Arati Kumar-Rao () ist eine indische Fotografin, Autorin und National Geographic Explorer, die mit Langzeitreportagen über bedrohte Landschaften in Südasien bekannt wurde. Ihr Buch Marginlands: Indian Landscapes On The Brink (2023) umfasst ein Jahrzehnt „slow journalism“ zu marginalisierten Landschaften und ihren Bewohnern. Sie wurde 2023 in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen; zudem war Marginlands in der Vorauswahl des Tata Literature Live! First Book Award 2023.

Leben Kumar-Rao arbeitet von Bangalore aus in Landschaften quer durch Südasien und dokumentiert die langsam vordringenden ökologischen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf Lebensgrundlagen und Biodiversitä. Im Jahr 2013 entschied sie sich, Geschichten über Landschaften langfristig und in „menschlichem Tempo“ zu erzählen, woraus sich ihr Ansatz des langsamen Berichtens entwickelte. Ihre Methode beruht auf wiederholten, saisonübergreifenden Aufenthalten vor Ort, um Zusammenhänge in Ökosystemen und Lebensweisen darzustellen.

Wirken Marginlands (2023) umfasst Langformreportagen, schwarz-weiße Skizzen und Fotografien und nimmt den Blickwinkel der Menschen ein, die in vulnerablen Landschaften leben. Das Buch ist in fünf Teile gegliedert – Thar-Wüste, Ganga-Brahmaputra-Becken, Westküste Indiens, Ökosystem Ladakh sowie städtische Räume – und baut auf über Jahre gewachsene Feldforschung auf. Es zeigt, wie Eingriffe wie der Farakka-Staudamm oder Küstenschutzmauern an Keralas Küste Erosion und Überschwemmungen verstärken, und wie Landgewinnung in Mumbai Risiken vergrößert. Zugleich plädiert das Werk für das Prinzip, „auf die Landschaft zu hören“, und verknüpft Beobachtungen aus Wüsten, Deltas und Küsten mit der Frage nach widerstandsfähigen Lebensweisen. Ihre Arbeit als Explorer wird durch die National Geographic Society gefördert.

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