Julia Schneider (geboren 1975), auch bekannt unter dem Pseudonym Doc J Snyder, ist eine deutsche Ökonomin, künstlerische Forscherin und Comic-Essayistin. mini|Julia Schneider (2025) Sie befasst sich mit künstlerischer Forschung an der Schnittstelle von Kunst und neuen Technologien (insbesondere Künstliche Intelligenz (KI), Computing, Blockchain) sowie Gesellschaft und Ökonomie. Schneider gilt als Pionierin des Comic-Essays als Methode der künstlerischen Forschung und Wissenschaftskommunikation. Ziel ihrer Arbeit ist es, komplexe Themen für eine breite Öffentlichkeit erfahrbar zu machen. Ihre Werke werden häufig unter freien Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht.

Leben und Karriere Schneider promovierte 2010 in Volkswirtschaft (Dr. rer. pol.) an der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation im Rahmen des Graduiertenprogramms des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) evaluierte mikroökometrisch die Aktivierungspolitik der Hartz-Reformen.

Sie war in der Innovations- und Arbeitsmarktforschung tätig, unter anderem für die Hans-Böckler-Stiftung, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin) und den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Später arbeitete sie als Strategieberaterin für KI. Seit 2018 widmet sie sich hauptberuflich der künstlerischen Forschung. Sie ist assoziiertes Mitglied des Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung.

Werk und Methodik Schneiders Arbeit konzentriert sich auf die Vermittlung komplexer soziotechnischer und gesellschaftspolitischer Themen und verbindet wissenschaftliche Tiefe mit künstlerischen Ausdrucksformen. Ein Schwerpunkt liegt auf der kritischen Auseinandersetzung mit neuen Technologien; auch in Zusammenarbeit mit Partnern wie der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), dem Bundesumweltministerium, dem Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz und dem Tübingen AI Center.

Darüber hinaus reflektiert sie gesellschaftliche, rechtliche und ethische Herausforderungen der Gegenwart, teilweise in Kooperation mit Forschungseinrichtungen. So visualisierte sie komplexe ökonomische und soziale Debatten (darunter zum Thema Ehegattensplitting gemeinsam mit dem WZB und Expertinnen wie Jutta Allmendinger, Janina Kugel und Monika Schnitzer oder zu Altersforschung mit dem Deutsche Zentrum für Altersfragen). Für das Magazin 1e9 verfasste sie die langjährige Comic-Kolumne Corona Scribbles.

Die Six-Panel-Methode Zusammen mit Koautorin und Ökonomin Miriam Beblo entwickelte Schneider die „Six-Panel-Methode“, einen visuellen Rahmen, der in akademischen und beruflichen Kontexten genutzt wird, um komplexe Forschungsergebnisse in narrative Comic-Formate zu strukturieren.

Publikationen (Auswahl) Die Bibliografie von Julia Schneider in der Deutschen Nationalbibliothek umfasst über 30 Einträge, darunter:

We Need to Talk, AI (2019, mit Lena Kadriye Ziyal). Übersetzt in sieben Sprachen. Money Matters (2021, mit Pauline Cremer und Miriam Beblo). The Non-Fungible Comic (2022, mit Noëlle Kröger, deutsch und englisch). The Big-Third and the Blockchain (2022, mit Katrin Becker) Schokoroboter und Deepfakes: Ein Comic Essay über Künstliche Intelligenz aus Perspektive von Jugendlichen (2022, mit Nele Konopka und Kristina Laube, deutsch und tschechisch). A Pigeon’s Tale – A Comic Essay on Artificial Intelligence and Sustainability (2023, mit Pauline Cremer und Marcus Voß, deutsch und englisch). Overcoming the Flaschenhals (2023, mit Noëlle Kröger für die SPRIND). KI nachhaltig entwickeln? Seegurke sucht Seegraswiese, mit Pauline Cremer, Marcus Voß und Clara Isakowitsch für die KI-Ideenwerkstatt für Umweltschutz (2024, gefördert vom Bundesumweltministerium) Proof of Work – How to Build on Every Talent (in the Labor Market) (2025, mit Miriam Beblo und Zoe Branczyk, englisch).

Ausstellungen und Engagement Ihre Arbeiten wurden in Institutionen wie dem Futurium, dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, dem Deutschen Museum, dem Deutschen Technikmuseum Berlin und dem Zeppelin Museum und in der Wanderausstellung I.AM.AI ausgestellt.

Im Jahr 2024 ko-kuratierte sie die Wanderausstellung „KI, was geht?“, ein mehrjähriges Projekt, das bis 2029 durch europäische Science Center wie das Universum Bremen und AHHAA (Estland) tourt.

Schneider ist regelmäßige Speakerin und ausstellende Künstlerin auf Tech-Kultur-Formaten und Konferenzen wie der re:publica u. ä. und beim Wissenschaftsjahr und berät Stiftungen und Bundesministerien zu Themen von KI, Kultur und Gesellschaft. Sie wird auf der Plattform #InnovativeFrauen geführt und stellte verschiedentliche OER KI-Lernmodule bereit für den KI-Campus.

Rezeption Ihre Arbeit wurde in verschiedenen Medien besprochen, u. a.: Süddeutsche Zeitung: Fokus auf die Vermittlung von KI. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Über neue Computing-Konzepte. Tagesspiegel: Profil über die Vermittlung komplexer Themen als Comic. Netzpolitik 1e9community Deutschlandfunk Kultur iRights.info radioeins fluter

Trivia Ihr Pseudonym Doc J Snyder ist eine Hommage an die Kunstfigur Doc Snyder des deutschen Unterhaltungskünstlers Helge Schneider.

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Einzelnachweise

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