mini|hochkant|Wappen derer von Schilgen im Wappenbuch des Westfälischen Adels Schilgen ist der Name einer nordrhein-westfälisch-niedersächsischen Familie, die in einem Zweig 1787 in den Reichsadelsstand erhoben wurde.

Geschichte Die frühesten bekannten Vertreter des Geschlechts waren im Rheinland ansässig, u. a. in Köln und Neuss. Von dieser ältesten Stammlinie stammt auch der promovierte Jurist Johann Schilgen, Bürgermeister in Rheine. Dann spaltete sich die Familie in eine ältere und eine jüngere Linie.Pottmeyer (1925), S. 1–16.

Die ältere Linie war ansässig in Dorsten, der Grafschaft Bentheim, Rheine und Emsdetten. Ein Mitglied dieser Linie war Christian Joseph Schilgen, Hofrichter in Bentheim. Andere Familienmitglieder dieser Familie gründeten 1873 die J. Schilgen GmbH & Co. KG. Ein Sohn der Firmengründer, Joseph Schilgen (1887–1955), war Zentrums-Politiker und Mitglied der Weimarer Nationalversammlung. Ein anderer Zweig dieser Linie kam auch nach Belgien.Pottmeyer (1925), S. 17–51.

Die jüngere Linie lebte in ursprünglich in Münster und Osnabrück, später auch im Oldenburgischen.Pottmeyer (1925), S. 52–82. Ein Zweig dieser jüngeren Linie der Familie wurde in Person des Albert Franz Xaver Ignaz Schilgen (1762–1828), promovierter Jurist, Sohn von Johann Wilhelm Nikolaus Schilgen (1715–1767) und Maria Anna Gertrud von Schlaun (1730–1802), am 24. Februar 1787 mit dem Prädikat „von“ in den Reichsadelsstand erhoben.AT-OeStA/AVA Adel RAA 369.67. Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke geben als Jahr der Standeserhöhung fälschlicherweise 1789 an.Ledebur (1858), S. 338. Ein Nachkomme von Albert von Schilgen war 1845 Land- und Stadtgerichtsrat und 2. Direktor zu Arnsberg.Ledebur (1856), S. 365.Kneschke (1868), S. 162. Wolf von Schilgen (1917–2015) war deutsch-österreichischer Autor.

Persönlichkeiten Dirik Schilgen (* 1965), Jazzmusiker Joseph Schilgen (1887–1955), Politiker (Zentrum) Philipp Anton Schilgen (1792–1857), Maler Wolf von Schilgen (1917–2015), deutsch-österreichischer Autor

Wappen Blasonierung des Wappens derer von Schilgen (1787): In Gold ein doppeltgeschwänzter roter Löwe, der eine fünfperlige silberne Krone in seinen Pranken hält. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Helmdecken derselbe Löwe mit Krone in den Pranken wachsend.Spießen (1901–1903), S. 112.

Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 162 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 365 (digitale-sammlungen.de); Band 3: T–Z, Berlin 1858, S. 338 (digitale-sammlungen.de). Heinrich Pottmeyer: Kurze Geschichte der Familie Schilgen bezw. von Schilgen. Emsdetten 1925 (digitale Leseausgabe). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 112 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 278 (hhu.de).

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 369.67 Schilden, Albert, JUDr., Adelsstand, "von", privilegium denominandi, Lehenbesitzfähigkeit, 1787.02.24.

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht