frankfurter Atelier Goldstein. Sie lebte und arbeitete bis zu ihrem Tod 2022 in Frankfurt.

Werk Perihan Arpacılar schuf Linolschnitte, Acryl- und Gouachgemälde, Reliefs und Skulpturen. In späteren Jahren konzentrierte sie sich hauptsächlich auf Porträts von Menschen aus ihrem Umfeld oder von Persönlichkeiten, die sie bewunderte. Sie arbeitete mit wenigen Tuschefarben, die sie wie Aquarellfarbe verwendete und die an asiatische Maltechniken erinnert. „In ihren Arbeiten wurde der besondere Umgang mit Tusche als fluides Material prägend für ihre Bildsprache. Mit fließenden Pigmenten auf Papier schuf sie Portraits“ im Zwischenraum von figurativ und abstrakt. Parallel fertigte sie klare, farbige Holzschnitte. In dieser Technik entstand der Zyklus „Kult“ mit Porträts von acht unverkennbaren Künstlerikonen in limitierter Edition.

Werke von Perihan Arpacılar befinden sich unter anderem in der Schweizer Sammlung Dammann, der Sammlung Hannah Rieger – Living in Art brut in Österreich und als Teil der Sammlung MeyVArt im Hessischen Landesmuseum Darmstadt.

Ausstellungen (Auswahl) 2024/2025: Biotop Art Brut. 
Werke aus der Sammlung Hannah Rieger. Kunsthalle Jesuitenkirche
, Aschaffenburg
 2023: Der weltbekannte Planet. Neuer Kunstraum, Düsseldorf 2021: Zärtlicher Schmerz. Kunsthaus Muerz, Mürzzuschlag 2021: Animale e persona - Art brut aus der Sammlung Hannah Rieger. Barockschlössl Mistelbach 2021: Het Nieuwe Geniaal. Culturcentrum, Mechelen 2020: NO20–39 SummaSummarum. Goldstein Galerie/Atelier Goldstein, Frankfurt am Main 2019: Flying High. Künstlerinnen der Art Brut. Bank Austria Kunstforum Wien (kuratiert von Ingried Brugger, Hannah Rieger) 2018: Kult. Brunnensaal des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Marburg 2017: Das Beste aus allen Welten. Atelier Goldstein, Stadthaus Ulm 2017: „Ballastexistenzen“? Arbeiten aus dem Atelier Goldstein. Paulskirche, Frankfurt am Main 2017: Living in Art brut. 123 Works from the Hannah Rieger Collection Living in Art brut. Museumkrems, Krems an der Donau (kuratiert von Monika Jagfeld) 2017: NO25 Diese Geister. Goldstein Galerie, Frankfurt am Main 2014: NO5 Animus und Anima. Atelier Goldstein, Frankfurt am Main (gemeinsam mit Jean El Tannir) 2010: Perihan Arpacilar – Selbstsucherin. Galerie Art Cru, Berlin (Einzelausstellung, kuratiert von Thomas Röske) 2009: »Bis wohin - ich«. Malerei auf Papier. Gallus Theater, Frankfurt am Main (Einzelausstellung) Sammlung Prinzhorn

1980 stellte Perihan Arpacilar erstmals im Rahmen des Bundes Offenbacher Künstler aus. Sie beteiligte sich auch an regionalen Frankfurter Ausstellungen, wie dem Internationalen Treffpunkt Bockenheim, im Kulturzentrum Brotfabrik, der Nordwest-Stadtbücherei, der Kulturothek, im Gallus Theater und in der Städel Abendschule

Einzelnachweise Ausstellungen 2009 – 2010. In: Galerie Art Cru Berlin. Abgerufen am 10. Januar 2026

Bilder vom Menschen. In: Treffpunkte. Frankfurter Zeitschrift für Gemeindepsyciatrie. Ausgabe 3/2010, S. 24–25

»Die Bilder müssen in die Welt!«. In: Kunstmagazin - stayinart. Sonderausgabe 01/23, S. 113. Abdruck in: Gallery Christian Berst Art brut. Abgerufen am 8. Januar 2026

Perihan Arpacilar. In: Atelier Goldstein. Abgerufen am 10. Januar 2026

NO25 Diese Geister. In: Atelier Goldstein. Abgerufen am 10. Januar 2026

NO5 Animus und Anima. In: Atelier Goldstein. Abgerufen am 10. Januar 2026

Der Kunstverein Mistelbach und die blau-gelbe Viertelsgalerie laden Sie ein zur Ausstellung animale e persona. In: Galerie Gugging/Museum Gugging. Abgerufen am 10. Januar 2026

»Bis wohin - ich«. Malerei auf Papier. In: Gallus Theater. Abgerufen am 10. Januar 2026

Schenkung der »Sammlung MeyVArt«. In: Hessisches Landesmuseum Darmstadt vom 13. Mai 2020. Abgerufen am 10. Januar 2026

Katharina J. Cichosch: Hierarchien? Brechen!. In: Journal Frankfurt vom 4. Januar 2021. Abgerufen am 10. Januar 2026

Kunstwerke des Atelier Goldstein in der Paulskirche zu sehen. In: Kulturportal der Stadt Frankfurt am Main vom 16. Oktober 2017. Abgerufen am 10. Januar 2026

Perihan Arpacilar. In: Living in Art brut - Hannah Rieger Collection. Abgerufen am 10. Januar 2026

Hannah Rieger, Thomas Schauerte (Hrsg.): Biotop Art Brut. Werke aus der Sammlung Hannah Rieger. S. 128 In: Museen Aschaffenburg. Abgerufen am 10. Januar 2026

Kunst von Perihan Arpacilar. In: Universität Marburg. Abgerufen am 10. Januar 2026

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