mini|André Wogenscky, 1995 André Wogenscky (* 17. Juni 1916 in Paris; † 5. August 2004 in Saint-Rémy-lès-Chevreuse) war ein französischer Architekt. Er war einer der engsten Mitarbeiter von Le Corbusier und sein langjähriger Büroleiter.Jacques Lucan (Hrsg.): Le Corbusier – une encyclopédie. Centre Georges Pompidou, Paris 1987.

Leben und Werk Wogenscky hat Le Corbusier bereits 1936 kennengelernt und für ihn eine gewisse Zeit in dessen Studio in der Rue de Sèvres in Paris gearbeitet. Er studierte dann Architektur an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris.Fondation Le Corbusier: Biografische Angaben zu André Wogenscky. In den 1940er-Jahren trat er in das Atelier von Le Corbusier ein, in dem er schnell Karriere machte.Stanislaus von Moos: Le Corbusier. Elemente einer Synthese. Birkhäuser, Basel 1968. Er übernahm schließlich die seit 1941 vakante Stelle von Le Corbusiers Bürochef, die er bis 1958 bekleidete.

1957 gründete er während der Bauphase der Unité d’Habitation (Corbusierhaus) in Berlin ein eigenes Architekturbüro. Im folgenden Jahr verließ er das Atelier Le Corbusiers, für das er aber extern weiter tätig blieb.André Wogenscky Maison radieuse, abgerufen am 7. Januar 2026 Wogenscky baute zunächst eine Reihe von Privathäusern. 1952 begann er mit dem Bau seines Hauses in Saint-Rémy-lès-Chevreuse, das unter einem Dach Privathaus und Atelier seiner Frau Marta Pan vereinte, und in dem das Paar bis zu Wogensckys Tod wohnte. Der Garten des Hauses entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einem Skulpturenpark mit Pans Arbeiten. 1960 baute er die Villa Chupin in Saint-Brévin-les-Pins, die inzwischen mit dem Label Patrimoine du XXe siècle ausgezeichnet wurde und eine Arbeitersiedlung in Saint-Macaire-en-Mauges. Er beendete die l’Unité d’Habitation und das Stadion in Firminy und baute dort schließlich auch das von Le Corbusier vorgesehene Schwimmbad, das aber vollständig nach Wogensckys Entwurf errichtet wurde. In den folgenden Jahren schuf er eine Reihe von Verwaltungsgebäuden in Frankreich, in Beirut und in Japan.

Von 1956 bis 1965 unterrichtete er an der École nationale supérieure d’architecture in Brüssel. Nach dem Tod Le Corbusiers im Jahr 1965 übernahm Wogenscky Verantwortung für die Weiterführung und Fertigstellung mehrerer nicht abgeschlossener Projekte.

Wogenscky war in erster Ehe verheiratet mit Simone Galpin (1913–1993). Nach der Scheidung 1952 heiratete er die Bildhauerin Marta Pan.Marta Pan Foundation Galérie Mitterand, abgerufen am 7. Januar 2026

Fondation Marta Pan & André Wogenscky Marta Pan starb am 12. Oktober 2008 in Paris. Das kinderlose Ehepaar setzte als Erbin die von ihnen gegründete Stiftung Fondation Marta Pan & André Wogenscky ein. Sie hat seit 2011 ihren Sitz in dem von André Wogenscky 1952 erbauten und gemeinsam bewohnten Atelierhaus in Saint-Rémy-lès-Chevreuse.Siehe Website

Auszeichnungen 1989: Grand prix national de l’architectureAndré Wogenscky, Nachruf, Arquitectura Viva, abgerufen am 7. Januar 2026 1998: Mitglied der Académie des beaux-artsAndré Wogenscky Académie des beaux-arts, Institut de France

mini|Palais de justice des Hauts-de-Seine mini|Maison de la Culture in Grenoble Bauten (Auswahl) 1962: Le Centre International d’Hébergement André Wogenscky, Saint-ÉtienneCis Clairvivre-Wogenscky, ABC Salles, abgerufen am 8. Januar 2026 (Patrimoine du XXè siècle)Centre International d’Hébergement André Wogenscky, abgerufen am 9. Januar 2026 1963: Faculté de Santé Campus Saint-Antoine, mit Jean MaîtreFaculté de Santé Campus Saint-Antoine, Paris Promeneurs, abgerufen am 7. Januar 2026

1966: Campus Necker der Université Paris-Cité, saniert 2019 durch das Architekturbüro Patriarche, das einige bauliche Veränderungen im Inneren und an der Fassade vornahm.Le site Necker de l’Université Paris-Cité Paris Promeneurs, abgerufen am 7. Januar 2025Wir haben uns mit André Wogenscky intensiv befasst Bauwelt, abgerufen am 7. Januar 2026

1968/1971: Palais de justice des Hauts-de-Seine in NanterrePalais de justice in Nanterre structurae, abgerufen am 9. Januar 2026

1968: Maison de la Culture in GrenobleLa maison de la Culture de Grenoble L’ina, abgerufen am 8. Januar 2026

Ausstellung 1974: Marta Pan, André Wogenscky, Robert Wogensky au musée des Beaux-Arts, Lyon.Bulletins et Cahiers des musées lyonnais. 1974. Vol. 5. S. 291

Schriften Architecture active. Librairie Le Feu Follet, Paris 1972. Le Corbusiers Hände. Les Mains de Le Corbusier. König, Köln 2000. ISBN 978-3-88375326-3 André Wogenscky u. Maurice Besset [Hrsg.]: Le Corbusier Sketchbooks. Vol. 1-4. The Architectural Foundation and MIT Press in Collaboration with the Fondation Le Corbusier. 1980.

Literatur Ursula Muscheler: Gruppenbild mit Meister. Le Corbusier und seine Mitarbeiter. Berenberg, Berlin 2014. ISBN 978-3-937834-74-0 Annick Peli-Audan: André Wogenscky. Cercle d’Art, Paris 1993. ISBN 978-2-70220355-2 Paola Misino, Nicoletta Trasi: André Wogenscky. Raisons profondes de la forme. Le Moniteur, Paris 2000. ISBN 978-2-28119118-9 Kenneth Frampton: Modern Architecture: A Critical History. Thames & Hudson, London 2007. Weblinks

Fonds André Wogensky, Centre d’archives d’architecture du XXe siècle hypotheses; Vita und ausführliche Bibliographie Fondation Marta Pan & André Wogenscky Wogenscky, André (1916–2004) - 168 IFA Centre d’archives d’architecture contemporaine; Vita, ausführliche Bibliografie und Hinweise auf Archive André Wogenscky Architekt archinform.net

Einzelnachweise

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